ZDF-Koproduktion „Die Bilderkriegerin“: Leben der Höxteraner Fotografin Anja Niedringhaus wird verfilmt
Niedringhaus-Film: Drehstart für das Doku-Drama

Höxter/Halle (WB/rob). In Höxter steht die Verwirklichung des „Forum Anja Niedringhaus“ im Tillyhaus kurz vor dem Startschuss. Zuletzt hatte die Stadt Höxter durch eine finanzielle Beteiligung das Projekt gesichert. Anja Niedringhaus bekommt aber auch ein besonderes Denkmal durch einen ZDF-Film gesetzt. In Halle an der Saale haben die Dreharbeiten begonnen. Das berichtet das Zweite Deutsche Fernsehen.

Donnerstag, 08.10.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 22:38 Uhr
Das Leben der Höxteraner Fotografin Anja Niedringhaus wird zurzeit in Halle/Saale verfilmt. Im Doku-Teil soll auch in Höxter gedreht werden. Anja Niedringhaus wird von Antje Traue gespielt, die 2016 für ihre Rollen in der Serie „Weinberg“ und dem Fernsehfilm „Mordkommission Berlin 1“ für den Deutschen Fernsehpreis als „Beste Schauspielerin“ nominiert wurde. Foto: ZDF/Ishka Michocka

Schauplätze der Niedringhaus-Biografie sind Höxter, Afghanistan, die Balkan-Staaten und Originalschauplätze, die sie während ihrer Arbeit als Sport- und Kriegsfotografin besucht hat. Eine Sprecherin von Ziegler-Film hatte dem WESTFALEN-BLATT schon im Mai 2019 bestätigt, dass das Leben von Anja Niedringhaus zu einem Filmprojekt werden solle. Jetzt wird aus dem Plan Wirklichkeit.

Spiel- und Dokuteile im Film

ZDF-Film über Anja Niedringhaus: Dreharbeiten angelaufen

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  • ZDF-Film über Anja Niedringhaus: Dreharbeiten angelaufen
Foto: Michael Robrecht, ZDF
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  • Foto: Harald Iding
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Anja Niedringhaus war eine international hoch anerkannte deutsche Fotojournalistin. 2014 starb sie durch einen Mordanschlag in Afghanistan. In Sachsen-Anhalt sind die Dreharbeiten zu dem ZDF-Film mit dem Arbeitstitel „Die Bilderkriegerin“ angelaufen, der sich mit Spiel- und Dokumentarteilen ihrem Leben und Schaffen widmet. Das Drehbuch stammt von Yury Winterberg. Unter der Regie von Roman Kuhn verkörpert Antje Traue die „Bilderkriegerin“ Anja Niedringhaus. In weiteren Rollen spielen neben anderen Dulcie Smart, Michele Cuciuffo und Franziska Hartmann. Regie bei den Dokumentarteilen führt Sonya Winterberg.

Das ZDF verrät in einer Pressemitteilung vorab schon etwas über den Inhalt des Films: Die damals 26-jährige Anja Niedringhaus sitzt in einer Transall-Maschine der UNO auf dem Weg nach Sarajewo. In Jugoslawien hat gerade der Krieg begonnen. Hartnäckig hatte Niedringhaus zuvor ihren Chef bearbeitet, um als Fotografin für die European Pressphoto Agency aus dem Kriegsgebiet mitten in Europa zu berichten. Vor Ort ist es bitterkalt, es gibt keinen Strom, kaum Nahrung, und jeder ist ständig in Lebensgefahr. Der spanische Fotograf Sergio nimmt sie unter seine Fittiche und bringt ihr die Regeln des Überlebens in einem Kriegsgebiet bei. Niedringhaus berichtet mit Unterbrechungen fast drei Jahre lang von dem Schauplatz. Trotz des großen Leids behält sie ihre positive Ausstrahlung.

Aus der zunächst unerfahrenen jungen Frau wird eine der besten Fotojournalistinnen ihrer Generation. Sie riskiert bei ihren Einsätzen vom Kosovo bis Afghanistan viel, wird während ihrer Arbeit oft angegriffen und mehrfach verletzt. 2001 wechselt sie zur renommiertesten Bildagentur der Welt, Associated Press (AP).

Niedringhaus-Fotos weltweit

Anja Niedringhaus ist ehrgeizig. Ihre Fotos landen auf den Titelseiten der großen internationalen Zeitungen. Afghanistan mit seinen atemberaubenden Landschaften und faszinierenden Menschen beeindruckt sie nachhaltig. In Kabul trifft sie die AP-Chefkorrespondentin Kathy Gannon. Beide Frauen bilden schnell ein unzertrennliches Team, bis es während der Präsidentschaftswahlen 2014 zu dem Anschlag auf beide im Südosten Afghanistans kommt. Anja Niedringhaus ist sofort tot, Kathy Gannon überlebt schwer verletzt.

„Die Bilderkriegerin“ ist eine ZDF-Koproduktion mit Ziegler Film und der Avanga Filmproduktion mit Unterstützung des Deutschen Filmförderfonds und der Mitteldeutschen Medienförderung. Produzenten sind Hartmut Köhler und Tina Illgen. Die Redaktion liegt bei Stefan Brauburger und Carl-Ludwig Paeschke, die Leitung hat Prof. Peter Arens. Die Dreharbeiten dauern voraussichtlich bis zum 2. November – ein Sendetermin steht noch nicht fest.

In Höxter sind neben Anja Niedringhaus’ Familie und Freunden besonders die Mitglieder des Forums Anja Niedringhaus sehr gespannt, was die Filmemacher aus dem Stoff machen. Ihre Mutter lebt in Höxter, die beiden Schwestern in Bielefeld und Kassel. 2019 sorgten zwei Niedringhaus-Ausstellungen in Köln und Düsseldorf für bundesweite Aufmerksamkeit.

„Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“, lautete ihr Leitsatz. Die Kraft ihrer Bilder liegt in der Gabe, in einem Moment das Besondere zu erkennen und zu zeigen, was die Maschinerie des Krieges mit den betroffenen Menschen macht.

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