Um Neubau der B64/B83 bei Höxter verwirklichen zu können, siedelt Straßen NRW Reptilien vom Bahndamm um
Umsiedlungsaktion: Schon 37 Schlingnattern dokumentiert

Höxter/Godelheim (WB/rob). Gibt es bei Godelheim viele Schlingnattern oder nicht? Es existieren jetzt erstmals aktuelle offizielle, von Straßen NRW veröffentlichte Fotos von den Nattern.

Freitag, 06.11.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 18:22 Uhr
Es existieren jetzt erstmals aktuelle offizielle, von Straßen NRW veröffentlichte Fotos von den scheuen Schlingnattern. 37 sind dokumentiert worden. Foto: Bioplan

Um den Neubau der B64/B83 zwischen Hembsen und Höxter verwirklichen zu können, siedelt der Landesbetrieb seit dem Sommer verstärkt Schlingnattern und Zauneidechsen vom Bahndamm zwischen Godelheim und Höxter in die Lebensräume unterhalb des Brunsbergs und am Langer Berg um. Offenbar mit Erfolg.

Die seit 2015 für die Umsiedlung im Rahmen Artenschutz-Maßnahme hergerichteten Ersatzlebensräume hätten sich gut entwickelt, schreibt Straßen-NRW. In der ersten Abfangperiode in diesem Sommer seien 178 Reptilien, davon 37 Schlingnattern, in ihre neuen Lebensräume umgesiedelt worden. Die Fertigstellung der Ersatzlebensräume erfolgt in diesem Winter. Das millionenschwere Projekt ist seit Jahren in der öffentlichen Diskussion.

Auf den bisher hergerichteten Flächen haben sich bereits blütenreiche, mit Steinstrukturen versehene Lebensräume entwickelt, die ausreichend Nahrung für die Reptilien aufweisen. Die Schlingnattern und Zauneidechsen – zwei nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten – werden behutsam vom Bahndamm zwischen Godelheim und Höxter abgefangen und in die optimierten Lebensräume unterhalb des Brunsbergs und am Langen Berg gebracht. Die Tiere werden auf den zunächst noch eingezäunten Flächen regelmäßig beobachtet.

B64-Planungen: Schlingnattern ziehen um

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  • B64-Planungen: Schlingnattern ziehen um
Foto: WESTFALEN-BLATT Archiv, Frank Grawe, Michael Robrecht, Harald Iding, Bioplan
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Die Zäune stellen während der Eingewöhnungszeit sicher, dass die Tiere in ihrer neuen Umgebung auch wirklich verbleiben. Denn es ist möglich, dass sie versuchen, zu ihren angestammten Lebensräumen zurückzukehren. Durch sogenannte Reusen ist es einerseits Kleinsäugern und anderen Reptilien möglich, weiterhin in die Flächen einzuwandern. Andererseits können aber die Reptilien die Flächen nicht verlassen. Haben sie ihren neuen Lebensraum kennengelernt und angenommen, werden die Zäune in den nächsten Jahren wieder entfernt.

Da noch nicht alle Tiere vom Bahndamm abgefangen wurden, wird die Umsiedlung nächstes Jahr fortgesetzt. Hierfür werden weitere Ersatzlebensräume vorbereitet und auch eingezäunt. Die Arbeiten laufen.

Ab November führt Straßen NRW im Bereich Taubenborn Pflegearbeiten auf den bereits hergestellten Korridorflächen durch, um ein zu starkes Einwachsen und eine Beschattung der Steinriegel und Flächen zu verhindern.

Der Neubau der B64/B83 zwischen Hembsen und Höxter ist in drei Bauabschnitten geplant. Für zwei Bauabschnitte zwischen Ottbergen und Höxter ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Der Erörterungstermin hat im November 2019 stattgefunden. Um d­en Eingriff in die Natur durch den Neubau möglichst gering zu halten, ist eine bahnparallele Führung der Straßentrasse geplant. Im Bereich des FFH-Gebiets Taubenborn wird dabei ein Teil des Bahndamms in die Baumaßnahme einbezogen. Ein Teil der Lebensräume der Nattern geht verloren.

 

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