SSV-Vorsitzender Roland Merker sieht Fortschritte und setzt auf weitere Umsetzung der geplanten Investitionen
„Höxter braucht moderne Sportstätten“

Höxter  (WB). Der Abstecher bleibt unvergessen: 1968 ist Roland Merker zu den Olympischen Winterspielen nach Grenoble ausgebüchst: Der damals 17-jährige ließ Schule einfach Schule sein und setzte sich über den Willen seiner Eltern hinweg.

Samstag, 23.05.2020, 09:10 Uhr
Vorfreude bei Roland Merker: Aus dem Rasenplatz in Albaxen wird ein Kunstrasenplatz. Das Projekt soll demnächst starten. Foto: Jürgen Drüke

„Es war für mein Leben ein einschneidendes Erlebnis“, stellt der sportbegeisterte Mann, der im November seinen 70. Geburtstag feiert, heraus. Die Mischung aus Weltklasse-Leistungen, Emotionen, Sieg und Niederlage fesselten und packten den Jugendlichen in den französischen Alpen und prägten ihn für sein Leben. „Der Sport hat und wird mich nicht loslassen“, sagt Merker, der seit ­etwas mehr als vier Jahren erster Vorsitzender des Stadtsportverbands Höxter ist.

Gründung am 13. Mai 2016

„Es war der 13. Mai 2016, als der Stadtsportverband gegründet wurde. Dieses geschah fast zeitgleich mit einem Sportstättenkonzept, das bereits 2015 von Vereinen, der Verwaltung und Schulen mit Unterstützung des unabhängigen Institut ikps aus Stuttgart in Laufen gebracht worden war“, blickt der Albaxer Roland Merker zurück. „Dahinter steckten ein Jahr Arbeit und Workshops der Vereinsvertreter, der heimischen Schulen und der Verwaltung“, stellt Merker heraus. 2016 sei zwischen den Sportvereinen der elf Ortschaften und des Stadtgebiets der Schulter- und Zusammenschluss zum Stadtsportverband erfolgt. „Die Verwaltung und die heimischen Kommunalpolitiker haben mitgezogen. Es war ein Meilenstein in der Sportgeschichte von Höxter.“

Viel auf Weg gebracht

In der Zwischenzeit sei sehr viel auf den Weg gebracht und das 2018 geschnürte Paket von sechs Millionen für Unterhaltung und Investitionen der Sportanlagen und Hallen in Angriff genommen worden. „Einige Maßnahmen sind bereits abgeschlossen.“ Der Sanierungsstau bei den Sporthallen, über Jahrzehnte sei nichts gemacht worden, habe das hohe Volumen an Investitionen unumgänglich gemacht. Lediglich die Kernstadt Höxter verfüge beispielsweise über einen Kunstrasenplatz. Im Vergleich zu den meisten Nachbargemeinden sei Höxter in Sachen Kunstrasenplätze noch Diaspora. „Das wird sich ändern“, verweist Merker auf den Doppel-Haushalt 2020/21. Kunstrasenplätze sind in Albaxen für das Sportzentrum Nord (Lüchtringen, Stahle und Albaxen) sowie Brenkhausen für das Sportzentrum West (Ovenhausen, Lütmarsen, Bosseborn und Brenkhausen) vorgesehen. Der Bau des Kunstrasenplatzes in Albaxen soll in den nächsten Wochen starten. Brenkhausen soll 2021 beginnen. „Die beiden Kunstrasenplätze sind wie die Sanierung der Sporthallen immens wichtig. Auch deshalb, damit die Höxteraner Sportvereine konkurrenzfähig bleiben. Die meisten Gemeinden sind uns voraus“, führt der Vorsitzende Brakel und Bad Driburg als positive Beispiele an. Die Renovierung der Bielenberghalle beinhalte ein Volumen von 2,7 Millionen und werde nun in Angriff genommen.

