Modernisierung von Anfang November an – Regale für Kinderbücher werden niedriger
Bücherei wird attraktiver

Höxter (WB). Das äußere Erscheinungsbild der Stadtbücherei Höxter entspricht in vielen Bereichen dem Klischee einer überalterten städtischen Einrichtung: schmucklose, hohe Regale, über vierzig Jahre alt, eng stehend und mit scheinbar endlosen Reihen voller Bücher. Dabei ist die Stadtbücherei schon lange im digitalen Zeitalter angekommen: Hörbücher, DVDs und On-Leihe sind Alltag, und vor Corona lockten verschiedenste Veranstaltungsangebote Nutzer aller Altersklassen in die Räume im ersten Stock der Volkshochschule am Möllinger Platz.

Montag, 05.10.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 09:26 Uhr
Christiane Bode (links) und Brigitte Husemann an den alten Regalen im Kinderbereich. Nach der Neugestaltung werden die Regale niedriger sein, damit Kinder auch alle angebotenen Medien selbstständig auswählen können. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Zwei Wochen geschlossen

Mit einer umfangreichen Neugestaltung wird nun der Kinderbereich modernisiert. „Vom 6. bis zum 20. November ist die Stadtbücherei deshalb komplett geschlossen“, sagt Brigitte Husemann, die zuständige Abteilungsleiterin Schulen, Bücherei und Sport im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. „Die Regale werden niedriger sein, damit Kinder auch alle angebotenen Medien selbstständig betrachten und auswählen können. Wir freuen uns besonders auf ein zweistufiges Podest, das nicht nur Eltern und Kinder zum zwanglosen gemeinsamen Sitzen und Schmökern einladen soll, sondern auch der zentrale Punkt bei Veranstaltungen wie Vorlesestunden oder Basteleien sein wird. Sitzhocker zwischen den Regalen laden zukünftig zum spontanen Verweilen ein, und zwei Tische zur gemeinsamen kreativen Beschäftigung“, freut sich Christiane Bode, die Leiterin der Bücherei, auf die Veränderungen. „Wir möchten zukünftig mit einer zielgruppenoptimierten Präsentation zum Lesen anregen und insgesamt den Wohlfühlfaktor der Bücherei steigern. Das äußere Erscheinungsbild soll hell, freundlich und übersichtlich sein. Langfristig soll ein farbiges Leitsystem einen besseren Überblick im gesamten Angebot ermöglichen, und die Farbe des Kinderbereiches wird Orange sein. Den Antrag haben wir 2019, ein Jahr, nachdem ich hier anfing, gestellt. Das ist also mein erstes größeres Projekt, das ist sehr spannend für mich“, erzählt sie. Die Modernisierung des Kinderbereiches soll die Attraktivität für die jüngsten Besucher, und natürlich auch für begleitende Personen wie Eltern und Großeltern, steigern. „Wir sind im Kinder- und Jugendbereich sehr gut aufgestellt, 550 der aktuellen 2800 aktiven Nutzer sind Teil der Hauptzielgruppe des Projekts, nämlich Kinder bis einschließlich zwölf Jahren. Dazu kommen noch weitere Kinder, die über Familienkarten oder „Eltern für Kind“- Nutzer Medien der Stadtbücherei ausleihen. Von den 116.563 Entleihungen im Jahr 2019 fielen 28.447 im Bereich Kinder- und Jugendbücher an“, erläutert Bode.

35.000 Euro Umbaukosten

Die Umbaumaßnahmen werden Kosten in Höhe von 35.000 Euro verursachen, wobei das Land NRW die Möbel mit 60 Prozent bezuschusst. Nach Abschluss der Arbeiten sollen besondere Veranstaltungen für Kinder der verschiedenen Altersgruppen und deren Bezugspersonen die neu gestaltete, attraktive Abteilung mit Leben erfüllen. Spezielle Angebote für eine Krabbelgruppe mit Babys, eine Vorlesestunde ab vier Jahren, eine Sach- und Machstunde ab sechs Jahren und eine Origami-Stunde ab acht Jahren werden dann feste Bestandteile des Bücherei-Lebens.

Besucherzahlen sinken

„Natürlich soweit das mit der Corona-Schutzverordnung vereinbar ist“, sagt Bode. Auch die Stadtbücherei hat nach dem Lockdown zuerst mit minimierten, dann ab August wieder mit regulären Öffnungszeiten auf die veränderten Umstände reagiert. „Wir haben klare Hygienemaßnahmen und erfassen alle Besucher, achten auf Abstand und versuchen, Wartezeiten zu verhindern. Neuanmeldungen sind auch online möglich, und für Risikopatienten oder auch für einzelne Familien bieten wir extra Termine. Ein verändertes Leseverhalten konnten wir in der Corona-Zeit nicht feststellen, die Ausleihzahlen stagnieren, während allerdings die Besucherzahlen gesunken sind. Somit leihen die Nutzer zu Corona-Zeiten seltener aus, dafür aber mehr als zuvor“, sagt die Leiterin. Sie und ihre Mitarbeiterinnen haben die Zeit genutzt, um „Bestandspflege“ zu betreiben. „Wir haben viel aussortiert, um das Angebot übersichtlicher und attraktiver zu gestalten. Es kommen ja auch immer neue Medien, da muss man sich zwangsläufig von älteren, nicht mehr nachgefragten Exemplaren trennen – aber es fällt jeder von uns schwer, Bücher auszusortieren“ gibt sie lächelnd preis. Deshalb sortiere jeder das Genre, das er persönlich nicht so gerne lese, dann fiele die Trennung leichter. Diese Bücher werden kostenlos in Regalen vor der Bücherei angeboten.

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