Albert Mönks sagt nach 49 Jahren in Brenkhäuser Fleischerei Servus und geht in Rente
„Darf es noch etwas mehr sein?“

Brenkhausen  (WB). „Ein halbes Pfund Aufschnitt. 200 Gramm vom Gouda Käse bitte und eine Hausmacher-Mettwurt.“ „Sehr gerne“, kommt die freundliche Antwort von der andere Seite der Theke. „Darf es noch etwas mehr sein?“, fragt der freundliche Mann die Kundin später. Albert Mönks hat diese Frage in den vergangenen 49 Jahren ungezählte Male gestellt – am vergangenen Samstag allerdings zum letzte Mal.

Montag, 02.03.2020, 02:10 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 05:02 Uhr

Denn der Altgeselle ist seit gestern Rentner. 49 Jahren hat der 64-Jährige in der Fleischerei Mönkemeyer in Brenkhausen, seit Jahresbeginn wird diese unter dem neuen Inhabernamen „Bauer Loges“ geführt, gearbeitet. „Es war eine schöne Zeit“, blickte Mönks an seinem letzten Arbeitstag auf ein fast halbes Jahrhundert zurück. Vorrangig in der Produktion und an den Wochenenden im Verkauf hat der Kollerbecker der Fleischerei Mönkemeyer seinen Stempel aufgedrückt. „Die Zeiten und die Preise für Fleisch und Wurst haben sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten drastisch

Albert Mönks geht in den Ruhestand

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Foto: Jürgen Drüke
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verändert. Albert allerdings ist immer der Junge mit dem spitzbübischem Lächeln und der frischen Gesichtsfarbe geblieben“, erinnert sich eine ältere Kundin noch genau an den damals 15-Jährigen. Seine Zurückhaltung habe er sich immer bewahrt. „Albert redet nicht viel und schon gar nicht über Leute. Er genießt deshalb das Vertrauen der Kunden.“

1. April 1971 gestartet

Albert Mönks hat seine dreijährige Ausbildung am 1. April 1971 in Brenkhausen begonnen: „Zunächst fuhr ich mit dem Moped von Kollerbeck nach Brenkhausen. Im Winter war es mitunter bitterkalt. Wenn ich endlich in der Fleischerei angekommen war, habe ich mich sofort Richtung Heizung begeben“, blickt Mönks zurück. Der Azubi der Fleischerei Mönkemeyer schloss die Ausbildung am 31. Juli 1974 als Innungsbester ab. „In Nordrhein-Westfalen hat Albert damals zudem den fünften Platz in Köln belegt“, erinnert sich sein ehemaliger Ausbilder und Fleischermeister Karl Mönkemeyer, der mächtig stolz auf seinen Lehrling war. „Auf Albert war immer Verlass“, hebt der ehemalige Innungs-Obermeister Mönkemeyer hervor. Karl Mönkemeyer führte die Fleischerei bis Ende 2009 und übergab sie an Elina Wittrock, die bis Ende 2019 Inhaberin war.

Vier Kinder und fünf Enkel

„Die gute Qualität unserer Waren wird seit Jahrzehnten geschätzt. Das ist nur mit Einsatz, Hingabe zum Beruf und Disziplin zu schaffen“, weiß Mönks. 1973 hat sein Chef Karl Mönkemeyer bei einem Autounfall einen Arm verloren. „Deshalb habe ich damals bereits eine Menge Verantwortung übernehmen müssen. Es war eine Herausforderung und hat Spaß gemacht. Ich bin hier in Brenkhausen geblieben. Ein Wechsel ist für mich nie in Frage gekommen“, erzählt der vierfache Familienvater und Opa von fünf Enkelkindern. Seine drei Töchter Simone, Alexandra und Caroline sowie sein Sohn Christian sind allesamt in der Freiwilligen Feuerwehr. Mit seiner Ehefrau Jutta will Mönks, der seinem Sohn Christian auf dem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb in Kollerbeck weiterhin hilfreich zur Seite steht, den nächsten Lebensabschnitt genießen. Mönks, der von 1986 bis 2009 als Prüfer bei Gesellenprüfungen der Fleischerinnung Höxter-Warburg im Einsatz war und in Brenkhausen sechs Lehrlinge ausbildete, hat einen Kollegen ganz besonders in sein Herz geschlossen: „Mit Hermann Feistel habe ich hier mehr als 32 Jahre zusammengearbeitet. Wir waren für die Produktion zuständig und ein echtes Team.“ „Wenn Du die Ruhe bewahrst, meisterst Du alle Aufgaben“, wird sich Hermann Feistel in Zukunft immer gerne an den Leitspruch seines Freundes Albert Mönks erinnern. „Albert hat Maßstäbe gesetzt“, hätte Feistel seinem Kollegen kein besseres Abschlusszeugnis ausstellen können. „Darf es noch etwas mehr sein?“ Für Albert Mönks nicht mehr, er ist seit dem 1. März 2020 Rentner.

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