Mobiles Internet: Matthias Goeken kündigt „tolles Projekt“ an
Kreis Höxter will weg vom letzten Platz

Kreis Höxter(WB). Platz 53 von 53 im Land Nordrhein-Westfalen, Platz 384 von 401 Kreisen und kreisfreien Städten auf Bundesebene – das ist die ernüchternde Bilanz für den Kreis Höxter, wenn es um den schnellen Mobilfunk-Standard LTE geht. Anders ausgedrückt: Es gibt im Kreis noch zu viele Funklöcher. Landtagsabgeordneter Matthias Goeken will das ändern. „Es kann nicht sein, dass der Empfang in einer einsamen kroatischen Bucht besser ist als bei uns.“

Donnerstag, 04.06.2020, 08:19 Uhr
Um beispielsweise im Bus überall schnelles mobiles Internet zu haben, muss im Kreis Höxter die Technik noch aufgerüstet werden. Dazu befindet sich Matthias Goeken derzeit in Gesprächen mit der Landesregierung. Ein Ergebnis soll es bald geben. Foto: dpa

Gespräche mit Pinkwart

Nach einer im Dezember vergangenen Jahres erschienenen Studie der Aachener Unternehmensberatung „Umlaut“ liegt die LTE-Abdeckung bei den Haushalten im Kreis bei akzeptablen 98,4 Prozent. Schlechter sieht es aus, wenn es um die LTE-Abdeckung in der Fläche – also auf Straßen oder an Bahnstrecken – geht. Beim mobilen Internet gibt es zwischen Warburg und Steinheim weiterhin große „weiße Flecken“, also Bereiche, ohne Empfang. Hier weist „Umlaut“ eine Netzabdeckung von 91,2 Prozent aus. Zum Vergleich: Der Nachbarkreis Lippe steht mit 95,8 Prozent besser da. Städte wie Dortmund, Düsseldorf oder Leverkusen können schon länger 100 Prozent Netzabdeckung vermelden.

Das „tolle Projekt“, das Goeken nun zur Abhilfe ankündigt, soll bis zu den Sommerferien spruchreif sein. Wie er dieser Zeitung gestern auf Anfrage mitteilte, gebe es intensive Gespräche mit Wirtschafts- und Digitalisierungs-Minister Dr. Andreas Pinkwart, die innerhalb der nächsten vier bis fünf Wochen bereits zu einem Ergebnis führen sollen. „Wir brauchen auch im Kreis Höxter eine vernünftige Infrastruktur. Daran arbeiten wir“, sagt Matthias Goeken. Mit einer Funkabdeckung von knapp über 90 Prozent in der Fläche werde er sich nicht zufrieden geben. Durchgängiger Internetempfang auch außerhalb von Wohnsiedlungen müsse das Ziel sein.

Investitionen trotz Corona

Ob hier Investitionen in Corona-Zeiten realistisch sind? „Wir können nicht wegen Corona alles andere liegen lassen. Gerade die Corona-Krise zeigt doch, wie wichtig das schnelle Internet ist. Viele Menschen sind im Homeoffice oder machen Homeschooling. Da ist eine schnelle Datenübertragung Voraussetzung“, sagt Goeken. Die Arbeitswelt habe sich verändert. Das werde auch nach Corona so bleiben, ist sich der Bäckermeister aus Bad Driburg sicher und sieht darin eine Chance für den ländlichen Raum. Damit aber auch im Kreis Höxter hochwertige Arbeitsplätze bei großen Unternehmen entstehen können, brauche es das schnelle Internet in den eigenen vier Wänden, aber auch unterwegs.

„Es kann nicht sein, dass wir auf der B64 oder auf der Ostwestfalenstraße nicht durchgängig telefonieren können“, sagt Matthias Goeken. Der Kreis Höxter sei Vorreiter gewesen, als es um die Ausstattung des ÖPNV mit W-Lan gegangen sei. „Aber was nützt mir W-Lan im Bus, wenn es keine Netzabdeckung gibt“, fragt der Landtagsabgeordnete. Er setze sich dafür ein, dass Glasfaserkabel auch zu Mobilfunk-Masten geführt würden, die nicht in der Nähe von Wohnbebauung stehen.

„Wir müssen besser werden“, findet Matthias Goeken. Die Hebel seien in Bewegung gesetzt. „Wir entwickeln etwas Gutes für den Kreis Höxter.“

 

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