Menschen 2020: Martina und Hermann Luedecke haben sich einen Traum erfüllt Ein „oles Hus“ steckt voller Ideen

Kreis Höxter/Fürstenau (WB). Kaffee aus Boffzen, Brotaufstrich aus Steinheim und Feinkost aus aller Welt – das und noch viel mehr bietet „Dat ole Hus“ in der Ortschaft Fürstenau. Martina und Hermann Luedecke haben sich mit der Eröffnung des kleinen, aber feinen Delikatessen-Ladens mitten im Dorf einen Traum erfüllt. Und sie sind mit ihren Ideen noch lange nicht am Ende.

Von Greta Wiedemeier
Der kleine Delikatessen-Laden ist der ganze Stolz von Martina und Hermann Luedecke, die sich damit einen Traum erfüllt haben.
Der kleine Delikatessen-Laden ist der ganze Stolz von Martina und Hermann Luedecke, die sich damit einen Traum erfüllt haben. Foto: Greta Wiedemeier

Warum das geschmackvoll eingerichtete Geschäft seinen Namen trägt, wird jenen, die dort einkaufen, schnell klar: Es befindet sich im Anbau eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses, das 1696 errichtet worden ist – eben ein richtig „oles Hus“.

„Das Denkmalamt hat uns vor einigen Jahren gefragt, ob wir es nicht sanieren möchten“, erzählt Martina Luedecke. Sie und ihr Mann waren sofort Feuer und Flamme: Erfahrung mit alten Fachwerkhäusern hatten sie nämlich schon allerhand. Nachdem sie 1993 aus dem Harz über Bad Meinberg nach Fürstenau gekommen waren, hatten sie dort ein kleines Fachwerkhaus an der Detmolder Straße erworben – und dieses nach und nach kernsaniert.

Wein ist das Herzstück

„Damals haben wir schon angefangen, Fürstenauer Grußkarten zu verkaufen“, erinnert das Ehepaar sich gerne zurück. Auch einen Tannenbaumverkauf hatte das ideenreiche Paar damals angeschoben – die Karten erwiesen sich aber als das weitaus erfolgreichere Projekt. Die Motive hat Hermann Luedecke stets selbst gezeichnet und sein Repertoire bis heute für jeden Anlass – von der Kommunions- bis zur Geburtstagskarte – erweitert.

Das denkmalgeschützte Gebäude in Fürstenau wird weiter saniert. Foto: Greta Wiedemeier

Das Herzstück von „Dat ole Hus“ sei jedoch der Wein, der als erstes in die neuen Räume einziehen durfte. „Wir haben uns damals nach ausgiebiger Suche für den Pfälzer Wein entschieden und uns gedacht: Wenn’s schief geht, dann haben wir eben ein Jahr lang guten Wein zu trinken“, lachen die beiden. Doch die Investition erwies sich als Volltreffer und nach der Eröffnung zählen seitdem nicht nur zahlreiche Dorfbewohner, sondern auch Ortsfremde zu den treuen Stammkunden.

Das Repertoire habe sich ebenfalls deutlich erweitert: Liköre, Säfte, Konfitüre, Schokolade, Kosmetik und sogar Fanartikel des örtlichen Sportvereins finden ihren Platz im gemütlichen Verkaufsraum.

Besonderes Ambiente

„Viel größer soll es aber nicht mehr werden, dann würde das Ambiente leiden“, sagen die beiden gelernten Gastronomen. Denn genau das ist es, was viele Kunden schätzen: Die gemütliche Atmosphäre, die Zeit für ein privates Schwätzchen und die Gewissheit, bei jedem Stöbern neue Köstlichkeiten zu entdecken. „Wir wissen auch immer genau, wer wann Geburtstag hat“, lacht Martina ­Luedecke und deutet auf die zahlreichen Präsentkörbe, die Kunden bei ihnen in allen Größen zum Beispiel telefonisch bestellen.

In dem kleinen Lädchen gibt es auch viele regionale Produkte. Foto: Greta Wiedemeier

Für das Ehepaar Luedecke ist „Dat ole Hus“ ein willkommener Gegenpol zum Hauptberuf in der Industrie. „Wir haben schon immer alle Nase lang eine neue Idee. Wenn wir durch ein altes Haus gehen, denken wir nicht an die Abrissbirne, sondern daran, wie es eines Tages aussehen könnte“, erklären die Hobbytüftler, wie es auch in diesem Fall ablief.

Das denkmalgeschützte Gebäude an der Hohehäuser Straße ist mittlerweile entkernt und wird mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden wieder neu aufgebaut. Dessen Deele soll eines Tages für Aktionen verschiedenster Art wiederbelebt werden.

Und auch für den Laden schwebt ihnen dann doch noch eine kleine Erweiterung vor: Eine „Gartenwirtschaft“, in der Kaffee und Kuchen oder ein gutes Glas Wein direkt verköstigt werden können, soll in naher Zukunft realisiert werden und – nach der Corona-Krise – noch mehr Leben in das Dorf bringen, das Martina und Hermann Luedecke so gern gewonnen haben.

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