Löschzug Höxter: Fast täglich helfen Uwe Hütte und seine Kollegen besorgten Bürgern
Feuerwehr rückt zum Wespen-Alarm aus

Höxter(WB). „Mit dem Pflaumenkuchen auf dem Gartentisch kommen auch die Wespen“, sagt Konditor Uwe Hütte und schmunzelt ein wenig. Denn er weiß: Eine große Gefahr geht von diesen „Mitbewohnern“ in der Regel nicht aus: Man darf sie nur nicht reizen oder gar nach ihnen schlagen. Dann schalten sie schnell in den Angriffsmodus um. Auch das „Wegpusten“ sei nicht ratsam. Das Kohlendioxid im Atem empfinden sie nämlich als Gefahr – es macht die Wespen aggressiv.

Samstag, 08.08.2020, 05:59 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 06:01 Uhr
Mit einem Gesichtsschutz (wie bei Imkern), dicken Lederhandschuhen und fester Feuerwehrhose macht sich Unterbrandmeister Uwe Hütte im Ehrenamt regelmäßig auf, um im Höxteraner Stadtgebiet Wespen-Nester zu entfernen. Er zeigt hier ein Nest aus 2003 als Andenken, das auch für Schulungen genutzt wird. Foto: Harald Iding

Der 52-Jährige kennt sich bestens aus und ist gerade in diesen heißen Tagen mit drei weiteren ehrenamtlichen Kollegen (Hans-Jürgen Heidrich, Thomas Kube und Sebastian Sroka) des Höxteraner Löschzuges in besonderer Mission unterwegs. „Fast täglich fahren wir Wespen-Nester an, zu den uns besorgte Bürger, Firmenchefs und auch Schulleiter rufen“, erzählt Unterbrandmeister Hütte. Der Höxteraner ist ein Helfer aus Leidenschaft.

Schwarz-gelbe Insekten

Die schwarz-gelben Insekten bevorzugen für ihre „Wohnstätte“ sehr häufig Rollladenkästen, ­Deckenverkleidungen auf Dachböden oder andere wettergeschützte Orte. 2020 dürfte wieder als ein sehr arbeitsreiches Jahr in der Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Höxter auftauchen. „Wir haben gerade bis zu 15 Einsätze in der Woche. Von Montag bis Sonntag hat immer einer von uns Dienst und kümmert sich um die Anfragen, die zunächst telefonisch bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Brakel eingehen sollen (05272/37270).“ Dort würden die Bürger an einen der Wespen-Experten der Feuerwehr Höxter weitergeleitet. In anderen Kommunen des Kreises könne man sich an das zuständige Ordnungsamt der Stadt wenden. „Wir sind nur im Höxteraner Stadtgebiet unterwegs – und kümmern uns um die Wespenbekämpfung bei Gefahr in Verzug“, sagt Hütte. Rund 40 Prozent der Nester könnten umsetzen. „Wir bringen das Nest an eine ungefährliche Stelle in den Wald.“ Aber oft müssten sie leider zu einem speziellen Wespen-Gift greifen. „Wenn zum Beispiel das Volk in einem verbauten Rollladenkasten ein Nest hat und sie als direkte Gefahr wahrgenommen werden. Wir hatten einen Einsatz am historischen Rathaus von Höxter – da ging es konkret um die Sicherheit von Besuchern und Touristen im Rathaussaal.“

Nützliche Dienste in der Natur

Auch in Altenheimen, Kindergärten und Umkleidekabinen waren sie schon im Einsatz. „Wir gehen bei Terminüberschneidungen nach Prioritäten vor.“ Grundsätzlich möchte Hütte feststellen, dass man nicht dazu da sei, Wespen zu vernichten. „Im Oktober sterben die meisten Völker auf natürliche Weise. Dann löst sich das Problem von selbst“, rät der Fachmann zur Besonnenheit. Denn Insekten wie Wespen verrichten in der Natur nützliche Dienste.

Einsatz an der Westfassade des Historischen Rathauses in Höxter.

Einsatz an der Westfassade des Historischen Rathauses in Höxter. Foto: Harald Iding

Hütte arbeitet immer unter Vollschutz. Ein normaler, einstündiger Einsatz der Wehr würde den Auftraggeber meist weniger als 100 Euro kosten – und später von der Stadt Höxter in Rechnung gestellt. „Wir mussten aber auch schon mit dem Drehleiterfahrzeug ausrücken – dann wird es natürlich teurer“, so Hütte. Die Helfer selbst würden eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten. „Es ist und bleibt ein Ehrenamt. Aber wir sind immer da, um zu helfen – das machen wir gerne!“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7525895?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Hummels genügen zwei Chancen gegen chancenlose Arminen
Mats Hummels (rechts) hebt ab, köpft und trfft zum 2:0 - die Vorentscheidung in der Schüco-Arena. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker