52,6 Prozent für neuen Bürgermeister – 47,4 Prozent für Daniel Razat
Hartmann holt Höxter

Höxter (WB). Daniel Hartmann ist neuer Bürgermeister von Höxter. Der 43-Jährige holt 52,56 Prozent aller Stimmen. Der 39-jährige Daniel Razat erreicht 47,44 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 50,52 Prozent. Auf der einen Seite gibt es am Sonntagabend kein Halten mehr. Auf der anderen Seite ist pure Enttäuschung angesagt.

Montag, 28.09.2020, 00:27 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 16:08 Uhr
Umarmungen, Applaus und Jubel in den Höxteraner Bürgerstuben: Daniel Hartmann ist der große Sieger.

Bürgermeister-Stichwahl Höxter: Daniel Hartmann gewinnt

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  • Bürgermeister-Stichwahl: Daniel Hartmann gewinnt
Foto: Fotos: Jürgen Drüke, Michael Robrecht
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Es war ein Wahlkrimi, der sich bei der Auszählung der Kernstadtbezirke und der zwölf Ortschaften zwischen 18 Uhr und 19 Uhr abgespielt hat. Als die Ergebnisse der ersten Stimmbezirke vorlagen, deutete fast alles auf einen Wahlsieger Razat hin. Im Hotel Niedersachsen begleiteten die Anhänger des Bundeswehroffiziers gespannt das Geschehen. Razat lag um kurz nach 18.30 Uhr mit mehr als 50 Prozent vorn. In den Höxteraner Bürgerstuben resignierten die Hartmann-Anhänger zu diesem Zeitpunkt keineswegs: „Daniel, wir schaffen das noch. Die Kernstadt kommt noch“, sollte Aufmunterung ganz schnell in gute Zahlen umschlagen.

Jubel in den Bürgerstuben

18.39 Uhr: Erstmals applaudierten sie in den Bürgerstuben laut: Godelheim war ausgezählt, Sieger Hartmann. Es war mehr als Hoffnung, die sich in den Gesichtern der etwa 100 Hartmann-Anhängern in der Höxteraner Gaststätte widerspiegelte. Die Kernstadtbezirke folgten. Innerhalb von wenigen Minuten wendete sich das Blatt: Hartmann holte nicht nur auf, um 18.43 Uhr lag der Finanzbeamte vor dem Bundeswehroffizier. Ein Sieg rückte zum Greifen nah. Die Stimmbezirke in der Kreisstadt sollten in der Folge dann komplett an Hartmann gehen. Noch schaute der gebürtige Haarbrücker ungläubig auf die Leinwand, auf der die Prozentbalken nach jedem ausgezählten Bezirk noch größere Sieges-Gewissheit vermittelten. Um kurz nach 19 Uhr war es perfekt: Die Hartmann-Anhänger ließen ihren Emotionen freien Lauf. Hartmann war der umjubelte Held: Umarmungen, Freude, Stolz, Sieg. „Der Dank geht an Euch alle“, war der neue Bürgermeister ergriffen.

Held gratuliert Wahlhelden

Ratsherr Hans-Josef Held von der SPD, die den Haarbrücker im Wahlkampf unterstützt hatte, überreichte einen Blumenstrauß. „Es waren zwei gute und fähige Kandidaten in der Stichwahl. Der bessere Kandidat ist Bürgermeister geworden“, stellte Held fest. Die Glückwünsche wollten nicht abreißen. Es folgte der Triumphzug ins Historische Rathaus.

„Das war nach einem langen Wahlkampf ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Jetzt müssen wir nach vorne schauen und alle zusammen etwas für Höxter auf die Beine stellen“, war Razat in der Stunde der bitteren Niederlage bereits wieder gefasst. Der Ovenhäuser, der im ersten Wahlgang am 13. September noch fast zehn Prozentpunkte vor Hartmann gelegen hatte, konnte aus den anderen Parteien und Gruppierungen nicht so viele Unterstützer gewinnen. „Ich werde mich in Höxter aus der Politik nicht verabschieden“, kommentierte Daniel Razat. Viele gute Ideen seien in den vergangenen Monaten entwickelt worden, und einiges davon sollte verwirklicht werden, sagte er zur CDU, die ihn unterstützt hatte.

Der Bundeswehroffizier kehrt zur Truppe zurück und übernimmt in Köln im Amt für Heeresentwicklung eine Dezernatsleitung.

Hartmann ist überglücklich

„Danke an ein großartiges Team. Wir haben es zusammen geschafft. Es ist unser gemeinsamer Sieg. Ich bin überwältigt. Der unermüdliche Einsatz im langen Wahlkampf hat sich gelohnt. Jetzt wollen wir für Höxter das erreichen und gemeinsam auf den Weg bringen, was diese Stadt verdient hat. Höxter kann mehr. Wir sollten alle an einem Strang ziehen“, nahm der überwältige Sieger noch einmal eine Anleihe seines Wahlkampfslogans. „Mein Dank geht auch an Daniel Razat, der mit seinen Unterstützern einen fairen Wahlkampf geführt hat. Wir können gemeinsam viel erreichen.“

Vor dem Historischen Rathaus gehörte auch Noch-Bürgermeister Alexander Fischer zu den Gratulanten.

 

Kommentar

„The Winner takes it all“ – der Sieger nimmt alles. Dieser 40 Jahre alte ABBA-Hit drückt am besten die Stimmung des Wahlabends aus. In den Bürgerstuben feierte Daniel Hartmann glückselig nach einem Wahldrama mit Unterstützern von SPD, Grünen und weiteren politischen Gruppierungen den Wahlsieg (6277 Stimmen). Im Hotel Niedersachsen musste die niedergeschlagene CDU nach anfänglicher Führung bei der Auszählung die Wahlniederlage ihres Kandidaten Daniel Razat (5666 Stimmen) wegstecken. Der hatte im ersten Wahlgang noch weit vor Hartmann gelegen. In der Unionshochburg Höxter, in der die CDU mit 40 Prozent weiter die stärkste Ratsfraktion stellt, hat es zum dritten Mal – trotz politisch günstiger Umstände und sehr aktivem Wahlkampf – nicht geklappt, den Chefsessel im Rathaus zurück zu erobern. Das ist kein politischer Unfall mehr, sondern eine dauerhafte Zeitenwende. Daniel Hartmann ist nicht zu beneiden: angespannte Haushaltslage, teure Millionenprojekte, Corona-Krise und mit acht Gruppierungen ein Rat ohne klare Mehrheit. Da ist kein Raum für Traumschlösser. Er muss zeigen, dass der Bürgermeister endlich wieder in Rat und Verwaltung als Führungsperson geschätzt wird. Neuer Stil und Wechsel sind Wählerwille. 86 Prozent der Bürger haben den Amtsinhaber wegen grober Führungsfehler vor 14 Tagen abgewählt. Hartmann hat mit Landesgartenschau, Digitalisierung und Bildungsprojekten große Aufgaben zu lösen. Und er muss das politisch weiter gespaltene Höxter einen. Hoffentlich nutzt er seine Chance, die Menschen zusammen zu führen. Michael Robrecht

 

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Eigentlich ist Markus Altenhöner Kreisdirektor und Kämmerer. 90 Prozent seines Tagesablaufs ist er derzeit jedoch mit der Bewältigung der Corona-Krise beschäftigt. Der 40-Jährige leitet den zwölfköpfigen Krisenstab. Foto: Moritz Winde
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