Corona-Krise: Beiträge mit einem formlosen Antrag reduzieren
Krankenkasse hilft Selbstständigen

Höxter (WB). Selbstständige, die aufgrund der Corona-Krise erhebliche Einnahmeeinbußen hinnehmen müssen, können bei der Barmer-Krankenkasse ab sofort einfach und unbürokratisch die Reduzierung ihrer Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge beantragen.

Freitag, 03.04.2020, 01:45 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 05:04 Uhr
Selbstständige, die finanziell von der Corona-Krise betroffen sind, können ihre Krankenkassenbeiträge reduzieren. Foto: dpa

Die Barmer möchte mit dem vereinfachten Verfahren zur Beitragsreduzierung die finanzielle Situation betroffener Selbstständiger entschärfen. Zur Reduzierung der Beiträge reiche ein formloser Antrag, so die Barmer. Dieser müsse lediglich eine entsprechende schriftliche Erklärung enthalten, dass der Gewinneinbruch mindestens 25 Prozent betrage und auf die Corona-Krise zurückzuführen sei. Außerdem müssten die zukünftigen Einnahmen geschätzt werden.

Vorauszahlungsbescheid nicht erforderlich

Der bisher obligatorische Vorauszahlungsbescheid des Finanzamtes sei für eine Reduzierung der Beiträge bis auf Weiteres nicht mehr zwingend erforderlich. Die Anträge auf Beitragsreduzierung von Selbstständigen würden somit aufgrund der besonderen Situation erheblich vereinfacht. Unternehmen, die sich in Liquiditätsengpässen befänden und bereits Hilfen aus dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung wie Kurzarbeitergeld, Fördermittel und Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt hätten, könnten ihre Beiträge außerdem mit vereinfachten Anträgen stunden lassen. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30. April.

Candy Huster, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Höxter sagt: „Die Barmer unterstützt nicht nur Selbstständige, die wegen der Corona-Krise erhebliche Einnahmeeinbußen haben, sondern auch freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, die von Kurzarbeit betroffen sind. Bei Fragen erreichen uns Versicherte rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800/3331010, per E-Mail und im Internet.“

Keine Benachteiligung

Während der Kurzarbeit fallen für freiwillig versicherte Arbeitnehmer weniger Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung an, da sich der Arbeitgeberanteil erhöht. Mit dieser Regelung stellt der Gesetzgeber sicher, dass bei Kurzarbeit freiwillig versicherte Arbeitnehmer gegenüber Pflichtversicherten nicht benachteiligt werden. Die Entlastung gilt sowohl für freiwillig versicherte Arbeitnehmer als Selbstzahler als auch Arbeitnehmer mit sogenanntem Firmeneinzug. Bei den Selbstzahlern zahlt der Arbeitgeber bei Kurzarbeit den Zuschuss zum höheren Arbeitgeberanteil an den Arbeitnehmer aus.

Für eine Stundung der Beiträge prüfen die gesetzlichen Krankenkassen bei freiwillig versicherten Arbeitnehmern, die Selbstzahler sind, jeden Einzelfall. Hier genügt ein formloser Antrag des Versicherten mit Informationen zum Zeitraum und Grund für die Stundung. Für freiwillig Versicherte mit Firmeneinzug stellt nach Auskunft der Barmer-Krankenkasse der Arbeitgeber einen Antrag bei der Kasse.

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