Sternsinger verteilen Gottes Segen im Kreis Höxter – Spenden für Kinder in Not
Unterwegs in guter Mission

Höxter-Lüchtringen (WB). Sie tragen Gewänder, nennen sich Casper, Melchior und Balthasar, wollen mit Kreide Buchstaben und Zahlen an die Türen schreiben oder Aufkleber hinterlassen, und sie haben eine Mission: den Segen Gottes bringen.

Montag, 06.01.2020, 00:21 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 05:03 Uhr
Nele (von links), Mia, Pia und Sophie ziehen als Sternsinger durch Lüchtringen, um Gottes Segen in die Häuser zu bringen und Spenden für Kinder in Not zu sammeln. In Lüchtringen sind am Sonntag 68 verkleidete Kinder unterwegs. Foto: Angelina Zander

Sternsinger in Lüchtringen

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Jetzt sind die ersten Sternsinger im Kreis gestartet. Ein Großaufgebot hatte am Vormittag die Kirche in Lüchtringen verlassen und war in die Straßen ausgeschwärmt. Unter ihnen die Freundinnen Nele (13), Pia (12), Sophie (12) und Mia (12).

Eigentlich sind die heiligen drei Könige, wie der Name schon sagt, zu dritt. Doch in Lüchtringen gesellt sich in fast jeder zweiten Gruppe ein vierter Sänger dazu – er trägt den Stern. In der Mädchengruppe ist es Nele. Mit Hilfe von Sophies Vater, Matthias Stork, schmieden die Mädchen einen Plan. Los geht es bei Mias Oma. Ein Plausch, dann müssen sie weiter. Zwei Stunden werden sie mindestens unterwegs sein, weiß Matthias Stork. Er hat in der Frauengruppe das Sagen. „Das hier ist das letzte Haus. Das müsst ihr euch merken“, sagt er, als sie am gegenüberliegenden Haus vorbeigehen. Matthias Stork ist auch derjenige, der den Bollerwagen bergauf und bergab durch Lüchtringen zieht. „Um 13 Uhr werde ich abgelöst von Jörg Schmidt. Er bringt auch warmen Tee“, sagt er.

Einladungen in die Häuser

Schnellen Schrittes laufen die Freundinnen zur nächsten Haustür. Ein paar Treppenstufen gehen sie hoch und stellen sich auf. Pia klingelt. Hinter der dunkelbraunen Tür mit den Glasfenstern regt sich etwas. Die Mädchen schauen mit großen Augen zur Tür. Gleich werden sie singen und ihren Text vortragen. Und im Idealfall Spenden einsammeln können. Doch es kommt anders. Karl Köster öffnet die Tür und bittet sie in sein Haus. Er weist ihnen den Weg ins Esszimmer. „Da sitzt meine Frau“, sagt er. „Sollen wir reingehen?”, fragt Sophie überrascht. „Natürlich!” Und dann legen die Sternsinger los, singen routiniert ihr Lied und sagen ihre Sätze auf. Für Karl und Maria Köster eine Freude. „Unsere Kinder waren schon Sternsinger“, verrät Maria Köster. Anschließend gibt für die Familie einen Aufkleber an die Tür: „20*C+M+B+20*“ steht darauf.

Süßigkeiten für Bedürftige

„Wir werden eigentlich schon gut aufgenommen“, lässt Mia zwischen den Besuchen die vergangenen Jahre Revue passieren. Seit etwa sechs Jahren ist sie mit Sophie und Pia unterwegs. Nele ist in diesem Jahr neu zur Gruppe gekommen. Und zwischen den Besuchen ist daher auch Zeit, um über manche Begegnung als Sternsinger zu sprechen. „Sie sind gute Freundinnen. Deswegen macht es ihnen auch noch mehr Spaß“, weiß Matthias Stork, der weiterhin den Bollerwagen zieht. Mittlerweile sind darin schon einige Süßigkeiten verschwunden. Diese werden später verteilt, und ein Teil wird an den Höxter Tisch gespendet.

Pia klingelt an der nächsten Haustür. Nichts passiert. Sie dreht sich zu den anderen um. Immer zweimal klingeln, haben sie verabredet. Also klingelt sie ein zweites Mal. Und wieder passiert nichts. Eine Minute vergeht. Mia beginnt, rhythmisch an die Spendendose zu hauen. Nele steigt ein und klopft mit dem Stern auf den Boden. Ein Zeitvertreib, der für noch mehr Spaß sorgt. Dann ziehen sie weiter. Mit einem Lächeln, denn entmutigen lassen sie sich von verschlossenen Türen nicht.

Stattdessen übt Nele mit ihrem Stern eine Choreografie. Wenn das Wort „Stern“ gesungen wird, will sie den Holzstern hoch heben. „Habt ihr meinen Stern gesehen?“, fragt sie anschließend. Doch durchsetzen kann sich die Choreografie nicht – an der nächsten Tür bleibt der Stern unten.

Warmes Essen für Sänger

Währenddessen im Pfarrheim: Aus der Küche dringen Frauenstimmen. Hinter der Tür: das Organisationsteam. Es ist gerade mit dem Schnippeln und dem Kochen fertig geworden und erwartet in Kürze die ersten hungrigen Sänger. Getränke, Gemüsestreifen und Nudeln mit Tomatensoße stehen bereit. 68 Kinder sind in Lüchtringen unterwegs, aufgeteilt in 18 Gruppen. Das Organisationsteam betreibt viel Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem gebe es ein großes Netzwerk, sodass zum einen die Bereitschaft bestehender Sternsinger groß sei, zum anderen aber auch neue gewonnen werden könnten, erklärt Sucia Mih. Etwa sechs sind es in diesem Jahr.

Dankeschön-Feier geplant

Das Team ist seit Ende November mit den Vorbereitungen beschäftigt. Jedes Jahr gibt es ein Motto und ein Beispielland, diesmal: „Frieden! Im Libanon und weltweit“. Nach einem Aktionstag zur Vorbereitung gibt es am Freitag, 10. Januar, einen Dankeschön-Nachmittag für die Sternsinger. Dieser beginnt um 16 Uhr im Pfarrheim. Die gesammelten Spenden kommen zahlreichen Projekten für Kinder in Not zugute. Im vergangenen Jahr seien 4750 Euro gesammelt worden, berichtet Lioba Bongartz.

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