Weltenbummler (84) genießt heimische Region – Pläne für Reise in Süden
„Deutz-Willi“ wieder auf Tour

Kreis Höxter (WB). Holzfällerhemd, Blaumann mit weißem Namenszug, gelbe Warnweste und ein jungenhaftes Grinsen, das jeden mitreißt – der 84-jährige Abenteurer Winfried Langner aus Lauenförde entdeckt in diesem Frühherbst seine Heimat, das ­Weserbergland, ganz neu. Er ist per Elektromobil (in grüner Treckerfarbe) unterwegs, das ihm einen Aktionsradius von rund 60 Kilometern bietet. Das WESTFALEN-BLATT hat ihn bei seinem jüngsten Ausflug in Höxters Innenstadt angetroffen. Den Senior kennen viele Menschen – natürlich aus der Zeitung vor Ort und den vielen TV-Beiträgen, die über ihn schon gedreht worden sind.

Freitag, 04.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 10:54 Uhr
Sein Elektromobil hat die grüne „Signalfarbe“ wie sein fast 60 Jahre alter Deutz-Traktor „Robert“. Der 84-jährige Winfried Langner aus Lauenförde unternimmt in diesen Tagen viele kleine Touren, wie hier in Höxter: „Unsere Region bietet sich dafür ideal an!“ Foto: Iding

Bodenständiger Typ

Der abenteuerlustige „Deutz-Willi“ ist trotz seines Bekanntheitsgrades bodenständig geblieben und als Weltenbummler, den bereits Fernsehteams in Großbritannien, Russland, Spanien und am Nordkap in den Fokus genommen haben, alles andere als „abgehoben“. Auf dem Marktplatz sitzt er mit einem Kumpel zusammen, als ihn eine Dame mittleren Alters anspricht. „Kann ich wohl ein Handyfoto von Ihnen machen? Sie sind doch der Deutz-Willi? Mein Mann, der ein Treckerfan ist, freut sich bestimmt darüber!“

Natürlich geht „Willi“ auf die nette Bitte ein und setzt sich dann wieder zu seinem Freund an den Tisch am Marktplatz, um sich bei einer Tasse Kaffee über die verrückten Fahrten, die Langner schon erlebt hat, auszutauschen.

Was ist eigentlich in den vergangenen Jahren die schönste oder aufregendste Reise für Winfried Langner gewesen? Die Antwort fällt ihm nicht schwer: „ Das war für mich ganz klar die Russland-Tour in 2017 . Die Menschen dort auf den einsamen Dörfern sind meist bettelarm – aber unheimlich gastfreundlich und hilfsbereit. Ich konnte zu jeder Zeit auf sie zählen. Dahin würde ich sofort wieder einmal fahren.“

Auslandstour nicht ungefährlich

Eine Tour ins Ausland birgt auch viele Gefahren, verrät Langner dem WESTFALEN-BLATT. Da war zum Beispiel die heikle Situation, als er mit seinem Traktor „Robert“ (Bj. 1961, 15 PS) und ­der „Schnecke“ (so nennt er liebevoll seinen urigen Wohnwagen) in der Dunkelheit einen Parklatz ansteuerte, um die Nacht dort zu verbringen. „Als ich so in meinem Bett lag, hörte ich ein Auto näherkommen – und sah durch das Fenster, dass gleich mehrere Männer ausstiegen und sich in meine Richtung bewegten.“ Dann sei aber glücklicherweise ein Lkw gekommen, der die ganze Szene wohl erkannte und mit seinen Scheinwerfern ausleuchtete.

„Das war meine Rettung. Ich habe mich noch im Schlafanzug ans Steuer gesetzt und bin sofort 15 Kilometer weiter weg gefahren.“

Sein Herzenswunsch bleibe es, noch eine Reise in die Südtiroler Alpen („Meran ist das Ziel.“) zu unternehmen. Aber aus Sorge vor Corona gibt es derzeit keinen konkreten Termin. „Vielleicht klappt es ja noch, wo ich doch in diesem Jahr 85 Jahre alt werde.“ Der letzte TÜV-Termin für „Robert“ lief übrigens wie erwartet ab: „Es gab keine Mängel!“ Der Italien-Tour stehe technisch nichts im Wege.

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