Dorfwerkstatt setzt sich für Ladestationen im Ort ein – Park & Ride für die LGS
Ottbergen steht unter Strom

Ottbergen (WB). Mit dem Elektrofahrzeug zur Stromtankstelle nach Ottbergen und von hier mit dem Zug nach Paderborn zur Arbeitsstelle oder zur Shopping-Tour, zum Ausflug in die nahe Umgebung oder später einmal zum Besuch der Landesgartenschau in Höxter. Das ist eine Zukunftsvision der Dorfwerkstatt in Ottbergen. Der erste Schritt zu einer Realisierung könnte schon am Dienstag, 9. Juni, in der Sitzung des Ortsausschusses Ottbergen gemacht werden.

Samstag, 06.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 05:00 Uhr
Bereits vorhandene Stromanschlüsse und die direkte Nähe zum Bahnhof oder, wie hier, Am Anger, zum Radweg, sehen Dietmar Barkhausen (links) und Michael Rüstemeier als Trumpfkarten an. Sie hoffen, dass in Ottbergen Ladestationen für Elektroautos und eine Fotovoltaik-Anlage entstehen. Foto: Ralf Brakemeier

Elektro-Tankstellen

„Modellort für Elektromobilität“ möchte Ottbergen laut Antrag der Dorfwerkstatt, einer Abteilung der Kulturgemeinschaft, werden. „Direkt am Bahnhof, auf der Festwiese Am Anger und An der Landwehr haben wir Parkflächen, die sich als Tankstellen für Elek-trofahrzeuge eignen“, ist sich Michael Rüstemeier sicher. Der pensionierte Elektromeister hat 25 Jahre einen Handwerksbetrieb geleitet und wohnt seit 15 Jahren in dem idyllischen Eisenbahnerdorf. Er sieht in vorhandenen Verteilerkästen eine Möglichkeit, ohne großen finanziellen und logistischen Aufwand schnell eine ganze Reihe an Ladestationen für die Elektromobilität, sei es Elektrofahrzeuge oder Pedelecs, einzurichten. Rüstemeier: „Seit Jahren reden wir von Elektromobilität, was uns fehlt ist aber immer noch eine ausreichende Anzahl an Ladestationen. Auch Dietmar Barkhausen vom Vorstand der Kulturgemeinschaft und Sprecher der Dorfwerkstatt sieht die Chancen für sein Dorf: „Jetzt gerade wurde das Konjunkturpaket der Bundesregierung vorgestellt. Die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge wurde verdoppelt. Wenn nicht jetzt, wann wollen wir dann auch in die Ladeinfrastruktur investieren?“

Erste Etappe auf dem Ziel wäre nun ein positives Votum des Ortsausschusses. „Dann können wir in die Planungen einsteigen, uns auch beim Energieanbieter informieren, ob die Leitungskapazitäten für eine ganze Anzahl an Ladestationen wirklich gegeben sind“, sagt Michael Rüstemeier. Er ist optimistisch, dass das der Fall ist, und dass nach dem Votum des Ausschusses möglichst zügig mit weiteren Entscheidungen und auch der Umsetzung begonnen werden kann. „Ich glaube, dass an mehreren Standorten dafür nur ein paar Spatenstiche nötig sind – und der Wille etwas zu verändern, natürlich“, so Rüstemeier.

Fotovoltaik am Bahnhof

Für Dietmar Barkhausen, der auch Sprecher der Bahnhofsinitiative vor Ort ist, steht vor allem eben auch der Bahnhof im Mittelpunkt der Überlegungen. Hier kann er sich auch eine Fotovoltaik-Anlage, zur Erzeugung von echtem Ökostrom für die Elektrofahrzeuge, vorstellen. Michael Rüstemeier sieht in den Ladestationen durchaus auch einen Anreiz für die Ottberger selbst, auf ein umweltfreundliches Fahrzeug umzusteigen. Viele Ottberger trügen sich mit diesem Gedanken, weiß Rüstemeier aus zahlreichen Gesprächen, als Wohnungsmieter hätten aber viele gar nicht die Möglichkeit, ihr Fahrzeug an der eigenen Station aufzuladen. Auch hier könnten ortsnahe Parkflächen mit Ladestationen helfen.

Michael Rüstemeier ist auch Mitglied im Bäderausschuss der Stadt. „Dort haben wir ein Paket über zwölf Millionen Euro beschlossen, für ein wunderschönes Hallenbad. Auf den dazugehörigen Parkflächen ist aber nicht eine einzige Ladestation vorgesehen“, trauert er einer, aus seiner Sicht, verpassten Chance nach. Er kann sich eine gute Zusammenarbeit mit Dezernentin Claudia Koch vorstellen, sie habe eine offenes Ohr für neue Ideen aus den Ortschaften.

Wichtig sei natürlich, für das Projekt ein entsprechendes Förderprogramm zu finden. Schließlich wolle auch Ottbergen von der LGS profitieren und könne zahlreichen Besuchern Parkmöglichkeiten am Bahnhof oder direkt am Radweg bieten.

Mitten im Kreis

„Ottbergen ist ein zentraler Punkt im Kreis Höxter. Hier gehen zum Beispiel auch die Züge in Richtung Niedersachsen. Der richtige Ort für den Ausbau der E-Mobilität“, findet Dietmar Barkhausen von der Dorfwerkstatt. „Für mich spricht nichts dagegen, das Konzept noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen“, ist Rüstemeier optimistisch. „Wir müssen jetzt etwas voran bringen und nicht länger nur abwarten“, drängt der engagierte Kommunalpolitiker.

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