Corona-Bilanz: zehn Prozent Umsatzeinbruch bei Optibelt in Höxter – Kurzarbeit – Lage wird aber besser
„Wir kommen gut durch die Krise“

Höxter (WB). Höxters großer Antriebsriemenhersteller Arntz Optibelt (2100 Mitarbeiter weltweit) ist bisher ohne existenzgefährdende Blessuren durch die Corona-Krise gekommen. Beim Jahresgespräch hat die Geschäftsleitung starke Einbußen im Asien- und Europageschäft im Frühjahr verbuchen müssen, jedoch geht es zurzeit wieder aufwärts.

Mittwoch, 09.09.2020, 20:30 Uhr
Das Arntz Optibelt Werksgelände in Höxter aus der Drohenperspektive: Die Unternehmensgruppe beschäftigt allein in Höxter 800 Mitarbeiter, weltweit sind es 2100. Der Keilriemenhersteller feiert 2022 sein 150-jähriges Bestehen an diesem Standort. Foto: Optibelt

Optibelt: Höxters größter Industriebetrieb

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Foto: Michael Robrecht, Arntz Optibelt
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  • Foto: Michael Robrecht, Arntz Optibelt
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Mit 276 Millionen Euro lag der Umsatz der Arntz Optibelt Gruppe 2019 leicht unter den Erlösen des Jahres 2018. „Das laufende Jahr 2020 ist stark durch die Pandemie beeinflusst und hat auch bei uns seine Spuren hinterlassen. Der Umsatz liegt bis Ende August 2020 knapp zehn Prozent unter dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Für das gesamte Jahr rechnen wir mit einer ähnlichen Größenordnung, falls es nicht zu einer zweiten Welle mit umfangreichem Lockdown kommt“, kommentiert Reinhold Mühlbeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Lage. „Wir haben frühzeitig und schnell auf die sich eintrübende Entwicklung reagiert und konnten damit einen Teil des Umsatz- und Ergebnisrückgangs durch Kosteneinsparungen ausgleichen. Zugleich halten wir an strategischen Investitionsprojekten fest und treiben sie voran“, so Reinhold Mühlbeyer.

 

Sparpaket

Es gab ein ganzes Paket von Sparmaßnahmen bei Optibelt: Kurzarbeit bei 40 Prozent der Belegschaft, keine befristeten Jobs mehr, Drosselung der Investitionen, eine Personalreduzierung um 11,5 Prozent seit 2018 schon und Einsparungen durch Verzicht auf Dienstreisen weltweit, Reduzierungen bei Werbung, Bürokosten und Reparaturen. Konrad Ummen, zweiter Geschäftsführer, ergänzt: „Neben Kapazitätsanpassungen haben wir Maßnahmen getroffen, um unsere Liquidität deutlich zu verbessern und sind für schwierige Zeiten gut gerüstet.“ Man könne bankenunabhängig agieren.

Zu Beginn des Jahres ist am Standort Höxter der neu geschaffene Mischraum für Gummimischungen erfolgreich in die Serienproduktion übernommen worden. Ummen: „Diese Investition im Millionenbereich wurde umgesetzt und bestätigt das Bekenntnis zum Standort Höxter.“

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Umstände und der damit verbundenen eher trüben Perspektive aufgrund von Corona, hält die Arntz-Optibelt-Gruppe an ihrem Ausbildungsprogramm fest. Anfang August 2020 begannen 18 Auszubildende ihren Einstieg in das Berufsleben bei Optibelt in Höxter. 60 Azubis gibt es insgesamt. Die Geschäftsleitung möchte besonders Menschen aus der Region einstellen. An den Standorten Höxter, Rinteln und in Bad Blankenburg werden neben Industriekaufleuten, Technischen Produktdesignern, Verfahrens- und Industriemechanikern und Fachlageristen auch Dual-Studierende in den Studiengängen Wirtschaftsinformatik, Digitale Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnik und Maschinenbau ausgebildet. Neben den klassischen Ausbildungsberufen findet damit auch die Ausrichtung auf die Digitalisierung verstärkt Einzug in das Ausbildungsprogramm beim Keilriemenhersteller, der 2022 sein 150-jähriges Bestehen feiert. Das Unternehmen sieht sich zukünftig so aufgestellt: Anbieter von technisch anspruchsvollen Lösungen im Antriebsbereich, Ausbau der technischen Kompetenz weltweit, stärkere Fokussierung auf Segmente, allgemeiner Maschinenbau, Landtechnik, Lawn & Garden, Weiße Industrie (Gesundheitsbranche), Logistik und Automotive (Verbindungstechnik).

Mobiles Arbeiten

Was hat sich in Zeiten von Corona bewährt? Die Geschäftsleitung will die Arbeitsorganisation mit mehr mobilem Arbeiten in abgespeckter Form fortsetzen. Die Art und Weise der Vertriebsarbeit wird zukünftig erweitert: stärkere Online-Kundenbetreuung, intensiver Einsatz von Webinaren für Kunden-/Mitarbeiterschulung und Produktneueinführungen.

In den Corona-Monaten hat sich die Einführung des „Morning Briefings“, die Schulung der Führungskräfte im Umgang mit dem Virus und die regelmäßige Information der Mitarbeiter über Aktivitäten und Risiken in Zusammenhang mit Covid-19 bewährt.

Digitale Behörden

Optibelt geht davon aus, selbst gut durch die Pandemie zu kommen, die deutsche Wirtschaft bekomme aber noch Probleme, so Reinhold Mühlbeyer. Die Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis Höxter wird als gut bewertet. Wünschenswert sei eine weitere Digitalisierung der Behörden, ein besserer ÖPNV („die Mitarbeiter sind alle auf Autos angewiesen“) und eine intensivere Zusammenarbeit von Optibelt mit der Hochschule in Höxter. Da sei noch Luft nach oben, sagte Konrad Ummen. Junge Fachleute müssten in der Region gehalten werden.

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