Hygiene und Distanz: Freibad besteht Stresstest unter Corona-Bedingungen
Riedel: „Noch keinen ermahnt“

Höxter (WB). Der Sommer ist da und das Freibad Höxter hat endlich wieder geöffnet. In Zeiten von Corona ist der Freibadbesuch aber an umfangreiche Hygieneregeln gekoppelt. Wie funktioniert Hygiene und Distanz konkret? Wie viel Arbeit hat das Freibadteam zusätzlich? Das WESTFALEN-BLATT hat einen Praxistest im Freibad vorgenommen.

Donnerstag, 09.07.2020, 04:30 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 05:00 Uhr
Daumen hoch für die Disziplin der Badegäste im Freibad: Schwimmmeister Volker Riedel (Mitte) mit Brita Jäger und Jörg Kieneke. Mehr als 500 Besucher sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Im großen Becken dürfen sich nur 75 gleichzeitig tummeln. Foto: Vivien Ortmann

Entspannt ein paar Bahnen schwimmen, einen schönen Tag im kühlen Nass verbringen oder sich bei warmem Wetter einfach abkühlen. Das alles ist seit dem 1. Juli wieder möglich – zur Freude vieler Höxteraner, der Kinder, der Urlauber und auch der Gäste vom nahen Campingplatz. Im Eingangsbereich erwartet den Badegast gleich nach dem Bezahlen die Registrierung, um eine mögliche Infektionskette nachverfolgen zu können. Die persönlichen Daten auf Din-A4-Zetteln würden vier Wochen aufbewahrt und danach wegen des Datenschutzes vernichtet, informiert die Stadtverwaltung. Neuerung zwei: Nach der Registrierung erhält der Badegast einen Chip, der Teil der Nachverfolgung ist und beim Verlassen des Bades abgegeben wird. Das klappt unkompliziert.

Maskenpflicht

Neuerung drei: Im Eingang sowie in den Umkleide- und Sanitärräumlichkeiten gilt die Maskenpflicht. Punkt vier: Pfeile im Beckenbereich zeigen den Gästen, wo man ein- und aussteigen soll. Außerdem wird gegen den Uhrzeigersinn geschwommen, um zu nahe Begegnungen im Schwimmbecken zu vermeiden, da dort niemand eine Schwimm-Maske trägt.

„Bisher halten sich alle Gäste vorbildlich an die Vorschriften und ich musste noch keinen ermahnen“, berichtet Schwimmmeister Volker Riedel über seine Erfahrungen an den ersten Badetagen. Wenn alle 500 Chips vergeben würden, werde niemand mehr hereingelassen; erst wieder, wenn jemand das Schwimmbad verlässt. Bisher, schildert Riedel, sei das aber noch nicht der Fall gewesen, was am fehlenden Sonnenwetter oder für manche auch an den Hygiene-Einschränkungen liegen könne, die manchen abschreckten, das Bad zu besuchen. „Die Stammgäste sind alle da, aber bei der Besucherzahl ist noch Luft nach oben“, sagt Riedel. Bedauernswert findet der „Bademeister“, dass er mit den Badegästen weniger im direkten Kontakt stehen kann.

„Gewohnheit“

„Über eine Übertragung des Virus’ braucht man sich im Freibad Höxter keine Sorgen zu machen, wenn man sich an die Hygienevorschriften hält. Das Personal reinigt während der Öffnungszeiten ständig alle Flächen, mit denen die Gäste in Berührung kommen und desinfiziert alles mehrfach“, so Riedel. Die meisten Besucher störten die neuen Regeln wenig. „Corona-Vorschriften gibt es zurzeit doch überall – Gewohnheit.“

Und was sagen die Schwimmer? „Es freut mich, dass das Bad wegen der fehlenden Sonne angenehm leer ist”, scherzt Badegast Jörg Kieneke. Auch die im Förderverein aktive Brita Jäger ist begeistert, dass sie in Höxter wieder schwimmen kann. „Es ist anders als sonst, aber entspannend, nach einem Arbeitstag etwas für seine Fitness zu tun”, meint Jäger: „Ich möchte das Bad unterstützen. Der Platz für viele Badegäste ist da und auch die angenehme Wassertemperatur ist erreicht.“

Gäste begeistern

Bis zur ersten oder zweiten Septemberwoche soll das frisch sanierte Freibad Höxter geöffnet bleiben. Wenn es in Kürze wieder sommerlicher wird, sollten die Höxteraner sich die Zeit nehmen und eines der schönsten Freibäder im Weserbergland besuchen, so Riedel. Da das Bad einige Jahre geschlossen war, müssten viele Badbesucher, einige sind auch nach Beverungen, Bevern, Holzminden oder an den Godelheimer See ausgewichen, wieder für Höxter begeistert werden. „Wir schaffen das“, sagen das Bäderteam und der Freibad-Förderverein.

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