Der Tod eines Hundes berührt viele Tierfreunde im Weserbergland
Tierdrama vor Drogerie: Kampfhund beißt kleinen Vierbeiner tot

Holzminden/Bad Pyrmont/Höxter -

Der Tod eines kleinen Hundes berührt viele Tierfreunde im Weserbergland. Die Polizeiinspektion Holzminden-Bad Pyrmont-Hameln beschreibt im Polizeibericht einen tödlichen Vorfall, der sich jederzeit auch anderswo in der Region hätte ereignen könnte und allen Hundebesitzern eine Warnung sein sollte.

Dienstag, 01.12.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 18:42 Uhr
Als ein Ehepaar aus Bad Pyrmont mit einem kleinen Mischlingshund an dem festgebundenen Hundetrio an einer Drogerie in Pyrmont vorbeiging, riss sich so ein Staffordshire Terrier (Symbolfoto) los und stürzte sich auf den kleinen Mischlingshund. Der hatte keine Chance. Foto: dpa

 

In der belebten Fußgängerzone von Bad Pyrmont kam es am vergangenen Wochenende zu einem Aufsehen erregenden Zwischenfall mit einem „American Staffordshire Terrier“. Das Tier war von den Besitzern, zusammen mit zwei weiteren Hunden (Rottweiler und Staffordshire-Terrier-Mix) des Paares, vor einem Drogeriemarkt angebunden worden. Danach begab sich das Paar (23 und 28 Jahre) in den Markt und kaufte ein. Als ein Ehepaar (72 und 69 Jahre) aus Bad Pyrmont mit einem kleinen Mischlingshund an dem festgebundenen Hundetrio vorbeiging, riss sich der Staffordshire Terrier los und stürzte sich auf den kleinen Mischlingshund, den das Seniorenpaar an der Leine mitführte. Der kleine Hund hatte keine Chance und wurde vor Ort totgebissen, berichtete die Polizei.

Es bildete sich sofort eine größere Ansammlung von entsetzten Passanten, die den kleinen Hund versorgen wollten aber nicht mehr retten konnten. Er verblutete auf dem Pflaster. Ob die Hundehalter über ausreichend Sachkunde verfügen und der aggressive Terrier schon einmal auffällig war, ermittelt die Polizei. Das Drama bewegte in sozialen Medien bereits viele Menschen.

Hintergrund

Sowohl Staffordshire Bullterrier als auch American Staffordshire Terrier werden von zahlreichen Behörden als Kampfhunde eingestuft, bundesweit einheitliche Regelungen gibt es dazu aber nicht. In Niedersachsen müssen Hundehalter seit einigen Jahren einen Hundeführerschein machen, wenn sie sich ein Tier neu anschaffen. Der sogenannte Sachkunde-Nachweis besteht aus einer theoretischen Prüfung vor Beginn der Hundehaltung und einem Praxistest im ersten Haltungsjahr. Ziel des Führerscheins ist es auch, die Zahl der Attacken von Hunden zu reduzieren. Etwa 0,1 Prozent aller registrierten Hunde in dem Bundesland werden nach Angaben des Agrarministeriums als gefährlich eingestuft. Für die Haltung solcher Tiere werden bestimmte Auflagen gemacht, etwa permanenter Leinenzwang, das Tragen eines Maulkorbes oder die Vorschrift, dass die Tiere nur in umgrenzten Arealen gehalten werden dürfen. rob

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