VW-Skandal: Ovenhäuser legt nun Verfassungsbeschwerde ein
Andreas Otto gibt nicht auf

Höxter-Ovenhausen  (WB). Nach der Niederlage vor dem Bundesgerichtshof legt Andreas Otto Verfassungsbeschwerde ein. Hintergrund ist die Klage des Ovenhäu­sers gegen den Volkswagen-Konzern.

Freitag, 18.09.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 17:34 Uhr
Andreas Otto will den Kaufpreis für seinen Passat-Kombi zurück und hat nun Verfassungsbeschwerde eingereicht. Der 34-jährige Ovenhäuser setzt auf das Bundesverfassungsgericht. Foto: Jürgen Drüke

Der Kläger fordert von VW für seinen 2014 erworben Passat-Kombi im Zuge des Dieselskandals Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises ( wir berichteten am 22. Juli ). „Die Verfassungsbeschwerde hat mein Anwalt am Montag, 14. September, verfasst“, sagte Otto auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Andreas Otto wird vom Berliner Rechtsanwalt Torsten Schutte vertreten: „Inzwischen habe ich im VW-Skandal Mandaten aus ganz Deutschland. Die Justiz entscheidet in dieser Angelegenheit nicht mehr unabhängig. Deshalb ziehen wir vor das Bundesverfassungsgericht“, begründete Schutte.

260.000 km auf Tacho

Rückblick: Im Juli klagte Otto vor dem Bundesgerichtshof gegen den Volkswagen-Konzern. Der Ovenhäuser wollte seinen vom Dieselskandal betroffenen Passat zurückgeben. Dabei standen bereits 259.631 Kilometer auf dem Tacho. Otto fordert Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises. Der Bundesgerichtshof hatte nun indes entschieden, dass die von VW betrogenen Kunden grundsätzlich Schadensersatz erhalten, die gefahrenen Kilometer müssen sie sich allerdings anrechnen lassen. So hätte Otto seinen Passat jahrelang nutzen können.

Europäischer Fall

„Der Dieselskandal ist inzwischen ein europäischer Fall“, setzt Otto auf die europäische Rechtssprechung. „Wir wollen mit der Verfassungsbeschwerde erreichen, dass der Bundesgerichtshof eine Rückmeldung beim Europäischen Gerichtshof einholt“, führte RA Schutte aus. Der Anwalt und sein Mandant schließen nicht aus, dass auf europäischer Ebene anders entschieden wird.

Gebraucht erworben

Andreas Otto hatte den Passat- Kombi gebraucht erworben und 2016 gegen VW geklagt, nachdem über die Diesel-Manipulationen berichtet worden war. Bereits 2017 und 2019 war Otto mit zwei Klagen gegen den VW-Konzern vor dem Land- und dem Oberlandesgericht Braunschweig gescheitert.

Betrügerische Komponente

„Mein Mandant hat einen Pkw gekauft, der von vornherein nicht zulassungsfähig war und eine betrügerische Komponente enthielt“, führt Anwalt Torsten Schutte aus. Nach der Niederlage vor dem Bundesgerichtshof geht es nun weiter. Andreas Otto: „Wir setzen darauf, dass im VW-Skandal auf europäischer Ebene anders entschieden wird.“

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