Unternehmen stellen Anträge für fast die Hälfte der Beschäftigten im Kreis
Noch mehr Menschen in Kurzarbeit

Kreis Höxter (WB/thö). Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt im Kreis Höxter weiter fest im Griff. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai erneut angestiegen. Insgesamt waren 3516 Menschen arbeitslos gemeldet, 158 mehr als im April. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,4 auf 4,7 Prozent.

Mittwoch, 03.06.2020, 21:21 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 22:00 Uhr
In vielen Unternehmen herrscht Auftragsflaute: Die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit ist im Mai noch einmal gestiegen. 22.505 Beschäftigte sind betroffen. Foto: dpa

Noch einmal deutlich erhöht hat sich die Zahl der Kurzarbeiter. 1426 Unternehmen haben nach Angaben der Arbeitsagentur für 22.505 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt. Das sind 156 Unternehmen und 2330 Beschäftigte mehr als Ende April. Bei rund 45.324 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Höxter wurde für 49,6 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeit beantragt.

Ausnahmesituation am Arbeitsmarkt

Dass die Corona-Krise eine absolute Ausnahmesituation für den Arbeitsmarkt ist, macht auch eine weitere Vergleichszahl deutlich. Von März bis Mai 2019 gab es weniger als zehn Kurzarbeitsanzeigen bei der Arbeitsagentur in Höxter. Davon betroffen waren 43 Beschäftigte.

„Die Unternehmen sehen die vom Corona-Virus ausgehenden Gefahren momentan noch nicht als gebannt an und blicken noch sehr unsicher in die Zukunft“, berichtet der Leiter der Arbeitsagentur Paderborn, Rüdiger Matisz. Daher würden viele mit Neueinstellungen warten, Bewerbungsverfahren aussetzen oder Eintrittstermine neuer Mitarbeiter nach hinten verschieben.

Jugendarbeitslosigkeit steigt

Dafür spricht auch die angestiegene Jugendarbeitslosigkeit. 392 Arbeitslose im Kreis sind unter 25 Jahren alt. Im Vormonat waren es noch 26 weniger.

„Die Talsohle am Arbeitsmarkt in Höxter ist noch nicht erreicht und die Stimmung am Arbeitsmarkt bleibt gedämpft, doch gibt es bereits Lichtblicke“, sagt Matisz. Unternehmen im Kreis Höxter hätten wieder mehr freie Stellen gemeldet. Mit 195 immerhin 62 mehr als im April. Auch liege die Zahl der Zugänge von Arbeitslosen wieder niedriger als im Vormonat. „Darin zeigt sich, dass Unternehmen stark auf Kurzarbeit und nicht auf Entlassungen setzen“, schätzt Matisz die Lage ein.

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