Altpapier ist nichts mehr wert: Kreis Höxter verliert 600.000 Euro an Einnahmen
Papierpreise lassen Müllgebühren steigen

Kreis Höxter (WB). Von 92,40 um 3,60 Euro auf 96 Euro für den 60-Liter-Behälter und ebenfalls um 3,60 Euro von 99,60 auf 103,20 Euro für die 80-Liter-Tonne: Die Gebühren für Restabfälle im Kreis Höxter werden 2021 für alle Bürger steigen. Nicht betroffen sind der Bioabfall, der Papierbehälter und die Wertstofftonne.

Mittwoch, 09.09.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:52 Uhr
Altpapier war einmal ein wertvoller Rohstoff. Die Preise sind aber zur Zeit ins Bodenlose gefallen. Foto: Ralf Brakemeier

Hauptgrund für die Steigerung im kommenden Jahr sind aber nicht höhere Kosten bei der Abfallentsorgung, sondern vornehmlich wegfallende Einnahmen im Bereich der Papiervermarktung. Papier war bis vor einigen Monaten ein echter Wertstoff. So erlöste der Kreis Höxter aus der Vermarktung des Altpapiers vor Jahresfrist noch gut 800.000 Euro. In diesem Jahr wird mit Einnahmen von nur noch 210.000 Euro gerechnet. Ein weiterer „Preistreiber“ sind die kalkulatorischen Kosten für Investitionen in die Abfallentsorgungsanlage in Wehrden, die 2021 um 310.000 Euro ansteigen werden. So fehlen der Abfallentsorgung im kommenden Jahr allein 900.000 Euro. Hinzu kommt, dass die Sonderrücklagen, die der Kreis Höxter gebildet hatte, durch die höheren Kosten so gut wie aufgebraucht seien.

Papier-Exporte

Die Hauptgründe für den Preisverfall beim Wertstoff Papier liegen aber weit außerhalb des Kreises Höxter. Große Mengen des europäischen Altpapiers wurden in der Vergangenheit vor allem auf den asiatischen Markt exportiert. Der nimmt aber Altpapier zum Beispiel aus Deutschland kaum noch an. In vielen Kommunen deckten die Erlöse kaum noch die Kosten, heißt es von Entsorgungsfachbetrieben – eine Gebührenerhöhung sei damit unausweichlich. Hinzu kommt nun die Entwicklung wegen des Coronavirus’. Allein in diesem Jahr sei der Ausfuhrwert der Gesamtmenge an Papiermüll in Deutschland um 43 Prozent gesunken, rechnet der Europäische Wirtschaftsdienst (Euwid) vor. Am stärksten fielen die Papier-Exporte nach Thailand (-41 Prozent), Italien (-38) und den Niederlanden (-26). Mehr Papier, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau, geht zur Zeit nach Großbritannien („vervielfacht“) und Polen (+44 Prozent).

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