Open-Air: Chor „Living Voices“ hat die Probenarbeit wieder aufgenommen
Das Warten hat ein Ende

Höxter (WB). Das schier endlose Warten auf die Wiederaufnahme der Chorproben seit Anfang März hatte in der vergangenen Woche ein Ende. Nach 15 Wochen ohne Chorgesang sahen sich mehr als 50 Sängerinnen und Sänger des beliebten Höxteraner Gospelchors „Living Voices“ zum ersten Mal unter Corona-Bedingungen wieder. „Gerade der Chorgesang verlangt in Sachen Hygiene besondere Vorkehrungen, so dass eine Probe in geschlossenen Räumen mit 60 und mehr Personen derzeit nicht umzusetzen ist“, so Chorsprecher Werner Humann gegenüber dieser Zeitung.

Mittwoch, 01.07.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 05:01 Uhr
Nach 15 Wochen Pause trafen sich nun zahlreiche Mitglieder des Höxteraner Chores „Living Voices“ zu ihrer ersten Open-Air-Probe in Corona-Zeiten. Die Sängerinnen und Sänger werden sich in den kommenden Monaten weiterhin zu gemeinsamen Proben unter freiem Himmel versammeln. Foto: Privat

Chorproben im Freien

Um die Standards in Sachen Raumgröße (zehn Quadratmeter pro Sänger) und die vorgeschriebenen Abstände beim Singen einzuhalten, müsste man schon die Stadthalle für eine Probe anmieten. Das Core Team (der achtköpfige Vorstand des Vereins) hat sich während der Zwangspause regelmäßig in Videokonferenzen über den Stand und das weitere Vorgehen ausgetauscht. Versuche, über das Netz eine Chorprobe zu organisieren, brachten trotz großer Mühen aufgrund der teilweise nicht ausgereiften Technik und den oft überlasteten Übertragungswegen nicht den gewünschten Erfolg.

Seit kurzem lässt die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW wieder Chorproben im Freien in einer annehmbaren Form zu. Nach den ergänzenden Hygienestandards dieser Verordnung genügt beim Singen im Freien ohne Mund-/Nasenschutz ein Mindestabstand von zwei Metern in alle Richtungen. Das wurde mit nur einer Woche Vorlauf nun auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung Höxter in die Tat umgesetzt. Die notwendige Erlaubnis war natürlich vorher vom Kreis eingeholt worden, worüber die Organisatoren sehr dankbar waren. Schon gleich nach der Ankündigung folgte ein wohlwollendes Echo aus dem Kreise der singbegeisterten Mitglieder. Eine Teilnahmequote von über 70 Prozent bestätigte dann auch eindrucksvoll die neu gewonnene Freiheit und viele der Fehlenden sagten zu, sich künftig den Dienstag wieder für den Chorgesang freizuhalten.

Sommertournee

So stimmten denn auch alle dem Angebot des Core-Teams zu, in den kommenden zwei Monaten insgesamt fünf Chorproben unter freiem Himmel anzubieten, und damit es nicht zu einseitig wird, im Rahmen einer Sommertournee mit wechselnden Gesangsorten. Lokale Angebote gibt es aus den Chor-eigenen Reihen schon reichlich, an der Koordination wird fleißig gearbeitet.

Und wie war die erste Chorprobe nach der Pause denn so? „Es hat sooo gut getan Euch wiederzusehen und nach der langen Zeit wieder mit Euch gemeinsam zu singen. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen am kommenden Dienstag“, so der Kommentar der Chormitglieder. Dass die Stimmbänder Teil eines Muskels sind, der trainiert sein muss, stellten aufgrund der längeren Abstinenz dann schon während der Probe viele Chormitglieder fest, zumal Singen im Freien, dazu mit Abstand in den einzelnen Stimmgruppen, noch anstrengender ist als in einem geschlossenen Raum. „Aber für das erste Mal klappte es schon wieder ganz gut“ bilanzierte Chorleiter Johannes Lücking, der auch gleich den passenden (Corona-)Song „Zusammen“ mit vielen neuen Ideen für die Zukunft einübte und der vom Chor am Ende der Probe nahezu konzertreif dargeboten wurde.

Zusammenhalten

Im Refrain von Heinz-Rudolf Kunzes „Zusammen“ heißt es den Widrigkeiten unserer Zeit zum Trotz: „In der Stunde der Not heißt das erste Gebot: Wir steh’n und wir halten zusammen!“ Ein Motto, dass sich die agilen „Living Voices“ auch auf die Fahnen geschrieben haben. Dazu gab es am Abend aus den umliegenden Häusern spontanen Applaus von freundlichen Anwohnern. Was will man mehr?

Weitere Infos auch im Internet unter www.living-voices.jimdo.com.

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