Manuela Bömelburg macht Ausgedientes wieder brauchbar
Katzen spielen mit alten Jeans

Höxter-Bosseborn (WB). Eigentlich hat Manuela Bömelburg als Coach gearbeitet und Menschen durch schwierige Lebensphasen begleitet. Wegen der Corona-Krise ist ihr Geschäft komplett eingebrochen. Mittlerweile findet das die 40-Jährige gar nicht mehr schlimm. Sie hat ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt: Sie macht aus Stoffresten Tierspielzeug, Deko und andere nützliche Sachen wie Handyhalterungen. Seit Mitte Mai sind ihre Online-Shops am Netz. Um weiter zu expandieren, hat die 40-Jährige ein Crowdfunding-Projekt gestartet. 6000 Euro braucht sie, um Lagerräume in Ottbergen anzumieten. 415 Euro sind auf der Plattform „Start Next“ bereits zusammengekommen.

Mittwoch, 09.09.2020, 06:31 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:26 Uhr
In Plastikdosen bewahrt Manuela Bömelburg Kräutermischungen auf, die sie in ihr Tierspielzeug einnäht. Die Nähmaschine ist ein Profi-Gerät, das sie kürzlich angeschafft hat. Jetzt hofft sie auf Geldgeber für einen Lagerraum. Foto: Marius Thöne

Gegen den Müllwahnsinn

„Die Menge an Kleidung, die jedes Jahr weggeworfen wird, stellt ein großes Problem dar“, sagt Manuela Bömelburg. Durch die so genannte Wegwerfmode habe sich die Lage noch weiter verschlimmert. Deutschland produziere jährlich mehr als 390.000 Tonnen Textilabfall. „Diesem Müllwahnsinn muss einfach entgegengewirkt werden, um die Zukunft nachkommender Generationen zu sichern“, sagt die Bossebornerin.

Ihr Nähzimmer hat sie sich in ihrem Elternhaus in Wehrden eingerichtet. Dort lagern in einem großen Kleiderschrank die Stoffreste. „Hier komme ich langsam an Grenzen“, sagt sie. Säckeweise hat sie in den vergangenen Wochen Altkleider vom Höxter Tisch bekommen. Das Leder, das sie verarbeitet, stammt aus einer Lederei aus Bodenwerder. „Alles, was beim Stanzen nicht benötigt wird, ist sozusagen Abfall“, sagt Bömelburg, die mit Ehemann und zwei Katzen in Bosseborn lebt.

Spielzeug für Katzen

Die Tiere waren auch die ersten, für die sie eigenes Spielzeug hergestellt hat. „Handelsübliches hatten sie in null Komma nichts kaputt“, erzählt sie. Da musste was Widerstandsfähigeres her. Sie näht jetzt Baldrian-, Schmuse und Knisterkissen für die Vierbeiner. Gefragt sind darüber hinaus Taschen aus alten Jeans oder Leder sowie Kleider und Röcke für Frauen. „Das Geschäft ist gut angelaufen“, sagt die Bossebornerin. Sie möchte expandieren und sucht als „Upcycling Fairy“ (in etwa Wiederverwertungs-Fee) Geldgeber, die sie dabei unterstützen. Jeder, der möchte, gibt dem Start-Up einen mehr oder weniger kleinen Betrag. Dafür bekommen sie von der Upcycling Fairy ein kleines Präsent. Spenden sei aber auch erlaubt, sagt Bömelburg. Für sie ist wichtig, dass sie auch größere Stückzahlen nähen und einlagern kann. Bislang näht sie mehr oder weniger direkt auf Bestellung oder nur in kleinen Stückzahlen. „Wenn ich eine größere Serie einlagern könnte, könnte ich auch schneller liefern“, macht sie deutlich. Es gebe auch schon mehrere Geschäfte, die an einer Zusammenarbeit im regionalen Markt Interesse hätten. Darunter die Raiffeisengenossenschaft in Brakel und die Rewe-Gruppe.

Einen Kredit möchte sie nicht aufnehmen. Der Bossebornerin geht es auch darum, dass sich die Menschen mit dem Thema Upcycling, also aus Alt mach Neu, auseinandersetzen. Darum habe ihr eine Freundin, die einen Unverpacktladen gründen möchte, geraten, beim Crowdfunding mitzumachen.

Wer mehr über das Projekt wissen möchte, klickt hier.

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