Wie ein Marathon

 

Der ehemalige Technische Leiter des Kundendienstes bei Stiebel Eltron in Holzminden vergleicht die Umsetzung des Sportstättenkonzepts mit einem Marathon. „Das Streckenprofil ist anspruchsvoll. Wir haben höchstens zehn der 42 Kilometer bewältigt. Wir sind mittendrin und noch lange nicht am Ziel.“ Steh- und Durchhaltvermögen werden sich lohnen“, ist Merker, der Elektrotechnik studiert hat und von 1977 bis 2019 bei Stiebel in leitenden Funktionen tätig war, überzeugt.

Die ersten wichtigen Maßnahmen sind mit der Sanierung der Sporthalle der Realschule in Höxter sowie der Sporthalle der Gemeinschafts-Grundschule in Ottbergen abgeschlossen. „Es ist immer schön, wenn ich den Haken erledigt hinter Maßnahmen setzen kann.“ Ab 2021 seien die Sporthallen der Petrischule, der Nicolaischule sowie die Hallen in Albaxen, Lüchtringen, Lütmarsen, Ovenhausen, Godelheim, Bödexen und Stahle vorgesehen.

Stark am Hermann

Zwölfmal hat Roland Merker am Hermannslauf teilgenommen und immer das Ziel erreicht. Ungezählte Teilnahmen an Marathon-Veranstaltungen und Volksläufen liegen hinter dem Sportsmann. Bereits Anfang der 80er Jahre hatte sich Merker der Lauf-Gemeinschaft (LG) Höxter angeschlossen. Seit 2003 ist er LG-Vorsitzender. „Wir waren einst 100 Mitglieder. Nun sind es 60. Junge Menschen zieht es studienbedingt in die Ferne. Damit haben die Sportvereine zu kämpfen“, weiß der dreifache Familienvater wovon er spricht.

Wie ein Löwe

Merker kämpfe wie ein Löwe um den Sport in Höxter – das bescheinigen ihm heimische Vorsitzende. Zehn bis zwölf Stunden ist der SSV-Vorsitzende laut eigener Aussage wöchentlich für die Sportvereine der Stadt ehrenamtlich im Einsatz. „Es gibt Erfolge, allerdings auch Rückschläge. So wie eben bei einem Marathon.“ Die komplizierte Organisation der Hallenzeiten für die Vereine gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet. Regelmäßig führt der Chef des Höxteraner Sports mit der zweiten SSV-Vorsitzenden Elke Dewender Gespräche mit der Verwaltung und Bürgermeister Alexander Fischer. Mittwochs ist zudem SSV-Bürotag im Rathaus angesagt. Das Programm „Moderne Sportstätte 2022“, welches vom Land NRW aufgelegt wurde und die Stadt Höxter mit 400.000 Euro bedenkt, sei für die Vereine ein Segen. So könnten weitere Maßnahmen durchgeführt werden.

8500 Mitglieder im SSV

11400 Bürger sind in Höxter den mehr als 53 Sportvereinen angeschlossen. Davon gehören 31 Vereine und etwa 8500 Bürger dem Stadtsportverband an. „Vor vier Jahren herrschte in Höxter eine Aufbruchstimmung. Die Idee zur Ausrichtung der Landesgartenschau ist dabei entstanden. Wir werden das Projekt Landesgartenschau unterstützen“, sagt Merker. Gerade in diesen schweren Corona-Zeiten gelte es zusammenzuhalten und an einem Strang zu ziehen“, erinnert der Albaxer an den Pakt für den Sport, der seit Anfang 2018 zwischen Verwaltung und Stadtsportverband besteht. „Landesgartenschau und Sportstättenkonzept – beides geht“, ist der SSV-Vorsitzende überzeugt. So werde man die Bürger mitnehmen. „Höxter befindet sich in einem Marathon. Höxter braucht moderne Sportstätten”, setzt der SSV-Chef auf Innovation. Der Marathon sei erst am Anfang.

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