Wählergemeinschaft in Höxter fordert „ein Stück Haushaltshoheit“ für die Stadtteile
BfH will Dörfer stärker machen

Höxter (WB). 50 Jahre nach der Kommunalreform auf Höxteraner Stadtgebiet möchte die Wählergemeinschaft Bürger für Höxter (BfH) den Ortschaften helfen, Entscheidungskompetenzen für ihre Dörfer zurückzugewinnen. Vorbild könne die niedersächsische Version der Gebietsreform sein, bei der die Dörfer ein Stück „Haushaltshoheit“ behalten durften, erklärt die Wählergemeinschaft.

Freitag, 03.01.2020, 03:50 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 09:30 Uhr
Die Dörfer im Stadtgebiet Höxter – hier Bosseborn – stehen im Fokus der Bürger für Höxter (BfH). Foto: Frank Spiegel

„50 Jahre nach der Gebietsreform ist es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, damit die 1970 verordnete kommunale Einheit über die Stärkung der Ortschaften neue Impulse erfährt“, sagt Ralf Dohmann, Vorsitzender der Stadtratsfraktion. Der Verlust der Selbstständigkeit habe „zumindest das politische Leben in den Ortschaften bis heute geprägt“. Die kommunale Zentralisierung habe die Dörfer politisch ein gutes Stück entmündigt, beklagt der Vorsitzende der Bürger für Höxter, Hermann Loges.

Wenigstens das Vereinsleben ist intakt

Die über Jahrzehnte in den Ortsausschüssen dominierenden politischen Kräfte beklagten seit Jahren die mangelnde Entscheidungskompetenz und damit die mangelhafte Umsetzung des politischen Willens der Einwohner in den Dörfern. „Es hört sich schon sarkastisch an, wenn in Ortsausschüssen artikuliert wird, wir haben ja nichts mehr zu sagen, lediglich, wenn es um den Friedhof geht, können wir noch selbst entscheiden“, weiß Loges zu berichten. „Die zur Stadt Höxter gehörenden Dörfer haben so zwar ein Stück weit ihr Gesicht und ihre Identität verloren, aber positiv bleibt festzuhalten, dass das Vereinsleben in den Dörfern intakt ist und heute das Rückgrat des dörflichen Zusammenhaltes bildet. Das stimmt optimistisch“, ergänzt Loges.

Übermacht der Kernstadt Höxter

Dohmann und er versuchen seit 2014, möglichst an allen Sitzungen der Ortsausschüsse im Stadtgebiet teilzunehmen, um nicht nur die Probleme vor Ort, sondern auch die Besonderheiten, die jede Ortschaft zu bieten hat, kennenzulernen. Bei diesen Einsätzen bekunden beide, erkannt zu haben, dass jede Ortschaft über eigene Vorzüge und Stärken verfüge, aber auch Probleme zu bewältigen hätte. Bei der Bewältigung der Probleme hätten es die Dörfer alleine schwer, ihre Interessen gegenüber der vermeintlichen Übermacht der Kernstadt Höxter zu behaupten – egal, ob sie klein wie Bosseborn oder groß wie Lüchtringen oder Stahle seien. „Hier mangelt es leider auch ein Stück weit an der Solidarität unter den verschiedenen Dörfern“, meinen Loges und Dohmann.

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