In der Ferienstraße 3 in Bosseborn ist Block-Reisen beheimatet – Im Lockdown stehen die Reisebusse still
Linienbusse sind der Rettungsanker

Höxter-Bosseborn -

Auf dem großen Parkplatz des Busunternehmens parken vier stattliche Mercedes-Busse. Vor der Halle, die etwas höher liegt, ist ein Linienbus abgestellt. Ein Haus weiter arbeiten Antonia und Dietmar Block in ihrem Büro. In der Ferienstraße 3 in Bosseborn ist das Familien-Unternehmen Block-Reisen beheimatet.

Donnerstag, 03.12.2020, 06:27 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 08:00 Uhr
Zuversicht in schweren Zeiten: Antonia und Dietmar Block verwalten einen Fuhrpark mit drei Reise- und sieben Linienbussen. In Zeiten von Corona und des zweiten Lockdowns stehen die Reisebusse still. Die Linienbusse fahren auf Hochtouren. Foto: Jürgen Drüke

„Die Planung, der Personaleinsatz und die Fahrzeiten für die nächsten Tage werden gescheckt und koordiniert“, berichtet Antonia Block. Es ist Montagnachmittag. Die Block-Busse haben seit mehr als fünf Jahrzehnten ihren Hauptsitz in der Ferienstraße 3 in der mit 520 Einwohnern kleinsten Ortschaft der Stadt Höxter. Wer an dem staatlichen Firmengelände und der weißen Busflotte vorbeikommt, der staunt angesichts der Größe des Geländes und der zahlreichen Busse. In der Ferienstraße drei bewegt sich bei Block-Reisen fast immer etwas. „Omnibusse sind eben unser Lebensunterhalt“, sagt Chefin Antonia Block.

Der gelernte Kfz-Mechaniker Dietmar Block, der 1988 in das Unternehmen seines Vaters Leonhard, genannt Leo, eingetreten ist, unterstreicht: „Wir sind gern auf Tour.“ Das Unternehmen verfügt über sieben Linien- und drei Reisebusse sowie einen Kleinbus mit acht Plätzen. Die Block-Busse sind im Personennahverkehr im Raum Holzminden, Hameln und Bad Pyrmont unterwegs. „Wir haben vor vier Jahren einen Vertrag mit dem Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen, der Regionalbus Braunschweig GmbH, abgeschlossen. Der Personennahverkehr ist aktuell unsere Absicherung“, betont Dietmar Block. Der Reiseverkehr sei aufgrund der Corona-Pandemie und des erneuten Lockdowns zum zweiten Mal in diesem Jahr gestoppt worden. „Immerhin konnten unsere Reisebusse im Sommer während der Lockerungen fahren. Jetzt stehen sie wieder still. Die Einnahmeverluste wiegen für alle Reisebus-Unternehmen schwer“, spricht der 54-Jährige von starken Einschnitten. „Da müssen wir alle durch.“ Staatliche Hilfe sei wichtig.

Schlüsselübergabe: Dietmar Block präsentiert den Kauf seines neusten Reisebusses.

Schlüsselübergabe: Dietmar Block präsentiert den Kauf seines neusten Reisebusses. Foto: Jürgen Drüke

In der Adventszeit hätte Block-Reisen nun Weihnachtsmärkte und an den Wochenenden betriebliche Weihnachtsfeiern angesteuert. „Wir setzen darauf, dass die Inzidenzwerte zurückgehen, der Impfstoff ganz schnell Wirkung zeigt und das Virus wieder beherrschbar wird“, schauen die Blocks zuversichtlich nach vorne. Sie hoffen, dass im Frühjahr 2021 auch wieder Reisebusse gefragt sein werden. „Dafür haben wir schließlich unsere Flaggschiffe“, stellt der Chef mit einem Lächeln heraus.

In Reih und Glied stehen vorrangig die Reisebusse der Blocks in der Ferienstraße. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns sind Busreisen nicht erlaubt.

In Reih und Glied stehen vorrangig die Reisebusse der Blocks in der Ferienstraße. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns sind Busreisen nicht erlaubt. Foto: Jürgen Drüke

Der Arbeitstag von Dietmar Block, der die Geschicke des Unternehmens seit 2000 als Geschäftsführer leitet, beginnt morgens um 5 Uhr. „Meistens begebe ich mich dann auf Tour, wenn ein Busfahrer kurzfristig ausgefallen ist.“ Um 8.30 Uhr kommt der Chef zurück in die ­Ferienstraße 3. Nach dem Frühstück steht Büroarbeit auf dem Plan. Mittags geht es wieder ins Cockpit: „Die Schulen sind beendet und die Schüler wollen wieder sicher nach Hause gebracht werden.“

15 Festangestellte und weitere Aushilfskräfte gehören Block-Reisen an. „Jetzt, in Zeiten von Corona, haben wir sonntags auch einmal frei“, berichtet Antonia Block. Die 46-Jährige erinnert sich gern an 2018 zurück – die Blocks übernahmen die Königs-Regentschaft in Bosseborn.

Ein Blick in das Innere des Mercedes-Benz Tourismo: Chef Dietmar Block ist stolz auf die komfortable Ausstattung und sagt: „Hoffentlich dürfen die Reisebusse bald wieder starten.“

Ein Blick in das Innere des Mercedes-Benz Tourismo: Chef Dietmar Block ist stolz auf die komfortable Ausstattung und sagt: „Hoffentlich dürfen die Reisebusse bald wieder starten.“ Foto: Jürgen Drüke

Am Heiligen Abend wird bei Block-Reisen um 15 Uhr der letzte Bus in der Ferienstraße 3 eintreffen. Feierabend! „Dann feiern wir Weihnachten.“ Tochter Marleen (21) freut sich auf den Heiligen Abend mit ihren Eltern und Großmutter Marlies. „In Zeiten von Corona ist das Weihnachtsfest 2020 mehr denn je ein Fest der Hoffnung“, blickt Ansgar Block nach vorne.

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