Familienausflug statt Maisause im Kreis Höxter – Feiern 2021 „werden umso schöner“
Bürger verhalten sich vorbildlich

Höxter/Godelheim (WB). Leere Bänke, leere Wiesen, leerer Strand: So unbelebt war die Freizeitanlage Godelheimer See vermutlich noch nie an einem 1. Mai. In den vergangenen Jahren sind Hunderte Jugendliche mit ihren Bollerwagen zum See gewandert, haben sich dort mit Freunden getroffen und ausgelassen gefeiert – doch nicht in diesem Jahr.

Sonntag, 03.05.2020, 17:46 Uhr
An der Godelheimer Seenplatte herrschte am 1. Mai Besucher-Flaute (oben). Darüber freut sich die Polizei aus dem Kreis Höxter. Das Verhalten der Bürger im Kreis sein vorbildlich. Foto: Ellen Waldeyer
Das sagt die Polizei

Die Bürger im Kreis Höxter verhielten sich vorbildlich. Auch im Bereich der touristischen Ziele wurden keine Bollerwagenfahrer, Grill- oder Picknickgruppen angetroffen. Es waren auffallend wenige Wanderer unterwegs. Lediglich in Willebadessen fiel eine Personengruppe vor einem Imbissstand auf, die den Mindestabstand nicht einhielten. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wurde eingeleitet.

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Die Corona-Krise führt aktuell immer wieder zu großen Veränderungen und Einschränkungen. Auch die beliebte Maisause am Freizeitsee ist ihr zum Opfer gefallen. Dieses Jahr ist keine dröhnende Musik mit lauten Bässen zu hören, kein Grillgeruch in der Nase zu spüren und kein lästiger Müll zu sehen. Nur wenige Menschen sind am Tag der Arbeit in der Freizeitanlage unterwegs. Einige wenige Radfahrer, Spaziergänger und Jogger nutzen die Zeit, um sich zu bewegen. Von feierwütigen Jugendlichen fehlt jede Spur.

Die Polizei sorgt im ganzen Kreis mit zahlreichen Sondereinsatzkräften für die Einhaltung der neuen Schutzverordnungen. Die Stadt Höxter stellte in Godelheim auch Personal vom Sicherheitsdienst bereit, um mögliche Regelverstöße zu ahnden. Die Einsatzkräfte, die sich sonst um Ausschreitungen und zu stark alkoholisierte Jugendliche sowie die neue Anordnung im vergangenen Jahr, keinen harten Alkohol auf das Gelände zu bringen, kümmern mussten, stehen dieses Jahr ohne große Aufgaben da. Die Polizei verzeichnet am Tag der Arbeit keine Gruppenansammlungen, die mit 200 Euro pro Person bestraft worden wären. Grillen oder Picknicken auf öffentlichem Gelände kostet derzeit sogar 250 Euro pro Person.

Großes Lob an Bevölkerung

„Genau so haben wir uns das gewünscht“, erklärt Polizeihauptkommissar Hubertus Albers. „Aber ich bin doch sehr überrascht, dass sich tatsächlich alle an die Regeln halten und solche Disziplin zeigen“, gibt er zu und spricht der Bevölkerung ein großes Lob aus. „Das muss man den Menschen wirklich hoch anrechnen, dass sie all diese Einschränkungen so gut meistern.“

Spaß auch zu zweit

Auch Sabrina und Christian hätten sich niemals vorstellen können, dass sich die Menschen so stark an die Maßnahmen und Gesetze halten. „Wir wohnen schon seit vielen Jahren direkt am Stadtrand von Höxter und haben die Maisause immer besonders gut miterleben können“, schildert Sabrina, die an diesem Tag mit Mann Christian und Hündin Lucy eine Runde um den See dreht. „Bisher konnten wir das Haus tagsüber nicht verlassen und wandern gehen, weil wir aufpassen mussten, dass die Betrunkenen keinen Müll oder Bierflaschen in die Einfahrt werfen, in den Garten pinkeln oder anderweitig Randale betreiben“, erklärt Christian. Das Paar feiert normalerweise mit Freunden zuhause. Nur abends, wenn alles vorbei war, konnten sie spazieren gehen. „Dass die Tradition mit unseren Freunden wegfällt, ist natürlich total schade. Aber wir haben auch zu zweit Spaß und freuen uns, nun am ersten Mai auch mal tagsüber das Haus verlassen zu können.“

Familie Bilitz aus Entrup findet es sehr schade, dass so wenig los ist und die Maßnahmen so drastisch sind. „Die Kinder hatten sich so sehr auf die vielen Abenteuerspielplätze gefreut, aber die sind gesperrt“, bedauert Mutter Kathi. „Der Kontakt zu anderen ist für die Kinder doch enorm wichtig. Die möchten endlich mal wieder mit anderen spielen, aber all das ist nicht möglich. Ich denke, dass man da doch bald mal über Lockerungen nachdenken sollte“, meint Familienvater Theo.

Hochzeit ohne Gäste

Alina (24) und Denise (26) aus dem Driburger Raum gehen auch eine kleine Runde am See spazieren – ohne Bollerwagen, wie sie es sonst gewohnt sind. „Es fühlt sich einfach nicht nach dem 1. Mai an“, sagen die beiden und gehen davon aus, dass ohne die hohen Strafen doch einige mit Bollerwagen losgezogen wären. Denise wird kommende Woche heiraten und ist dementsprechend genervt von den starken Einschränkungen: „Voraussichtlich werden wir kommende Woche allein vor der Standesbeamtin stehen und uns das Ja-Wort geben, ohne großartig zu feiern.“ Die beiden Frauen bleiben aber optimistisch: „2021 werden alle Feiern dann umso schöner und wir schätzen das alles wieder viel mehr wert. Da freuen wir uns jetzt schon drauf!“

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