Lego-Ausstellung auf 100 Quadratmetern lockt große und kleine Fans
Steine, die begeistern

Höxter (WB). Zum vierten Mal läuft bereits eine Lego-Ausstellung mit dem Titel „Steinewahnsinn“ im Museum im Hütteschen Haus. Auf 100 Quadratmetern können die großen und kleinen Lego-Fans sieben Szenen mit etwa 200 Sets bewundern und sich in fantastische Welten hineinversetzen. Die weltberühmten bunten Noppensteine zieren sechs Räume im ersten Stock des Hütteschen Hauses. Wohin man auch blickt, man kann immer wieder etwas Neues entdecken.

Freitag, 03.07.2020, 05:27 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 05:30 Uhr
An dieser Eigenkreation hat Corinna Wodarz lange gearbeitet. Sie freut sich, die neue Welt nun endlich zeigen zu können. Foto: Ellen Waldeyer

Liebe zum Detail

Mit viel Liebe zum Detail haben Corinna Wodarz und ihr Mann die vielen Legoteile einst zusammengebaut, können sie nun immer wieder in einen neuen Kontext bringen und somit immer wieder verschiedene kleine Welten entstehen lassen.

Fußballer und Rennfahrer in der modernen Großstadt, junge Mädchen auf einem Katamaran im Meer, Skelettarmeen vor einer meterhohen Burg oder Drachen, Feen und Wikinger im Fantasieland – die Szenen haben einiges zu bieten. Es lohnt sich, sie genauer zu erkunden.

Mit Kinderaugen

„Beim Bauen muss man wirklich auf jedes Detail achten, denn man weiß nie, welches Bild ein Kind gerade vor Augen hat. Die sehen das alles noch einmal ganz anders als wir Erwachsenen. Deshalb nehme ich beim Bauen häufig die Perspektive der Kinder ein, um die Situationen noch realer zu gestalten“, erklärt Corinna Wodarz.

Aber nicht nur die Kleinen können bei der Ausstellung in ihrer Fantasie schwelgen – auch die Erwachsenen, die in ihrer Kindheit viel Zeit mit dem Spieleklassiker verbracht haben, können ins Träumen geraten. „In einem der Räume haben wir eine Stadt im Stil der 70er und 80er Jahre aufgebaut. Das sind die Steine, die ich damals als Kind hatte, und so hätte meine Traumwelt im damaligen Kinderzimmer ausgesehen“, erinnert sich die 52-jährige begeisterte Sammlerin.

In diesem Jahr gebe es auch einige Neuheiten und Sets, die bisher noch nicht gezeigt worden sind, macht Corinna Wodarz neugierig. Die 200 Sets, die sie und ihr Mann besitzen, werden teils nach Vorlage, teils nach eigener Fantasie aufgebaut. Die Welten, die ohne Vorlage und nur nach eigenen Ideen aufgebaut werden, sind unter dem Namen „MOCs“ (Abkürzung für „My Own Creation“, also zu deutsch „meine eigene Kreation“) bekannt. In diese „MOCs“ hat die Höxteranerin für die kommende Ausstellung viel Zeit investiert.

Viel Fantasie

„Ich habe meiner Fantasie einfach freien Lauf gelassen. Man könnte diese neue Szene als eine Art Botschaftsviertel bezeichnen, wo überall verschiedene Spezies aufeinandertreffen und trotz ihrer Verschiedenheit harmonieren“, beschreibt die ehemalige Kunstgeschichtsstudentin die neue Welt. Zu sehen sind Micky Mouse, die Simpsons, Drachen, Zwerge und Werwölfe, die an einer Bootsregatta teilnehmen.

„Ohne die Corona-Krise hätte ich das nicht fertig bauen können“, gesteht sie. Lego sei bei einigen im Kopf noch als Spielzeug für Jungen verankert. Dass dies nicht mehr der Fall ist, beweisen viele Szenen der Ausstellung, die mit den Sets von „Friends“ erbaut wurden. Dort finden sich nun Disney-Prinzessinnen, Elfen und die Figuren aus dem Film „Frozen“.

Schon seit einigen Jahren bringt Lego Merchandise-Produkte (Fanartikel) heraus, die auch im Hütteschen Haus bestaunt werden können. Von Harry Potter, Star Wars, Herr der Ringe, Cars und Scoobie Doo bis hin zu den Marvel-Filmen können Lego-Fans hier auf ihre Kosten kommen.

Weinglas-Ausstellung

Im Erdgeschoss gibt es im Kabinett zeitgleich die Ausstellung „Auf ein Gläschen Wein“. Die Besucher können dort unterschiedliche Weingläser aus 100 Jahren Geschichte betrachten.

Aufgrund der Corona-Pandemie muss die Ausstellung in diesem Jahr etwas anders verlaufen. Zum ersten Mal gibt es aus Hygienegründen keine Spielecke. Stattdessen werden die Sets „Belville“ und „Scala“ gezeigt. Dies waren die ersten Versuche in den 90er Jahren, Mädchen für Lego zu begeistern – die damals allerdings kläglich gescheitert sind.

Corona-Regeln

Im Museum gelten die Maskenpflicht und die Abstandsregelungen. Außerdem kann nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern die Ausstellung gleichzeitig erkunden. Corinna Wodarz macht darauf aufmerksam, dass sich die Interessierten am besten nicht nur auf die letzte Woche der Ausstellung beschränken. „Das hatten wir schon häufig, dass zum Schluss ein enormer Besucherandrang zu spüren war. Das können wir in diesem Jahr nicht verantworten. Ich bitte die Familien und Lego-Fans deshalb, sich zu verteilen“, sagt sie.

Die Lego-Ausstellung ist noch bis zum 6. September zu sehen. Das Museum im Hütteschen Haus ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Außerdem können Termine telefonisch unter 05271/9516640 vereinbart werden.

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