Weserschwimmen in Lüchtringen mit Bier und Bratwurst
Damit der Ort nicht baden geht

Lüchtringen(WB). Seit fast 20 Jahren lädt der Fischereiverein Lüchtringen pünktlich Ende August zum Weserschwimmen ein. Ein paar Dutzend Lüchtringer und Gäste aus den umliegenden Ortschaften werfen sich mutig in die Fluten, durchqueren – wegen der Strömung etwas schräg – die Weser, laufen am gegenüberliegenden Ufer einige Hundert Meter flussaufwärts und schwimmen zurück zum Ausgangspunkt, dem Lüchtringer „Hafen“. Hier gibt es dann Bier vom Fass und Würstchen vom Grill, und die Dorfgemeinschaft feiert ein Stück Gemeinschaft, Identität und Erinnerung an eine verblassende Vergangenheit.

Mittwoch, 12.08.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:01 Uhr
Friedel Höke (rechts, Vorsitzender des Fischereivereins) und Burkhard Schwiete (Stellvertreter) laden zum 20. Mal zum Weserschwimmen in Lüchtringen ein. Das geplante Hafenfest muss allerdings Corona-bedingt ausfallen. Foto: Ralf Brakemeier

Hafenfest fällt aus

In diesem Jahr hatten sich Friedel Höke, Vorsitzender des Fischereivereins, und sein Stellvertreter Burkhard Schwiete besonders auf die Veranstaltung gefreut. „Zum 20. Mal richten wir das Weserschwimmen aus, außerdem feiert der Fischereiverein in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag“, berichtet Friedel Höke. Schon fünfmal wurde an gleicher Stelle das Hafenfest gefeiert, auch wenn der Lüchtringer „Hafen“ verglichen mit Hamburg und Rotterdam doch deutlich bescheidener ausfällt. Corona-bedingt muss das Fest rund um den „Heimathafen“ Fischerei-Heim nun aber ausfallen und soll dann eben im kommenden Jahr gefeiert werden. „Wir wollen das Beste daraus machen“, so Höke, „jetzt gibt es am Samstag, 5. September, ab 17 Uhr halt Bratwürstchen und Flaschenbier – das ist auch nicht schlecht.“ Eine Woche vor der Kommunalwahl bittet Höke die Bürgermeisterkandidaten, von einem Besuch abzusehen. „Wir möchten gerne unpolitisch bleiben“, sagt Friedel Höke.

2001 hatten sich bei der Premiere des Weserschwimmens gerade einmal vier Schwimmer in den Fluss gewagt. „Vor zwei Jahren waren es dann mehr als 60“, erinnert sich Burkhard Schwiete. Er hat auch beobachtet, dass fast 20 Jahre Weserschwimmen etwas bewirkt haben. „Wir sind als Kinder früher immer im Sommer in der Weser schwimmen gegangen. Zwischenzeitlich hat das keiner mehr gemacht. Seit wir das Weserschwimmen veranstalten, steigt die Zahl der Badenden in der Weser wieder an.“ Über die Wasserqualität müsse man sich keine Gedanken machen. Friedel Höke: „Klar, einmal im Jahr blüht die Weser, aber sonst ist das Wasser hier weniger belastet als in Nord- und Ostsee.“ Das Schwimmen sei überall erlaubt und immer mehr, vor allem auch junge Lüchtringer, nutzen das. Nur eine Sorge treibt den Vorstand des Fischereivereins um: „Hoffentlich wird es auch wirklich ein Weserschwimmen und kein Wesergehen“, befürchtet Burkhard Schwiete angesichts von nur noch 95 Zentimeter Wassertiefe.

22 Grad Wassertemperatur

Angemeldet haben sich bei zu erwartenden 22 Grad Wassertemperatur bereits jetzt zahlreiche Teilnehmer vom zehnjährigen Mädchen bis hin zum 86-jährigen Senior. Aber auch Spontan-Schwimmer sind willkommen. Auf dem Wasser überwachen Feuerwehr und DLRG, ob alle Teilnehmer den „ersten Haken“ auf Höxteraner Weserseite erreichen und anschließend auch unbeschadet in Lüchtringen ihre Bratwurst genießen können. Das Weserschwimmen sei, wie viele andere Veranstaltungen, ein Beitrag des Fischereivereins zur Heimatpflege. „Wir können zusammen schwimmen oder baden gehen“, meint Höke doppeldeutig. Das Konzept geht auf: Nachdem der Verein vor Jahren weniger als 200 Mitglieder hatte, sind es heute wieder 224, darunter auch viele junge Leute.

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