Bädernamen in Höxter stehen nach Wettbewerb fest – Hallenbad-Fassadenholz aus Kanada kommt wegen Corona später
Ohne Schnörkel: „Freibad“ und „Hallenbad“

Höxter (WB). Der Höxteraner Bäderausschuss hat sich bei der Namenswahl für das neue Hallenbad und für das sanierte Freibad für eine ostwestfälisch schnörkellose Variante entschieden: Das Hallenbad bekommt den Schriftzug „Hallenbad“ und das Freibad heißt weiter schlicht „Freibad“.

Freitag, 10.07.2020, 18:03 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 19:38 Uhr

Beim Namenswettbewerb waren 71 Vorschläge eingereicht worden. Die zum Teil kreativen Ideen haben aber im Ausschuss niemanden so richtig überzeugt. Und so sprachen sich die Ausschussmitglieder gegen weitere wochenlange Diskussionen sondern für eine klare Entscheidung aus. Die fiel dann auch in beiden Namensfällen sogar einstimmig. Jetzt werden für beide Bäder große Schilder mit den jeweiligen Namen in Auftrag gegeben.

Nicht ein Spaßbad in Aussicht stellen

Ausschlaggebend für die Namenswahl war, dass die Entscheider bei Hallenbadnamensvorschlägen wie Bielenberg-Bad, Huxori-Welle, Bürgerbad, Weser-Hallen-H2O, „Klein, aber OHO-Bad“ oder Niedringhaus-Bad nicht den Eindruck hatten, das solche Bezeichnungen über Jahrzehnte tragen (Stefan Berens, CDU). Zudem werde vielen ein Spaß-Hallenbad in Aussicht gestellt, was aber „nur“ ein reines Funktionsbad sei.

Hallenbadneubau in Höxter liegt im Zeitplan

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  • Hallenbadneubau in Höxter liegt im Zeitplan
Foto: Sebastian Vogt, Michael Robrecht
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Ähnlich beim Freibad: Beim WESTFALEN-BLATT-Namenswettbewerb wurden Namen wie Weserwelle, Freibad am Weserbogen, Rodeneckturmblick, Höxtivita, Weserauenbad, Huxori-Batze, Weser-Wasser-Welt, Panorama-Bad, HxO, Batze, Badeanstalt, Batze Brückfeld, Kalki, Weser-Oase oder Sommerbad vorgeschlagen. Aber auch hier begeisterte kein Begriff den Bäderausschuss. Letztlich waren die meisten überzeugt, dass sich in Höxter eine Mehrheit der Bürger mit den schichten Funktionsnamen „Hallenbad“ und „Freibad“ anfreunden könne.

Vorteil sei auch, dass das Bad dem jeweiligen Standort für Auswärtige sofort klar zuzuordnen sei. Namen müssten Orientierung geben, bei Huxori-Bad wisse doch niemand am Ende, was was sei, meinte Ludger Roters (Grüne). „Westfälisch nüchtern“ und gut zuzuordnen, das sei doch vernünftig, meinte Karin Wittrock (CDU) und sprach damit aus, was auch bei der WB-Umfrage Bürger schon früh vorgeschlagen hatten.

Freikarten kommen

Wilhelm Brand vom federführenden Projektmanagement »Constrata« lobte die klare Entscheidung des Bäderausschusses. Er habe in anderen Städten bei Bäderprojekten oft merkwürdigste Namensverrenkungen erlebt. Es sei doch klasse, wenn am Gebäude wie dem Hallenbad in großen Lettern einfach der Name leuchte.

Die Stadtverwaltung wird die Gewinner des Namenswettbewerbs, die die „Siegernamen“ vorgeschlagen hatten, in Kürze anschreiben, um die Bäderfreikarten zu überreichen. Das kündigte Kämmerer Lothar Stadermann an.

Hallenbad-Projektmanager Brand sagte, dass das Budget von 10,7 Millionen Euro ausreiche. Die Holzfassade könne leider erst im Oktober mit dem aus Kanada stammenden hochwertigen und beständigen Holz behangen werden, weil wegen Corona-Problemen in Kanada die Lieferung erst im Herbst aus Übersee in Höxter eintreffe.

Das sei nicht schlimm, weil die Parallelarbeiten alle zügig weiterlaufen könnten. Sogar die nicht budgetierten Mehrkosten seien in den 10,7 Millionen Euro noch gedeckt. Bis Jahresende sollen auch Sanitäranlagen und Umkleiden eingebaut sein. Im März bilden die Außenanlagen den Endpunkt der Bauarbeiten. Dachdecker und Klempner sind zu 80 Prozent fertig, die Fliesen verlegt.

Politiker sind irritiert

Beim Freibad hat das Planungsbüro Hildesheim zur Verwunderung des Bäderausschusses die Kosten für den neuen Eingangsbereich mit Kassen und Gastronomie von 430.000 Euro nicht wie gewünscht stark reduziert, sondern sogar auf 480.000 Euro hochgeschraubt. Die Folge: Das Büro darf nicht weiter planen. Die Stadt habe den Entwurf gekauft und lasse jetzt eigene Fachleute im Bauamt das Funktionsgebäude preiswerter planen, wie Georg Beverungen im Ausschuss sagte. Kostengrenze: 250.000 Euro.

Die Politik zeigte sich irritiert, dass die Kostendeckelung dreist ignoriert worden sei. Nachgedacht wird noch einmal, wie die Parkplatzsituation am Bereich Freibad, Sportplätze, Campingplatz und Bootshäuser erweitert werden kann. Bei größeren Veranstaltungen werde das dort sehr eng. Vielleicht könne man Kleingärten in Freibadnähe als Rasenflächen zum Parken bekommen, machte der Kämmerer einen Vorschlag.

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