Nur zwei Bürgermeisterkandidaten wollen zur Podiumsdiskussion von „Die Partei“
Wirbel um einen nie verschickten Brief

Höxter (thö). „Die Partei“ hat für Mittwoch, 26. August, die sechs Bürgermeisterkandidaten zu einer Podiumsdiskussion in die Höxteraner Stadthalle eingeladen. Das Problem: Nur zwei Kandidaten möchten daran teilnehmen.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:20 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:02 Uhr
Auch vor der Stadthalle, wo die Diskussion stattfinden soll, hängt Wahlwerbung. Foto: Marius Thöne

Alle anderen haben gestern im Gespräch mit dieser Zeitung ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht.

Für Wirbel sorgte in diesem Zusammenhang der Entwurf eines Absage-Schreibens, das der amtierende Bürgermeister Alexander Fischer in seinem und im Namen der Kandidaten Daniel Razat, Ralf Dohmann, Daniel Hartmann und Falk Wennemann an „Die Partei“ schicken wollte. Nach Fischers Angaben habe es am Samstag eine Absprache zwischen den fünf Kandidaten gegeben, dass er einen Entwurf des Absageschreibens vorbereitet. Tatsächlich versendet wurde es allerdings nie.

Reine „Spaßpartei“

In dem Brief erinnert Fischer an die Corona-Schutzmaßnahmen und daran, dass der persönliche Kontakt mit Bürgern nur eingeschränkt möglich sei. Zudem unterstellt er der „Partei“, die sich selbst als Satirepartei versteht, eine reine „Spaßpartei“ zu sein, die kommunalpolitische Seriosität und Ernsthaftigkeit vermissen lasse. Darüber hinaus lehnt es Fischer ab, mit dem Bürgermeisterkandidaten der AfD, Klaus Meyer, eine politische Diskussion zu führen. „Dies erfährt besondere Bedeutung vor dem Hintergrund, dass Herr Meyer im März dieses Jahres seinen Wahlkampf mit Björn Höcke in unserer Stadthalle starten wollte“, heißt es in dem Entwurf, der im Laufe des Wochenendes den Veranstaltern von „Die Partei“ zugespielt wurde.

Vize-Kreisvorsitzender Daniel Wildhirt nutzt einen Offene-Antwort-Brief an Fischer geradezu zu einer Generalabrechnung. „Wenn ich im Rat sitze, werde ich Sie bzw. Ihren Nachfolger vor mir hertreiben, als gäbe es kein morgen mehr, wenn er seinen Job nicht vernünftig macht“, heißt es darin.

Kandidat ist sprachlos

Ein Satz, der den parteilosen und von der CDU unterstützten Bürgermeisterkandidaten Daniel Razat sprachlos macht. „Hier ist für mich Schluss“, sagte der Ovenhäuser gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir sollten uns auf Inhalte konzentrieren und nicht auf solche Machenschaften.“ Razat wird an der Podiumsdiskussion nicht teilnehmen. Ebenso Ralf Dohmann, Bürgermeisterkandidat der Wählergemeinschaft Bürger für Höxter (BfH). Er sieht die Einladung der „Partei“ als nicht sachbezogen, sondern als „reine Werbeveranstaltung“. Ähnlich äußerte sich der von der SPD unterstützte Einzelbewerber Daniel Hartmann: „Ich habe bei dieser Veranstaltung große Bauchschmerzen.“

Einzelbewerber Falk Wennemann machte bereits am Montagabend in einer E-Mail an die übrigen Bürgermeisterkandidaten klar, dass die Einladungsmail der „Partei“ auf ihn einen „seriösen Eindruck“ gemacht habe und er nun doch an der Podiumsdiskussion teilnehmen wolle. Er habe am Samstag mit den Initiatoren gesprochen, und „alles in allem klingt die Herangehensweise und die geplante Durchführung sehr neutral durchdacht.“

Die Einladung angenommen hat auch AfD-Bewerber Klaus Meyer. „Ich weiß nicht, wie ernst die ganze Veranstaltung gemeint ist und ich behalte mir vor, notfalls aufzustehen und zu gehen“, sagte Meyer.

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