Am 12. August beginnt das neue Schuljahr – Präsenzunterricht mit Auflagen
Mit Maske, aber gemeinsamer Start

Kreis Höxter (WB). „Wir können den Busverkehr nicht verdoppeln und haben somit keine Alternative, als wie gewohnt gemeinsam in den Schultag zu starten“, sagt Bärbel Lüttig, stellvertretende Schulleiterin der Schulen der Brede in Brakel und Leiterin des Gymnasiums.

Donnerstag, 06.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 05:05 Uhr
Nur mit Maske: „Wir freuen uns am KWG darauf, endlich wieder in einen regulären Schulalltag mit Präsenzunterricht, wenn auch unter ganz besonderen Bedingungen, einzusteigen“, sagt Heike Edeler, Direktorin des König Wilhelm-Gymnasiums in Höxter.

Am 12. August beginnt auch für die Schülerinnen und Schüler im Kreis Höxter wieder der so genannte Präsenzunterricht. Auf Deutsch: Es geht wieder in die Schule.

Auf den Bus angewiesen

Ein unterschiedlicher, also entzerrter Schulbeginn, wie ihn das neue Konzept von Landesschulministerin Yvonne Gebauer vorsieht, ist im Kreis Höxter aber wohl kaum machbar. Zu viele Schüler sind im ländlichen Raum auf den Busverkehr angewiesen, und der kann nicht von heute auf morgen stark ausgebaut werden. Ansonsten sei man bei den Schulen der Brede aber froh, dass es nun verbindliche Regeln seitens des Landes NRW gebe, sagt Bärbel Lüttig: „Wir werden uns natürlich streng an alle Vorgaben halten.“

Schüler entlasten

Dazu gehört auch für den Kreis Höxter die Maskenpflicht, die aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen nötig wurde. „Das ist natürlich für die Ganztags-Schüler eine extrem lange Zeit. Wir werden uns deshalb bemühen, den Unterricht zu entzerren, damit vor allem die jüngeren Schüler die Masken zwischendurch mal abnehmen können und entlastet werden“, erzählt die Schulleiterin des Gymnasiums Brede auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. Man werde die Kinder nicht überfordern, Jahrgangsstufen werden in Brakel getrennt, die Laufwege zur Mensa klar festgelegt, damit sich unterschiedliche Schülergruppen nicht mischen. Die Ergänzung des Kollegiums durch befristete Anstellung auch von Nicht-Lehrern ist bei allen angefragten Schulen nicht nötig. Bärbel Lüttig hält sie auch nicht für sinnvoll: „Bei uns können alle Kollegen unterrichten, der Unterricht ist verteilt und besetzt.“

Eine Million Masken

Während in den Grundschulen an den Plätzen der Mund-Nasen-Schutz nicht getragen werden muss, sieht die Regelung für die weiterführenden Schulen bis Ende August die Trage-Pflicht vor. Danach, so Ministerin Gebauer, werde man anhand der dann vorliegenden Fallzahlen neu bewerten und entscheiden. Bis dahin gilt es, eine feste Sitzordnung einzuhalten und zu dokumentieren, sollte es dennoch zu einer Corona-Infektion kommen. Auch regt Yvonne Gebauer an, bereits bestehende Hygiene-Konzepte an den Schulen „so weit wie möglich weiterzuführen“. Das Land stellt den Schulen darüber hinaus ab sofort eine Millionen Masken zur Verfügung.

Sport im Freien

Sport- und Schwimmunterricht soll bis zu den Herbstferien möglichst im Freien stattfinden. Gleiches gilt, mit großzügigem Abstand, auch für das gemeinschaftliche Singen oder das Spielen von Blasinstrumenten im Musikunterricht. Ganztags- und Betreuungsangebote sowie auch Exkursionen und Fahrten sind unter Auflagen wieder möglich. Nach den Herbstferien können auch Klassenfahrten innerhalb Deutschlands durchgeführt werden. Die Abschlussprüfungen 2021 werden zwei Wochen später als üblich durchgeführt. Werden die Hygieneregeln beachtet, sind auch die Einschulungsfeiern wieder erlaubt.

