Kommentar zur Kommunalwahl in Höxter am 13. September 2020
Tritt Fischer zum dritten Duell an?

Höxter (WB). Vorhang auf für den Wahlkampf, der spätestens mit Beginn des neuen Jahres eröffnet worden ist. Die spannende Frage: Wer wird neuer (oder alter) Bürgermeister von Höxter?

Samstag, 04.01.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 16:18 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Das Vorwort vor dem ersten Akt zur Kommunalwahl am 13. September 2020: Es gibt bereits seit Mai einen unabhängigen Kandidaten, der von der CDU unterstützt wird – allerdings neun Monate vor der Wahl noch nicht nennenswert in Erscheinung getreten ist. Ein offenbar vielversprechender Offizier der Bundeswehr hält sich damit weiterhin in der Deckung. Der amtierende Bürgermeister hatte wiederum bereits im Februar 2019 mitgeteilt , dass er bei der Kommunalwahl nach zehnjähriger Amtszeit nicht mehr antreten werde. Allerdings erscheint es inzwischen nicht ausgeschlossen, dass Alexander Fischer zum dritten Mal in den Ring steigt.

Bürgermeister Alexander Fischer.

Bürgermeister Alexander Fischer. Foto: Jürgen Drüke

Erster Akt: Bürgermeister Fischer wirkt motivierter denn je. Seine Entschlossenheit und sein Schaffensdrang resultieren aus dem Erfolgsjahr 2019. Millionen-Projekte vom Medien-Entwicklungskonzept über die Sanierung und den Neubau der Bäder bis hin zur Landesgartenschau laufen auf Hochtouren. Der Bäder-Kompromiss mit Freibad und Hallenbad ist gewiss nicht der alleinige Verdienst Fischers, ­sondern das Ergebnis des Engagements entschlossener und kämpfender Bürger sowie der Parteien.

Der Bäder-Kompromiss fällt trotzdem in die Regierungszeit des 56-Jährigen und wird ihm zumindest zum Teil gutgeschrieben. Darüber hinaus werden Sporthallen nach jahrzehntelangem Sanierungsstau endlich auf Vordermann gebracht. Das Sportstättenkonzept soll mit der Errichtung von Kunstrasenplätzen vollendet werden. Die Digitalisierung der Schulen sowie die Bildungsoffensive sind weitere Pluspunkte. Und das Prestige-Projekt Landesgartenschau 2023 treibt inzwischen immer mehr Bürger, inklusive Fischer, an.

Daniel Razat.

Daniel Razat. Foto: Michael Robrecht

Zweiter Akt: Der Vorwurf der Führungsschwäche und die immer wiederkehrende Kritik an der Amtsführung Fischers kommen vorwiegend aus der CDU und der BfH. Die Christdemokraten und die Wählergemeinschaft sind spätestens jetzt am Zuge. Es verwundert schon, dass die CDU am zweiten Tag des Jahres 2020 zu einer Pressekonferenz einlädt, Daniel Razat nicht dabei ist, seine Führungsstärke von Fraktions- und Stadtverbandsspitze aber herausgestellt wird.

Wer ist Razat? Was will Fischer? Und wer kommt noch? Es gibt bis dato mit Falk Wennemann noch einen Kandidaten, dem aber bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt werden.

Falk Wennemann.

Falk Wennemann. Foto: Dennis Pape

Dritter Akt: Wer Fischer unterschätzt, macht einen Fehler. Alexander Fischer hat 2009 überraschend gegen den jetzigen Kreisdirektor Klaus Schumacher und 2014 gegen den früheren Innenminister Niedersachsens, Klaus Schünemann, die Bürgermeisterwahlen gewonnen. Der Jurist punktete bei den Wählern vor allem mit Charme und Bürgernähe. Allerdings muss sich Alexander Fischer nun auch endlich zu seiner beruflichen Zukunft erklären. Das Rennen um das Bürgermeisteramt ist schließlich kein Theaterstück.

Kommentare

Angelika Knischewski  wrote: 04.01.2020 20:22
Vorentscheidung?
Beim Lesen Ihres obigen Kommentares stellte sich mir die Frage, wie man Bürgermeisterkandidaten die noch gar nicht groß in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten sind, in führungsstarker Kandidat und bestenfalls Kandidat mit Außenseiterchancen einstufen kann? Wer beurteilt zum jetzigen Zeitpunkt, ob nicht auch Herr Wennemann gute Führungsqualitäten aufgrund seiner beruflichen Laufbahn besitzt? Oder wie kommt man sonst auf die Aussage "bestenfalls Außenseiterchancen? Beide Herren sind doch noch gar nicht weiter groß in der Öffentlichkeit präsent. Es gibt noch kein Wahlprogramm, keine öffentlichen Auftritte usw.
Solche Ansicht kommt ja fast schon einer Vorentscheidung gleich bzw einer öffentlichen Manipulation.Und nur nach beruflichem Werdegang solche Ausführungen zu tätigen, ist meiner Meinung nach ziemlich anmaßend und respektlos.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
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