Makler im Kreis Höxter verzeichnen geringere Nachfrage – Besichtigungstermine gestalten sich schwierig Virus auch auf Immobilienmarkt bemerkbar

Höxter (WB). „Es tut sich gar nichts mehr“, sagt Andrea Ernst, Geschäftsführerin von Getmore Immobilien in Beverungen. Das Coronavirus macht sich auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar.

Von Angelina Zander
Da Wohnungsbesichtigungen nicht problemlos möglich sind, ist die Nachfrage nach Mietobjekten gering.
Da Wohnungsbesichtigungen nicht problemlos möglich sind, ist die Nachfrage nach Mietobjekten gering. Foto: dpa

Das Interesse am Kauf oder Verkauf von Immobilien gehe gegen Null, berichtet Ernst. Auch die Nachfrage nach Mietobjekten sei gering. Als Grund führt Ernst die Besichtigungen an: „Wenn, dürfen wir die Interessenten nur noch einzeln reinführen. Das bedeutet einen drei- bis vierfachen Zeitaufwand.“ Die Alternative sei, dass höchstens zwei Personen sich die Immobilie anschauen und die Makler draußen warten. Besichtigungen seien ohnehin „nur in Ausnahmefällen“ möglich.

Auch die Sparkasse Höxter berichtet auf Anfrage, dass deutlich weniger Kunden nach Besichtigungsterminen fragen. „Dies liegt aber absolut in unserem Interesse. Grundsätzlich bieten wir aktiv Besichtigungstermine frühestens wieder für Mai 2020 an“, heißt es in einer Stellungnahme.

Eine „gewisse Zurückhaltung“ bei den Interessenten spürt auch Bernd Mogge, Inhaber von MH-Immobilien in Höxter. „Zur Zeit wird es sicher nicht das Wichtigste sein, eine Immobilie zu kaufen“, schätzt Mogge. „Mein Gesamtgefühl: Man ist verunsichert, aber einen großen Einbruch gibt es noch nicht.“ Er erhalte weiterhin Anfragen, auch für den Verkauf von Immobilien. Mogge vermutet, dass Interessenten und Verkäufer zunächst abwarten werden, wie sich die Corona-Lage entwickeln wird.

„Wie sich das Coronavirus letztlich auf den Immobilienmarkt im Kreis Höxter auswirkt, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Gerade für Verkäufer ist die Ausgangslage zum jetzigen Zeitpunkt noch günstig. Noch sind die Preise stabil und die Nachfrage nach Objekten und Grundstücken weiterhin groß“, beurteilt Andreas Nowak, Geschäftsführer der OWL Immobilien GmbH der Verbund-Volksbank OWL die Situation.

Langeweile bei Mietern

Getmore Immobilien aus Beverungen ist nicht nur für die Vermittlung zuständig, sondern übernimmt auch deren Verwaltung. Dabei bemerkt Andrea Ernst einen starken Trend, der mit dem Coronavirus zu tun hat: „Es ist eine stärkere Langeweile bei den Mietern zu spüren. Es wird hier nicht ruhiger im Büro“, sagt sie, obwohl ihr Team die Maklerarbeit weitestgehend aussetzen muss. Viele Mieter würden anrufen und alte Anliegen vorbringen, die sie nun erledigt wissen wollen.

Über mögliche Auswirkungen des Coronavirus auf die Immobilienpreise könne man zu diesem Zeitpunkt nichts sagen. Allerdings sei die Mietzahlung ein Thema, mit dem man sich nun beschäftigen müsse. Gewerbemieter hätten bereits angemerkt, keine Miete zahlen zu können. „Aber die Bundesregierung macht einen guten Job. Es gibt Hilfsmittel, die beantragt werden können.“ In der Regel finde man eine Lösung für die Probleme. Bei einer Vermittlung habe sie mit Personen Bekanntschaft gemacht, die das Coronavirus für ihre Zwecke ausnutzen wollten: „Vor einer Woche hatte ich für eine Eigentumswohnung in Beverungen ein Angebot. Das wurde allerdings zurückgezogen, und jetzt gab es ein neues Angebot, das 20.000 Euro darunter lag, mit der Begründung: Coronavirus. Manche Leute versuchen, ihr Geschäft mit dem Virus zu machen“, berichtet Ernst.

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