Archäologiepark, Wall, Promenade, Floßplatz: Bauleitplanung für LGS 2023 liegt vor
Höxter braucht viele neue Parkplätze

Höxter (WB). Jetzt werden die Landesgartenschaupläne konkret. In der gemeinsamen Sitzung des Planungsausschusses und des Ortsausschusses am Mittwoch, 9. September, um 18 Uhr in der Aula des KWG wird berichtet, wie in Corvey ein neuer Großparkplatz an der K45 eingerichtet wird, wie der Festplatz am Floßplatz für Autos erweitert werden kann und wie das Gelände für den Archäologiepark in Corvey nach dem Abriss der maroden Gebäude des Sägewerkes gestaltet wird. Viele Bürger wird auch die Wall-Planung interessieren, weil es hier – wie an der Promenade – um Absperrungen der Anlagen geht.

Dienstag, 01.09.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 16:08 Uhr
Flanieren, verweilen, Wasser genießen. Die Stadt rückt an die Weser heran: Sitzstufen führen ins Wasser, Kanuanleger in die Stadt. Eine 70 Meter lange Bank bietet Platz für alle und beste Blicke auf das Geschehen am Fluss. Grün und Kunst holen die Gartenschau ans Wasser. Planungsentwurf: Fachbüro

Große LGS-Flächen

Das Gelände der Landesgartenschau 2023 erstreckt sich von der Einmündung der Grube in die Weser entlang des Flusses bis zum Welterbe Civitas Corvey und umfasst auch Teile der historischen Wallanlage von Höxter. In die Gesamtkonzeption einbezogen ist das Weserufer zwischen den Einmündungen des Bollerbachs und der Grube. Am 28. Februar ist der LGS-Realisierungswettbewerb abgeschlossen worden. Wettbewerbssieger wurde das Büro Franz Reschke Landschaftsarchitektur Berlin. „Um die Inhalte des Siegerentwurfes umzusetzen, ist teilweise die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung von Bebauungsplänen in Höxter und Corvey erforderlich“, schreibt Baudezernentin Claudia Koch in ihrer Sitzungsvorlage.

Um die entsprechenden Bauleitplanverfahren möglichst effizient und in einem überschaubaren Zeitrahmen durchführen zu können, wird das Gartenschaugelände für die Bauleitplanung in Teilbereiche gegliedert. So soll entlang der Weser zwischen Bollerbach-Mündung und Corveyer Hafen die Promenade im Zuge der LGS gut sichtbar aufgewertet werden. Mit der Ausführung von Landschafts- und Ufertreppen, Spielbereichen und Wiesenflächen zum Aufenthalt sowie kleinerer gastronomischer und sanitärer Anlagen sind parkähnliche Strukturen geplant. „Auch soll es im östlichen Bereich Ausstellungsflächen im Rahmen der Landesgartenschau geben“, erläutert Baudezernentin Koch.

Ziel der jetzt vorliegenden Bauleitplanung ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses zur Landesgartenschau an der Weserpromenade zu schaffen, indem eine öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Parkanlage“ im Flächennutzungsplan ganzheitlich für das Weserufer dargestellt und im Bebauungsplan festgesetzt wird. Im weiteren Verfahren soll die Zulässigkeit der für die Landesgartenschau notwendigen baulichen und sonstigen Anlagen im Bebauungsplan genau geregelt werden. Da sich die vorliegende Planung im Uferbereich der Weser befindet, liegt der Geltungsbereich im Überschwemmungsgebiet des Flusses. Es wurden im Gartenschaugebiet Flächen ausfindig gemacht, die Nutzung und Bebauung zulassen und welche, die das nicht tun. Im Rahmen der LGS 2023 soll innerhalb des westlichen Teils des Weserbogens die 1265 untergegangene Stadt Corvey erlebbar gemacht und ein Archäologiepark eingerichtet werden. Dazu werden Relikte des Hellwegs präsentiert und eine Freiluftausstellung zum Thema Archäologie und Stadtwüstung aufgebaut. Geplant ist auch die Errichtung eines Anlaufpunktes für die Besucher des Archäologieparks. Der Park wird nach Abschluss der Gartenschau ab 2024 als dauerhafte Einrichtung erhalten bleiben. Der östliche Teil soll als „grüner“ Geschichtspark hergerichtet werden. Ergänzt wird dieser durch Flächen für Pflanzenbau und Beweidung sowie durch gärtnerische Flächen. Die Nutzung für den östlichen Bereich ist zeitlich begrenzt auf die Dauer der Gartenschau 2023.

Eine erfolgreiche Landesgartenschau setzt eine ausreichende Anzahl an fußläufig angebundenen Parkmöglichkeiten voraus. Um diese verträglich für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung umsetzen zu können, muss die Stadt Höxter bauleitplanerisch auch hier tätig werden. Für zwei Standorte wird bereits jetzt die jeweils notwendige Bauleitplanung eingeleitet. Ein zeitlich begrenzter Parkplatz entsteht an der Corveyer Allee/Kreisstraße 45 (nordwestlich des Schlosses Corvey gegenüber des bestehenden Parkplatzes und der jetzigen Ausfahrt). Einer der Haupteingänge der Gartenschau wird sich im Schlossgarten befinden. Daher sollen auf einer zurzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche etwa 650 PKW-Parkplätze entstehen. Nach Abschluss der Landesgartenschau wird das Feld wieder der Corveyer Landwirtschaft zufallen.

Parkplatz Wohnmobilhafen

Auf der Fläche des Festplatzes am Floßplatz Höxter soll angrenzend an den Wohnmobilstellplatz während der Landesgartenschau ein PKW-Parkplatz eingerichtet werden. Dieser wird eine Erweiterung des vorhandenen Wohnmobilplatzes sein. Die Fläche soll nach Abschluss der Landesgartenschau als Ergänzung des beliebten Wohnmobilhafens und als Höxters Festplatz genutzt werden.

Mit Vorlage der Bauleitpläne in der Sitzung am 9. September ist die Vorplanungsphase nun beendet, jetzt wird in die konkrete Entwurfsplanung eingestiegen. Bis zum Ende dieses Jahres soll die abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden dann den Bürgern in Höxter öffentlich präsentiert.

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