Pfingstandacht im Freien auf dem Heiligenberg – Blasmusik mit Schutzvorrichtung
Ungewöhnlich, aber sinnstiftend

Höxter-Ovenhausen (gw). Im vergangenen Jahr waren es noch 800 Gläubige, die sich unter den Bäumen auf dem Heiligenberg zum Pfingstgottesdienst versammelt hatten. Zuvor gab es eine Prozession, im Anschluss geselliges Beisammensein. In dieser Form war das am gestrigen Pfingstmontag nicht möglich: Dennoch kamen Gläubige und fanden allesamt genügend Platz auf und neben dem Vorplatz der Michaelskapelle.

Dienstag, 02.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 05:02 Uhr
Mitten im Grünen: Die Verantwortlichen von katholischer und evangelischer Kirche haben den Besuchern den Heiligen Geist in der Freiluftmesse ein Stück näher gebracht. Für Diakon Hans-Josef Fabritz (3. von links) war es ein besonders emotionaler Moment: Mit 75 Jahren wurde er von seinem Amt entpflichtet. Foto: Greta Wiedemeier

„Die ungewöhnlichen Umstände geben uns die Gelegenheit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren“, befand Hans-Werner Gorzolka vom Ovenhäuser Kirchenvorstand.

Und genau das tat man dann auch: In Predigt, Fürbitten und Anbetungen fanden Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek und der evangelische Pfarrer Tim Wendorff passende Worte, um die Besucher zu ermutigen, ihnen Hoffnung zu schenken und den tieferen Sinn des Pfingstfestes noch einmal nahe zu bringen. Inmitten der Arbeit und der alltäglichen Mühen sei der Heilige Geist nämlich für die Ruhe zuständig, die man gerade in diesen Momenten so dringend benötige.

Und auch wenn manches anders war als gewohnt, die Kommunion etwa nur stumm ausgetragen wurde und die Blasmusiker einen dünnen Spuckschutz vor ihren Instrumenten angebracht hatten, konnte im gemeinsamen Gesang sogar mit Abstand wieder ein christliches Gemeinschaftsgefühl aufkommen.

Abschied von Diakon Fabritz

Ein besonders emotionaler Moment wurde schließlich erreicht, als Diakon Hans-Josef Fabritz das Wort ergriff: Er verabschiedete sich nach seinem 75. Geburtstag nur wenige Tage zuvor in den Teilruhestand, wird den Gläubigen in der Region jedoch auch weiterhin unterstützend erhalten bleiben. Mit Tränen in den Augen berichtete er von den vergangenen 35 Dienstjahren, zu denen er ursprünglich durch die Mithilfe bei einer Firmvorbereitung gelangt war.

„Ich habe den Leuten nie etwas vorgemacht und immer nur das wiedergegeben, wovon ich selbst überzeugt war. Ich hoffe sehr, dass man das auch gespürt hat“, so Fabritz.

Bei alldem wurde jedoch auch die Natur, inmitten derer die Messe abgehalten wurde, nicht aus den Augen verloren: Die Wälder am Heiligenberg haben in den letzten Jahren eine unfreiwillige enorme Reduktion erfahren. Die Kollekte trägt nun ihren Teil zur Wiederaufforstung bei, wie gestern betont wurde.

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