Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Höxter steigt auf 63,46 – zweite Gefährdungsstufe erreicht
Kreis Höxter ist ein Corona-Hotspot – Infektionsherd bei Veranstaltung in Steinheim

Kreis Höxter (WB). 22 Meldungen von Neuinfektionen am Samstag, weitere 32 am Sonntag – innerhalb von zwei Tagen haben sich die Coronafälle im Kreis Höxter massiv erhöht. Der Sieben-Tages-Inzidenz-Wert ist von unter 25 am Freitag auf 63,46 (auf 100.000 Einwohner pro Woche) am Sonntag gestiegen. Damit ist die zweite Gefährdungsstufe erreicht. Es wird weitreichende Einschränkungen geben – die können wegen einer Datenpanne beim Landeszentrum Gesundheit NRW (LGZ) jedoch erst am Dienstag offiziell in Kraft treten.

Sonntag, 25.10.2020, 02:25 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 13:11 Uhr
Der Kreis Höxter gilt jetzt als Corona-Hotspot – es wird Einschränkungen geben. Foto: dpa

Die Zahl der aktiven Infektionen im Kreis Höxter ist auf nunmehr 112 massiv angestiegen. Allein in Steinheim sind innerhalb eines Tages 23 neue Infektionen festgestellt worden – die Emmerstadt hat mit nun 35 aktiven Erkrankungen Bad Driburg (26) als trauriger Spitzenreiter abgelöst.

Insgesamt 581 Fälle

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Höxter beträgt seit Ausbruch der Pandemie nun 581. Als genesen gelten insgesamt 449 (+1) Personen. 19 Menschen, die positiv auf Corona getestet worden sind, sind bislang gestorben.

Aktive Fälle werden aus Bad Driburg (26/+2), Beverungen (4), Borgentreich (4/+1), Brakel (14/+1), Höxter (6/+1), Nieheim, (2/+1), Steinheim (35/+23), Warburg (12/+4) und Willebadessen (9/-1) gemeldet. Lediglich in Marienmünster ist derzeit kein aktiver Corona-Fall bekannt.

Infektionsherd bei Veranstaltung

Dass sich die Coronafälle in Steinheim von Freitag auf Sonntag fast versechstfacht haben, sei laut Bürgermeister Carsten Torke bisher auf einen einzigen Infektionsherd zurückzuführen. Eine infizierte Person habe bei einer Zusammenkunft viele weitere Besucher angesteckt. Am Freitag waren schon 65 Steinheimer in Quarantäne, allein am Sonntag sind 50 weitere dazugekommen. Das Rathaus soll ab Montag nur nach Terminabsprache geöffnet werden, alle Dienstleistungen sollen aber weiter angeboten werden.

Einschränkungen

Ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt für den betroffenen Kreis als so genannter Hotspot die Gefährdungsstufe zwei mit folgenden Regeln:

Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Personen zulässig – es sei denn, die Veranstalter legen spätestens drei Tage vorher ein spezielles Hygienekonzept vor. Auch mit einem solchen Konzept sind Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen im Freien oder mehr als 250 Personen in Innenräumen untersagt.

Ausgenommen sind Beerdigungen, Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz sowie von Veranstaltungen und Versammlungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge (insbesondere Blutspendetermine) zu dienen bestimmt sind.

Die Maskenpflicht gilt auch am Sitz- oder Stehplatz bei Konzerten, Aufführungen, sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen sowie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen. Ebenfalls gilt sie in regelmäßig stark frequentierten Außenbereichen wie Fußgängerzonen, in denen der Mindestabstand kaum einzuhalten ist.

Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist bei Gefährdungsstufe zwei von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig. An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen. In der Öffentlichkeit dürfen sich außerhalb von Familien und Personen zweier Hausstände nur noch Gruppen von höchstens fünf Personen treffen.

Die Kommunen können in Abstimmung mit dem Landeszentrum Gesundheit, dem Gesundheitsministerium und der Bezirksregierung weitere Schutzmaßnahmen anordnen. Die Gefährdungsstufen können erst aufgehoben werden, nachdem die jeweiligen Grenzwerte (35/50) der Sieben-Tages-Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurden. Nimmt das Infektionsgeschehen jenseits der beiden Gefährdungsstufen weiter zu, müssen weitergehende Maßnahmen geprüft werden.

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