Höxteraner CDU gibt eine Pressemitteilung heraus, die CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Goeken relativiert
Vorkaufsrecht für das Horrorhaus?

Höxter-Bosseborn  (WB). Eine Pressemitteilung der CDU Höxter sorgt bei der Stadtverwaltung und Bürgermeister Alexander Fischer für Irritationen. Darin heißt es, dass der Stadt Höxter von Seiten der Behörden das Vorkaufsrecht für das Haus Saatweg 6 in Bosseborn eingeräumt worden sei. Dabei handelt es sich um das so genannte Horrorhaus .

Freitag, 04.09.2020, 06:10 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 13:52 Uhr
Das Horrorhaus im Saatweg sechs in Bosseborn ist von der CDU zum Wahlkampf-Thema gemacht worden. Foto: Jürgen Drüke

„Wir kämpfen darum, dass die Stadt das Vorkaufsrecht für das Objekt erhält und wir es dann abreißen können. Das haben wir von Seiten der Verwaltung in einer Stellungnahme in der Ortsausschusssitzung am Dienstagabend mitgeteilt“, sagt Fischer. Nähere Informationen zum Stand des Verfahrens werde die Stadt im nächsten Quartal machen. „Mir ist allerdings nichts von einem Vorkaufsrecht bekannt. So sehr ich mich darüber freuen und das begrüßen würde.“ Das Land Nordrhein-Westfalen sei der Besitzer und müsse grünes Licht für das Vorkaufsrecht geben. Im Anschluss sei der Rat am Zug.

Nicht auf freiem Markt

In einer Pressemitteilung von CDU-Ratsherr Günther Ludwig hieß es am Montag unter anderem: „Matthias Goeken hat eine weitere gute Nachricht. Das Haus Saatweg 6 wird nicht auf dem freien Markt angeboten. Der Stadt Höxter sei von Seiten der zuständigen Behörden ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden. Nun liege ­alles in den Händen der Stadt.“

Goekens Anstrengungen

Der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken betonte dazu auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTS: „Meine Anstrengungen in Sachen Horrorhaus liegen fast schon außerhalb des Normalen. Seit dem vergangenen Jahr bemühe ich mich als Landtagsabgeordneter darum, dass das leidige Thema endlich der Vergangenheit angehört und der Abriss erfolgt.“ Die Gespräche mit dem Finanz- und Justizministerium des Landes NRW sowie der Oberstaatsanwaltschaft würden in der Tat signalisieren, dass man kurz vor dem Ziel stehe. „Der Abriss des Horrorhauses ist nicht nur ein Anliegen der Bosseborner. Sie benötigen jegliche Unterstützung. Der Bürgermeister hat bisher nichts unternommen.“ Es gelte, die Zwangsversteigerung zu vermeiden und das Haus abzureißen. „Mit dem Begriff Vorkaufsrecht sollten wir allerdings vorsichtig umgehen.“ Baudezernentin Claudia Koch von der Stadt Höxter würde er regelmäßig über den Sachstand informieren.

Halbherzig

Das Horrorhaus Bosseborn ist Anfang August von der CDU zum Wahlkampfthema gemacht worden. CDU-Ratsherr Günther Ludwig hatte Bürgermeister Alexander Fischer vorgeworfen, halbherzig an Ankauf und Abriss der Hofstelle am Saatweg zu arbeiten. Die CDU-Mitglieder im Ortsausschuss Bosseborn forderten den Kauf und Abriss des Horrorhauses durch die Stadt. „Bereits im Juni vergangenen Jahres hatten wir den Beschluss gefasst, dass die Stadt das Gebäude kaufen und im Anschluss abreißen lassen soll“, sagt Ortsausschuss-Vorsitzender Bruno Kieneke.

Das Thema solle nun allerdings nicht wieder hochgefahren werden. „Wir setzen darauf, dass sich die positiven Nachrichten von Matthias Goeken bestätigen.“

Ein Kommentar dazu von Jürgen Drüke:

Und die Geister, die ich rief... Die CDU hat das Horrorhaus Anfang August zum Wahlkampfthema gemacht. Inzwischen würden die Christdemokraten nicht nur das Objekt im Saatweg sechs, sondern wohl auch ihren strategischen Fehler am liebsten ganz schnell in der Versenkung verschwinden lassen. Bürgermeister Alexander Fischer eignet sich bei diesem Thema nicht als der Sündenbock, denn auch er will das Vorkaufsrecht und den Abriss. Gut, dass Landtagsabgeordneter Matthias Goeken so vehement kämpft. Der Schulterschluss mit Fischer wäre noch besser und ein Signal. Gemeinsam könnten sie ein trauriges Kapitel beenden. Das würde im heißen Wahlkampf allen helfen.

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