An der Klostermauer in Brenkhausen warten sie auf das Christkind – Vorfreude in Zeiten von Corona
Die Krippe steht fester denn je

Höxter-Brenkhausen -

Die Krippe ist aufgestellt und wie immer ein Blickfang: In der Dorfmitte von Brenkhausen verweilen die Menschen und erfreuen sich an dem Bauwerk aus Holz. In Zeiten von Corona und des Lockdowns ist die Krippe mehr als jemals zuvor ein Symbol der Hoffnung.

Montag, 30.11.2020, 22:23 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 10:34 Uhr
Johannes Hüls (links) hat die große Holzkrippe an der Klostermauer in Brenkhausen vor 16 Jahren entworfen und erbaut. Gemeinsam mit Josef Voß hat der Bezirksverwaltungsstellenleiter die Krippe nun mit Stall und leuchtendem Stern wieder aufgestellt. Im Schelpedorf sind sie gerade in Zeiten von Corona stolz auf ihre Krippe. Foto: Jürgen Drüke

„Es ist schön, wenn Kinderaugen leuchten und Spaziergänger hier stehen bleiben“, sagt der Baumeister und Erfinder der Brenkhäuser Krippe, Johannes Hüls. 50 Meter hinter dem Kriegerehrenmal und vor der Klostermauer steht das etwa vier Meter breite und drei Meter hohe Bauwerk. Hüls hatte vor 16 Jahren die Idee. „Damals habe ich das Amt des Bezirksverwaltungsstellenleiters in meinem Heimatort angetreten. Es war mein Ziel, den Ort zu beleben. Für die Advents- und Weihnachtszeit wollten wir etwas ganz Besonderes hinbekommen“, blickt der 76-Jährige zurück. In Brenkhausen habe damals eine Krippe gefehlt. Der Maurermeister war gleichzeitig Architekt und Baumeister. „Es gab sehr viel Lob“, so Hüls. Maria und Josef warten an einer Holzwiege auf die Geburt ihres Kindes. „Das Jesuskind legen wir dann am 24. Dezember in die Wiege. Die Geburt zieht am Nachmittag des Heiligabends vor der Bescherung die Kinder, Eltern und Großeltern an.

Erstaunte Kinder

Die Kinder sind immer wieder erstaunt, wie bescheiden die Stätte hergerichtet ist“, betont der Baumeister. Neben der Krippe befindet sich ein kleiner Stall. Und auf dem Dach erstrahlt ein großer Stern in hellem Glanz. „Die Kinder wollen dem Stern von Bethlehem sowie Maria und Josef möglichst ganz nah sein“, freut sich Hüls, dass er zur Vorfreude auf das Fest der Liebe einen kleinen Teil beisteuern kann. Kleine Tannenbäume sind um die Krippe herum aufgestellt. „Die Förster unterstützen uns“, stellt der Bezirksverwaltungsstellenleiter ­heraus. „Bis wir die Krippe jedes Jahr entstaubt, abgeholt und aufgestellt haben, vergeht ein Tag. Bei allen Helfern möchte ich noch einmal ganz herzlich bedanken. Tatkräftige Bürgerinnen und Bürger sowie die ehrenamtlichen Kräfte aus allen Vereinen machen unser Dorf so attraktiv. Brenkhausen hat einiges zu bieten“, sagt der engagierte Mann. In der Advents- und Weihnachtszeit mache die Krippe alle im Ort stolz. „In Zeiten von Corona und dem nun im Dezember noch verschärften Lockdown sehnen sich die Menschen nach der Normalität zurück. Die Advents- und Weihnachtszeit ist ein Anker. Die Hoffnung ist nun so wichtig.“

16 Jahre Weihnachtskrippe

16 Jahre Weihnachtskrippe in Brenkhausen. „Es gibt viele schöne Geschichten, an die sie sich im Tal Gottes, so wird das Schelpedorf auch genannt, gerne erinnern. Einmal allerdings trauten sie ihren Augen nicht. Denn die Krippe, ein Symbol des Friedens, war über Nacht zerstört worden. „Das war Brachialgewalt“, blickt Johannes Hüls heute, viele Jahre danach, immer noch enttäuscht und entsetzt zurück. Die Krippe sei damals zum dritten Mal aufgestellt worden. „Es war in der Silvesternacht, als ich den Schaden um 0.15 Uhr zufällig feststellte“, erinnert sich der Bezirksverwaltungsstellenleiter. Insbesondere die Josefs-Figur hatte gelitten. „Es war unbegreiflich, dass die heilige Familie derartig in Mitleidenschaft gezogen worden war. Damals hatte die Dorfgemeinschaft Brenkhausens als Belohnung zur Ergreifung der Täter 200 Euro ausgesetzt. „Den oder die Täter haben wir leider nicht ermitteln können“, bedauert Johannes Hüls. Natürlich richtete Hüls die Figuren wieder her. Die Krippe an der Klostermauer steht wieder. „In Zeiten von Corona fester den je“, weiß ihr Erfinder und Erbauer.

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