Vor allem Campingplätze können Nachfrage oft kaum decken
Urlaub im Kreis Höxter boomt

Höxter (WB). Urlaub in Deutschland liegt in diesem Jahr voll im Trend. Wer kurzfristig nach Unterkünften an der Küste sucht, wird schnell feststellen, dass alles ausgebucht ist. Wie sieht das im Kreis Höxter aus? Gibt es in diesem Sommer mehr Touristen im Weserbergland oder muss die Region für einen guten Urlaub erst neu belebt werden?

Samstag, 01.08.2020, 02:02 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 05:04 Uhr
Ursula und Bernd aus Stolberg bei Aachen kommen immer wieder gern in den Kreis Höxter, um Urlaub zu machen. Normalerweise unternehmen sie in den Sommermonaten große Reisen - nun genießen sie die bergige Landschaft zum Radfahren. Foto: Ellen Waldeyer

Bayern kommen gern

Der Campingplatz in Höxter und der Wohnmobilstellplatz in Würgassen berichten von einem hervorragenden Geschäft mit unzähligen Anfragen in diesen Sommermonaten. Etwa 15 bis 20 Prozent mehr Besucher als in den Vorjahren können die Betreiber verzeichnen, schätzt Thomas Hachmann, der den Campingplatz „Wesercamping Höxter“ mit seiner Frau Katrin Bardenhagen führt. „Das brauchen wir jetzt auch ganz dringend, nachdem die Campingplätze drei Monate geschlossen waren“, betont Hachmann. Auffällig sei, dass etwa vier Mal so viele Urlauber aus Bayern kommen wie sonst. Dagegen reisen nicht mehr so viele ausländische Camper aus den Niederlanden oder Dänemark an.

Platz vergrößert

Die Betreiber der Campingplätze reagieren auf die erhöhte Nachfrage: In Würgassen spiele man mit dem Gedanken der Vergrößerung des Platzes, sagt Gabriele Evens, Chefin des Landhotels „Alte Linde“. Thomas Hachmann hat sich bereits die nötigen Genehmigungen eingeholt und den Reisemobilstellplatz für die Saison vergrößert. Er hofft, diesen auch in Zukunft größer halten zu dürfen.

Merle Jux, Betreiberin des „Weser-Aktivhotels“ in Corvey, kann sich ebenfalls nicht über fehlende Besucher beschweren. Sie hat derzeit noch freie Zeltplätze und Zimmer, möchte diese aber wegen der Corona-Infektionsgefahr gar nicht so voll belegen, wie sie nach Auflagen eigentlich dürfte. Besonders das Geschäft mit Tagesgästen, die beispielsweise eine lange Radtour unternehmen, sei angestiegen.

Plätze frei in Pensionen

So gut das Geschäft auf den Campingplätzen läuft, so lässt es in den Bauernhofpensionen des Kreises noch zu Wünschen übrig. Von einem Ansturm können die Betreiber aktuell nicht sprechen. Stammgäste und Fahrradtouristen bilden das Hauptgeschäft, erklärt Angelika Wiesemeyer von der Pension „Haus Marbeke“ in Godelheim.

Urlaubern, die aktiv sein möchten, mangelt es im Kreis Höxter nicht an Angeboten. Die Radwege werden viel genutzt, eine entspannte Schifffahrt auf der Weser genossen, Ausflüge zum Weser­skywalk oder nach Corvey unternommen sowie sportliche Aktivitäten wie Bogenschießen oder Kanufahren ausgeübt. Kalle Krome ist Inhaber des Kanuverleihs in Höxter. Er spricht von einem Besucheransturm, den es so bisher noch nie gegeben habe. „Man merkt, dass aktuell viel mehr Touristen im Kreis Höxter sind als sonst“, meint der begeisterte Wassersportler.

Warteliste

Auch für Pferdeferien auf dem Reiterhof Redder in Alhausen stehen noch einige Kinder und Familien auf der Warteliste, doch die Gruppenzahlen sind aktuell stark beschränkt. „Wir haben eine tolle Landschaft und viele Angebote für Wanderer, Radfahrer und weitere Sportbegeisterte“, sagt Merle Jux vom „Weser-Aktivhotel“, „wer aber Entspannung am Pool und in der Sauna sucht, der könnte enttäuscht sein.“

Um die Region für den Tourismus noch attraktiver zu gestalten, müsse man nach Thomas Hachmann, die Infrastruktur weiter ausarbeiten. „Und die Bundesländer müssen besser zusammenarbeiten, es mangelt an den Verknüpfungen der Landeskreise“, meint Hachmann.

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