Unterricht ist Pflicht

Wenn Schüler wegen (Vor-)Erkrankungen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können gilt ab sofort aber die Pflicht zum Distanzunterricht. Das heißt, die Schüler sind verpflichtet, im Homeschooling den Unterrichtsstoff im gleichen Umfang wie die Mitschüler in der Schule nachzuholen. Nach spätestens sechs Wochen muss die Schule dafür aber ein ärztliches Attest verlangen. Auch an Prüfungen müssen diese Schüler teilnehmen. Lehrer, die bisher vom Präsenzunterricht befreit waren, müssen nun dafür ebenfalls ein aktuelles Attest vorweisen.

Vom 10. August bis zum 9. Oktober können sich Lehrkräfte und Mitarbeiter an den Schulen alle 14 Tage auf eine Corona-Infektion testen lassen. Allerdings nicht, wie zunächst angedacht, vor Ort in der Schule, sondern bei ihren Hausärzten oder in einem örtlichen Testzentrum.

Besseres Homeschooling

Neben schnelleren, auch befristeten, Einstellungen von Lehrpersonal, von sozialpädagogischen Fachkräften und Berufsschullehrern, soll auch das Homeschooling gestärkt werden. 103 Millionen Euro stehen landesweit für den Kauf von mobilen Endgeräten (Tablets, Laptops) für jeden Lehrer zur Verfügung. Auch Schüler mit besonderem Bedarf erhalten solche Geräte, 178 Millionen Euro hat die Landesregierung dafür vorgesehen. Die Anschaffung erfolgt von den Schulträgern vor Ort.

Kein Schulgong

Auch die Realschule in Steinheim bereitet sich auf die Maßnahmen zum Schulstart vor. Rektorin Verena Speer-Ramlow: „Das Land stellt Mund-Nasen-Schutze zur Verfügung, sodass wir Schülern, die ihren Mund-Nasen-Schutz eventuell nicht dabei haben, einen solchen zur Verfügung stellen können. Wie Schüler und die Lehrkräfte damit zurechtkommen, gerade, wenn jetzt mit sommerlichen Temperaturen – auch in den Klassenräumen – zu rechnen ist, müssen wir abwarten.“ Sie legt dazu auf das gründliche Lüften der Klassenräume wert. Auch in Steinheim bleibt es beim einheitlichen Schulbeginn, allerdings werde der Gong ausgeschaltet, um so Unterrichtsbeginn und -ende flexibler zu gestalten. „Die Fachräume werden zunächst nicht genutzt, und auch AGs werden erst mal nicht stattfinden“, sagt Speer-Ramlow. „Dank der äußerst guten digitalen Ausstattung und der sehr guten technischen Möglichkeiten der Schule, werden Lehrkräfte. die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, in den Unterricht ‚zugeschaltet‘ und die Klassen digital unterrichten.“

Digital fit

„In Höxter ist der morgendliche Schulstart dadurch entzerrt, dass die Grundschulen und weiterführenden Schulen einen unterschiedlichen Unterrichtsbeginn haben. Dies war schon vor der Corona-Pandemie so, und das hilft uns jetzt“, sagt Heike Edeler, Direktorin des König Wilhelm-Gymnasiums (KWG) in Höxter. Im KWG sei man froh, im neuen Schuljahr mit der digitalen Austauschplattform IServ startbereit zu sein. Edeler: „Wir hoffen, dass die über die Sofortprogramme des Landes NRW beantragten weiteren Endgeräte schnell eingesetzt werden können.“ So sei man für eine komplette oder teilweise Schulschließung gewappnet.

Bärbel Lüttig hält die Bredenschulen in Brakel gut für den Start vorbereitet. Sie betont: „Gut ist, dass es nun klare Vorgaben gibt und wichtig, dass wir die Kinder nicht überfordern und wir gemeinsam beim Lernen Fortschritte erzielen.“ Dafür habe man sich auf Präsenzunterricht, teilweise oder auch komplettes Homeschooling vorbereitet. Lüttig: „Wir schauen von Woche zu Woche.“

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