Anwohner gestalten Fläche in Höxter-Stahle gemeinsam neu
Kreisel in Staudenbeet verwandelt

Höxter-Stahle (WB). Bis vor kurzem wuchs auf der Verkehrsinsel in der Marienstraße in Stahle nur Gras – dank engagierter Anwohner blüht dort bald ein Staudenbeet. In Zusammenarbeit mit dem Leiter der Stadtgärtnerei, Ralf Haffke, und dem Bauhof der Stadt Höxter haben Anwohner die Fläche neu gestaltet.

Mittwoch, 03.06.2020, 09:00 Uhr
Claudia Koch (Landesgartenschau-Geschäftsführerin, von links) freut sich über das Engagement der Anwohner Ingo Eberwien, Jan Pollmann, Mika Germer (vorne), Eberhard Hage, Florian Küster, Jette Germer, Annette Germer und Stefanus Remmert.

„Der Kreisel war uns schon lange ein Dorn im Auge“, sagt Anwohner Jan Pollmann. Beim alljährlich stattfindenden Straßenfest kam den Bewohnern der Marienstraße, Eberhard Hage, Fabian Küster, Sören Germer, Markus Weißbrodt und Jan Pollmann, die Idee, mit dem übrig gebliebenen Geld den Kreisel zu verschönern. „Wir wollten das Geld so investieren, dass alle etwas davon haben“, sagt Pollmann. „Beim Landesgartenschau-Infomarkt in Stahle im November 2019 entstand der Kontakt zum Leiter der Stadtgärtnerei, Ralf Haffke. Ihm haben wir von der Idee erzählt und mit ihm die weitere Vorgehensweise abgestimmt.“

Insektenfreundlich

Gemeinsam mit Ralf Haffke planten die Anwohner ein insektenfreundliches Staudenbeet bestehend unter anderem aus Taglilien, Flammenblumen, Purpur-Sonnenhut und Storchschnabel. Nachdem der Bauhof das Gras abgetragen, ein geeignetes Pflanzsubstrat eingebracht und drei Findlinge auf dem Kreisel platziert hatte, bepflanzten die Anwohner und Haffke zusammen die Wiese. Als letzten Schritt wird Malermeister Schmidt aus Stahle den verrosteten Laternenpfahl auf dem Kreisel streichen.

Ralf Haffke, der viel Arbeit in die Planung des Kreisels steckte, ist begeistert vom Engagement der Anwohner. „Bei der Bepflanzung haben sich viele Anwohner der Marienstraße beteiligt. Auch die Kinder haben fleißig mitgeholfen und Unkraut gezupft“, sagt Haffke. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen!“ In wenigen Wochen werden die Stauden anfangen zu blühen. In Zukunft werden sich die Bewohner der Marienstraße um das Beet kümmern.

„Wir freuen uns total, wenn Höxteraner mit solchen Ideen auf uns zukommen“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „Solche Aktionen verschönern nicht nur unsere Region, sondern stärken auch die Gemeinschaft. Außerdem geben sie ein tolles Bild nach außen – nicht nur für die Landesgartenschau. Vielleicht sind die Anwohner der Marienstraße mit ihrer Aktion sogar ein Vorbild für andere Höxteraner, die ihre Heimat gerne verschönern möchten.“

Fachmann informiert

Ein Staudenbeet macht, so der Leiter der Stadtgärtnerei, Ralf Haffke, viel Freude. „Es erfreut zudem unsere Insekten und Vogelwelt und bietet auch in den abgestorbenen Pflanzenteilen im Winter so manchem Krabbeltier eine willkommene Herberge über die kalte Jahreszeit.“ Daher sollte man im Herbst nicht zwingend, dem Reinlichkeitsgedanken folgend, immer alles abräumen. „Im Frühjahr vor dem Austrieb ist es für das ‚Reinemachen‘ allemal noch früh genug“, informiert der Fachmann.

Staudenbeete sind, so Ralf Haffke, kein Hexenwerk, doch es gehört schon ein Interesse an den Pflanzen dazu, sich mit Standortansprüchen, ob Sonne oder Schatten, feucht oder trocken, hoch oder niedrig, viele oder lieber wenige Nährstoffe, stark- oder schwachwachsend, zu beschäftigen, um am Ende wirklich Freude daran zu haben. So sollte die Anpflanzung gut geplant, das fertige Produkt fachlich gepflegt und auch nach der vollständigen Entwicklung immer wieder mal ergänzt oder auch selektiert werden. „Das, was sich da vielleicht zu breit gemacht hat und anderes überwuchert, muss auch schon einmal entfernt werden, auch wenn es so schön blüht.“

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