Grüne protestieren mit Kunst-Aktion gegen weitere Versalzung
Sorgsamer mit Weser umgehen

Höxter/Holzminden (WB). Am Weserufer in Boffzen ist eine Messstelle zur Gewässergüte. Hier soll ab 2021 der Salzgehalt des Flusses den Wert von 395 Milligramm pro Liter nicht mehr übersteigen. Darauf hatten sich vor fünf Jahren die Umweltminister der Bundesländer an Werra und Weser in ihrem Bewirtschaftungsplan für das Flusssystem geeinigt.

Mittwoch, 02.09.2020, 04:53 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 05:01 Uhr
Zahlreiche Grüne und Besucher aus den Kreisen Höxter und Holzminden hatten sich zur Kunstinstallation am Weserufer in Boffzen mit dem Bad Karlshafener Künstler Ingolf Sachse (vorne Zweiter von rechts) eingefunden. Foto: Privat

Doch nun sei diese Zielvorgabe wieder in Gefahr, befürchten die Grünen in Höxter und Holzminden. Der Düngemittelhersteller K+S beantragte beim Regierungspräsidium Kassel, die weitere Absenkung des Wesersalzes auszusetzen. Der Holzmindener Kreistag hat in einer einstimmigen Resolution gefordert, den Antrag von K+S abzulehnen. Dieser Position haben jetzt die Grünen der Kreisverbände Holzminden und Höxter mit einer Aktion am Weserufer in Boffzen Nachdruck verliehen.

Rostige Fischskelette

Dazu hatte Gerd Henke (Kreisvorsitzender Holzminden), den Bad Karlshafener Künstler Ingolf Sachse eingeladen, seine Installationen direkt am Weserufer zu präsentieren. Sachse hat aus alten Kreuzhacken, Spaten, Schaufeln, Brechstangen und Radreifen ein gutes Dutzend Fischskelette zusammengeschweißt. Für ihn ist es der Versuch, mit bildhauerischen Mitteln zu zeigen, was der Mensch und ein Wirtschaftsunternehmen an einem Ökosystem anrichten können. Die rostigen Fischskulpturen versteht Sachse als Mahnung, „viel sorgsamer als bislang mit unserem wichtigsten Lebensmittel, dem Wasser, umzugehen“.

„6,5 Millionen Tonnen sind zu viel“

„6,5 Millionen Tonnen, die K+S auch heute und in den nächsten Jahren noch einleiten will, sind bei Weitem zuviel. Das muss endlich ein Ende haben“, sagt der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Meyer. Damit Werra und Weser bis 2027 wieder in einen „guten ökologischen Zustand“ gelangen, wie es die Wasserrahmenrichtlinie der EU verlangt, müsse K+S in eine nachhaltige Technik zur Beseitigung der Kalilauge investieren. „Die Weser muss von einem der salzhaltigsten Flüsse Europas wieder zu einem Süßwasser-Fluss werden“, sind sich die Grünen rechts und links der Weser einig.

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