Erster Vermittlungsversuch im Tierheimstreit scheitert
Parteien bleiben im Gespräch

Holzminden/Höxter (WB). Die Situation scheint völlig zerfahren, zu unversöhnlich stehen sich beide Seiten gegenüber. Doch jetzt machte die Holzmindener Feldwegeinteressentschaft einen ersten Schritt und bat den Tierschutzverein Holzminden-Höxter um ein klärendes Gespräch.

Montag, 21.09.2020, 04:03 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 09:32 Uhr
Hunde wie diese warten auf ein neues Zuhause. Foto: dpa

In der Streitfrage, ob sich das Tierheim am Allernbusch ansiedeln darf und dafür das notwendige Wegerecht von der Interessentschaft eingeräumt bekommt, haben beide Seiten im Kreishaus zusammengefunden.

Interessentschaftsvorstand Friedrich Schütte hatte Landrat Michael Schünemann um Moderation gebeten, und der übernahm die Aufgabe gern. Eine schnelle Lösung, so die Quintessenz des Treffens, gibt es erst einmal nicht

Keine schnelle Lösung

Landrat Micheal Schünemann stellte zu Anfang des Treffens erst einmal klar, dass er die Rolle des Vermittlers sehr gern übernehme, weil ihm eine Lösung des Konfliktes wie allen natürlich sehr am Herzen liege. „Es ist aber völlig falsch, anzunehmen, dass dem Landkreis in dem Konflikt in irgendeiner Form eine wie immer auch geartete Verantwortung zukommt“, machte Schünemann deutlich.

Beide Seiten brachten eine große Bereitschaft mit, einander zuzuhören und die gegenseitigen Auffassungen, Wünsche und Nöte zu respektieren. Es sei wenig hilfreich, sich auf Rechtspositionen zu versteifen, hatte der Landrat deutlich gemacht, denn dann könne gleich die Gerichte einschalten.

Beeinträchtigung vermeiden

Friedrich Schütte erläuterte zunächst die historische Entwicklung der Immobilie und räumte auch mit einigen Gerüchten auf. Er habe nie ein Interesse daran gehabt, den zuletzt im Eigentum von Heinrich Celten befindlichen Hof am Allernbusch selbst zu kaufen. Es gehe Interessentschaft und Jagdgenossenschaft bei ihrem Widerstand nur darum, eine Beeinträchtigung der Umwelt in der Feldmark zu vermeiden. Diese sehe man bei einer Ansiedlung des Tierheims gegeben.

„Es werden heimische Tiere gestört“, verwies Schütte unter anderem auf Gebell. Deshalb habe der Vorstand nach einstimmigem Beschluss der Interessentschaft Widerspruch gegen die Bauvoranfrage eingelegt und das Wegerecht verweigert. Weder der Vorstand noch die Landwirte jedoch hätten etwas gegen Tierschutz.

Keine Hetztiraden

Tierheimvorstand Jens Müller entgegnete, dass auch den Tierschützern nicht an einer Auseinandersetzung gelegen sei. „Wir haben aber keine Hetztiraden veranstaltet, das waren die Bürger“, wandte Müller ein. Und die stellvertretende Vorsitzende Linda Laskowski ergänzte: „Davon distanzieren wir uns ausdrücklich.“ Man sei der Auffassung, am Allernbusch niemanden zu stören, machten die Tierheim-Vorstände deutlich.

Zu einer Einigung führten die gegenseitigen Argumente nicht, wohl aber zu der Bereitschaft, sich wieder zu treffen und weiter miteinander zur reden.

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