„Jugend forscht“-Regionalwettbewerb: 72 Schüler mit 39 Projekten – Kreis Höxter stark vertreten
Trüffel suchen und E-Autos aufladen

Höxter (WB). In der kommenden Woche beginnen bundesweit die Wettbewerbe der 55. Runde von „Jugend forscht“. Die Jungforscherinnen und Jungforscher präsentieren wieder ihre kreativen Projekte zunächst auf den Regionalwettbewerben wie am Donnerstag, 13. Februar, im Heinz-Nixdorf-Museumsforum einer Jury und der Öffentlichkeit.

Mittwoch, 05.02.2020, 23:29 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 10:24 Uhr
Blick zurück: „Jugend forscht“ 2019 im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn – Raphael Schübeler und Frederic Kröger (links) von Gymnasium Steinheim haben sich vor einem Jahr mit Wetter und Luftqualität im Straßenverkehr beschäftigt. Foto: Ingo Schmitz

Das kündigte Andreas Stolte (Pressesprecher des HNF-Forums) an. Für die aktuelle Runde von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb haben sich 11.768 MINT-Talente angemeldet, darunter 4742 Mädchen – so viele wie noch nie zuvor in der „Jugend forscht“ Geschichte. Gut ein Dutzend Gruppen aus den Kreisen Höxter und Paderborn kämpfen auf Hochstiftebene um Platz und Sieg.

„72 Teilnehmer präsentieren bei uns im Rahmen des bekannten Wettbewerbs 39 Projekte zu dem Motto „Schaffst Du!“, berichtet Andreas Stolte. Am 13. Februar ab 12.30 Uhr sind die Ergebnisse im HNF in Paderborn zu sehen. Eine Jury bewertet die Arbeiten aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaft, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die Arbeiten werden von den Jugendlichen an selbst gestalteten Ständen präsentiert und in Szene gesetzt. Hier sind Leistungen der Forscher von morgen zu sehen, die den Besuchern gerne Rede und Antwort stehen.

Die Jungforscherinnen und -forscher treten in zwei Altersklassen an: 10- bis 14-Jährige unter „Schüler experimentieren“ sowie 15- bis 21-Jährige unter „Jugend forscht“.

Die Sieger qualifizieren sich für die Teilnahme an den Landeswettbewerben in Leverkusen („Jugend forscht“) und Essen („Schüler experimentieren“). Dort haben sie die Möglichkeit, sich für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren (läuft Ende Mai in Bremen).

Andreas Stolte: „Interessierte sind eingeladen, sich die Projekte im HNF anzuschauen. Die Preisverleihung beginnt um 15.30 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung der Jungforscher und zur Siegerehrung ist frei.“

Lebenspraktische Themen

Auch in diesem Jahr waren die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Schulen im Kreis Höxter wieder sehr kreativ und legten eine große Bandbreite an innovativen Forschungsprojekten vor. Eine solarbetriebene Ladestation für E-Autos stellen Schüler des Städtischen Gymnasiums Steinheim am 13. Februar vor. Sie beantworten Fragen zur Akkulaufzeit und zur Aufladezeit. Zweites Thema aus Steinheim: „Wie verändert sich die Luftqualität mit der Höhe? Luftqualitätsmessung mit einer Drohne“.

Mit der Entwicklung der Zeitmessung durch selbst gebaute Modelle beschäftigen sich die Teilnehmer aus dem Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg. Zweites Driburger Thema: „Trüffelsuche ohne tierische Hilfe? Entwicklung eines Trüffelsensors“.

Brede-Schüler aus Brakel legen dieses Werk vor: „Informationsgewinnung aus ADS-B Daten von Verkehrsflugzeugen“. Mit Hilfe eines Einplatinencomputers Raspberry Pi und einer Antenne werden die von Verkehrsflugzeugen ausgesendeten Daten aufgezeichnet. Diese werden in eine Datenbank übertragen. Daraus lässt sich auf den Zustand der oberen Troposphäre rückschließen.“

Die Brede reichte zudem die Arbeit „Wo hin fahre ich? Richtungsanzeige über EEG“ ein. Bei dem Projekt geht es darum, eine blinkerähnliche Richtungsanzeige, die von einem Mikrocontroller bedient wird, der über Elektroenzephalografie Signale aus dem menschlichen Gehirn ausliest und diese dann über visuelle Signale darstellt, zu entwickeln. Diese Anzeige wird in der Rückseite eines Fahrradhelms integriert sein. Ein Großteil der verwendeten Plastik-Teile, die in einem Prototyp Verwendung finden werden, werden über DLP-3D-Druck hergestellt.

Schüler vom KWG Höxter haben das „Einsparen von Wasser beim Wäschewaschen“ untersucht. Ziel ist das Wassereinsparen beim Reinigen. Es soll geprüft werden in wie weit man das Wasser wieder aufbereiten und wieder verwenden kann. Die Gymnasiasten aus Höxter haben auch 62 Rotbuchen auf ihren Zustand unter die Lupe genommen. Schaden Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer? „Patient Rotbuche – Beurteilung des Gesundheitszustandes der Rotbuchen am Bielenberg in Höxter“ so heißt ihr Umwelt-Beitrag.

Sehr kreativ ist die Arbeit von Schülern des Hüffertgymnasiums Warburg: „Wir möchten herausfinden, wo in unserer Schule im Alltag die größten Bakterien- Schwerpunkte sind und inwiefern Putz- und Desinfektionsmittel effektiv sind. Hierzu nahmen wir an verschiedenen Stellen Proben, infizieren einen Nährboden und vergleichen und interpretieren die Beobachtungen.“

Zweites Warburger-Forschungsthema: Im Projekt “Grüner Beton” untersucht ein Schüler die Auswirkungen auf die Biodiversität durch den Anbau von Mais als Energiepflanze in Verbindung mit der Schließung der Zuckerfabrik Warburg 2020. Die Forschungsergebnisse sind im Jagdrevier Wormeln in einer gleichgroßen und nebeneinanderliegenden Mais- und Zuckerrübenfläche erhoben worden, berichtet die Warburger Schule.

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