Schlingnatter und Zauneidechse finden unterhalb des Brunsbergs ein neues Zuhause
Reptilien vom Bahndamm ziehen um

Höxter (WB). Auf in die neue Heimat: Die Schlingnattern und Zauneidechsen vom Bahndamm zwischen Godelheim und Höxter ziehen ab Sommer in die optimierten Lebensräume unterhalb des Brunsbergs und am Langer Berg um. Derzeit werden die Umsiedlungsflächen noch mit speziellen Zäunen, sogenannten Reusen, umgeben. Die Umsiedlung ist eine Ausgleichsmaßnahme im Rahmen des geplanten Neubaus der B64/B83 zwischen Brakel-Hembsen und Höxter. Denn dieses Projekt beansprucht einen Teil des bisherigen Lebensraums von Schlingnatter und Zauneidechse im Bereich des Naturschutzgebietes „Grundlose-Taubenborn“.

Mittwoch, 06.05.2020, 06:00 Uhr
So sieht eine Schlingnatter aus. Sie soll in den Umsiedlungsgebieten ein neues Zuhause finden.  Foto: Bioplan

Die Umsiedlung

Beide Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Um die Tiere vor Schaden zu bewahren, werden diese umgesiedelt. „Die seit 2015 dafür neu hergerichteten Ersatzlebensräume haben sich gut entwickelt“, teilt der Landesbetrieb Straßen NRW mit. Es seien blütenreiche, mit Steinstrukturen versehene Lebensräume entstanden, die ausreichend Nahrungstiere für die Reptilien aufweisen. Die Schlingnattern und Zauneidechsen vom Bahndamm zwischen Godelheim und Höxter werden deshalb nun behutsam abgefangen und in die optimierten Lebensräume unterhalb des Brunsbergs und am Langer Berg verbracht.

Die Reusen, die derzeit aufgebaut werden, stellen während der Eingewöhnungszeit sicher, dass die Tiere auch wirklich in ihrer neue Umgebung bleiben. Denn es ist möglich, dass die Tiere zunächst noch versuchen werden, in ihre angestammten Lebensräume zurückzukehren. Die Reusen hindern die Reptilien daran, die neuen Flächen einfach zu verlassen. Gleichzeitig ist es jedoch für Kleinsäuger und andere Reptilien möglich, in die neuen Flächen einzuwandern. „Sobald die Tiere ihren neuen Lebensraum kennengelernt und angenommen haben, werden die Zäune in den nächsten Jahren wieder entfernt“, berichtet Straßen-NRW-Sprecher Andreas Hüser.

Die Umsiedlung der Tiere wird wissenschaftlich begleitet, um möglichen Fehlentwicklungen umgehend begegnen zu können. Außerdem wird dokumentiert, wie erfolgreich die Umsiedlungsmaßnahme ist.

Der geplante Neubau

Der Neubau der B64/B83 zwischen Hembsen und Höxter ist in drei Bauabschnitten geplant. Für zwei Bauabschnitte zwischen Ottbergen und Höxter ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Der Erörterungstermin hat im November 2019 stattgefunden. Umweltverbände legten daraufhin eine Alternativplanung vor, die aus ihrer Sicht weniger in die Natur eingreift und kündigten Klagen an.

Straßen NRW betont, dass der Eingriff durch die Straßenführung parallel zur Bahn bereits so gering wie möglich sei. Im Bereich des Naturschutzgebiets „Grundlose-Taubenborn“ werde ein Teil des Bahndamms in die Baumaßnahme einbezogen, wo bisher Schlingnattern und Zauneidechsen leben. Aus diesem Grund würden die beiden Tierarten umgesiedelt.

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