Förster Robert Willeke spricht über die Hirschbrunft im Wildpark
Imponierende Rufe

Neuhaus (dpa). In diesen Tagen kann es laut werden im Wald. Bei der Hirschbrunft wollen sich die Tiere paaren. Möglichen Nebenbuhlern wird das mit imponierenden Rufen klargemacht. Robert Willeke, Förster und Leiter des Wildparks Neuhaus im Solling, erklärt im Interview mit Christian Brahmann, warum das Naturschauspiel viele Besucher anzieht.

Mittwoch, 30.09.2020, 22:00 Uhr
Ein röhrender Hirsch steht im Wildpark Neuhaus. Die Brunft der Rothirsche im Solling hat begonnen. Der Park ist eine Walderlebniseinrichtung der Niedersächsischen Landesforsten (NLF). Dort werden Führungen zur Hirschbrunft angeboten

Was genau passiert da gerade in den Wäldern?

Robert Willeke: Hirschbrunft ist die Paarungszeit beim Rotwild und findet in diesen Septemberwochen statt. In freier Wildbahn, aber eben auch beim Rotwild in unserem Gehege des Wildparks. Der Brunftschrei ist schon sehr laut. Das Röhren der Hirsche geht unter die Haut. Das ganze Szenario, das ist schon ein großes Naturschauspiel. Viele Menschen mögen das und wollen das genießen.

 

Und Sie ermöglichen das?

Willeke: Ja. Im Wildpark lässt sich das besser beobachten. Das Wild draußen in freier Wildbahn ist wesentlich scheuer. Da lässt sich das allenfalls im Dunkeln hören. Aber dass ein Waldbesucher die Tiere einfach dabei beobachten kann, das ist äußerst selten. In Wildparks wie hier im Solling ist es wesentlich einfacher. Schon am späten Nachmittag bei bestem Licht. Bis in die späten Morgenstunden röhren die Hirsche und man kann sie gut dabei beobachten.

 

Welchen Zweck haben die Schreie?

Willeke: Es gibt Konkurrenzdruck mehrerer Hirsche untereinander. Möglichst alle möchten sich mit einem weiblichen Wild paaren. Aus diesem Konkurrenzdruck heraus ist das Röhren als Imponiergeste gegenüber Rivalen oder Nebenbuhler zu verstehen.

 

Um das zu erleben, kommen Besucher zu Ihnen?

Willeke: Wer möchte, kann die Hirschbrunft zu den Öffnungszeiten erleben, wir bieten aber auch Führungen an. Natürlich ist dabei ein bisschen Geduld erforderlich und ein gutes Auge. Wer ein Fernglas hat, sollte das mitbringen.

 

Woher wissen Sie, wann genau die Rufe der Hirsche kommen?

Willeke: Das sind Tiere, das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Es entsteht aus besonderen Situationen. In der Regel orientiert es sich an dem Tagesablauf des weiblichen Wildes. Wenn das Weibchen auf die Bergwiese zur Nahrungsaufnahme zieht, dann folgen die Hirsche und es tritt der Brunftbetrieb ein.

 

Ist das gefährlich?

Willeke: Nein. Die Tiere sind in Gehegen. Zwischen dem Wild und den Besuchern sind Zäune. Das ist völlig ungefährlich und nicht mit Risiken verbunden.

 

Wie lang dauert die Brunftzeit?

Willeke: Es geht nicht stur nach Kalender. In der Regel ist es die zweite Septemberhälfte bis in die erste Oktoberwoche rein. Dann wird es aber auch immer abhängiger vom Wetter.

 

Wo lässt sich das Schauspiel noch bewundern?

Willeke: In freier Wildbahn in den Rotwildgebieten wie dem Harz oder Lüneburger Heide und dem Solling hier. Dort lässt es sich mit Glück hören. In Wildparks sind die Tiere Besucher gewohnt und zeigen ihr Schauspiel daher auch bei bestem Licht. Das ist auch in anderen Wildparks mit Rotwild möglich wie etwa dem Wisentgehege in Springe.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7610233?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Gesundheitsminister Spahn hat Corona
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Nachrichten-Ticker