Zukunftswerkstatt Integration: Helferinnen und Helfer bleiben in Höxter am Ball Brücken des Miteinanders

Höxter (WB). Die Vision eines Gemeinwesens, in dem Einheimische und Geflüchtete sich gleichermaßen wohlfühlen, hat in Höxter ein nachhaltiges Engagement mobilisiert. Haupt- und Ehrenamtliche gestalten Integration und Zusammenwachsen und bauen mit Sprachunterricht, Begegnungsmöglichkeiten im »Welcome«-Café und anderen Initiativen Brücken des Miteinanders.

Von Sabine Robrecht
Gestalteten die Zukunftswerkstatt in der Aula der VHS: Dorothea Specht (von links, ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ovenhausen), Jutta Weber (Flüchtlingshilfe Stahle), Elke Harms (Flüchtlingsberatung Diakonie Paderborn-Höxter), Caroline Maas (»Welcome«), Anette Scholz (Flüchtlingsberatung Diakonie Paderborn-Höxter) und Monika Mönnekes (Sozialamtsleiterin Höxter).
Gestalteten die Zukunftswerkstatt in der Aula der VHS: Dorothea Specht (von links, ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Ovenhausen), Jutta Weber (Flüchtlingshilfe Stahle), Elke Harms (Flüchtlingsberatung Diakonie Paderborn-Höxter), Caroline Maas (»Welcome«), Anette Scholz (Flüchtlingsberatung Diakonie Paderborn-Höxter) und Monika Mönnekes (Sozialamtsleiterin Höxter). Foto: Sabine Robrecht

Bei der zweiten Zukunftswerkstatt des Vereins »Welcome«, der Stadt Höxter, der Diakonie Paderborn-Höxter und der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfen Ovenhausen und Stahle haben Helferinnen und Helfer jetzt Bilanz gezogen. Caroline Maas, Vorstandsmitglied im Verein »Welcome« und Mitorganisatorin der Zukunftswerkstatt, hat in Höxter den Eindruck, dass das Miteinander zwischen Einheimischen und Geflüchteten freundlich ist. Dorothea Specht (Flüchtlingshilfe Ovenhausen) und Jutta Weber (Stahle) untermauern diese Feststellung. Und auch Monika Mönnekes,

Sozialamtsleiterin der Stadt Höxter, hört selten Beschwerden.

Integration ist das Ziel

Das lässt die haupt- und ehrenamtlichen Helfer zuversichtlich nach vorne schauen. Bestärkt bleiben sie alle am Ball: »Es geht nicht mehr um die Bewältigung der Flüchtlingskrise, sondern um den gesellschaftlichen Prozess der Integration. Ihn möchten wir begleiten und mitgestalten«, bringt Caroline Maas das gemeinsame Grundanliegen auf den Punkt.

In den Blick genommen haben die Aktiven in den vergangenen Monaten die Frauen. »Sie sind, überwiegend zu Hause, während ihre Männer Sprachkurse besuchen oder auch Praktika absolvieren, und fühlen sich deshalb allein und entwurzelt«, berichten die Helfer. Umso dankbarer nehmen die Frauen Möglichkeiten wie die mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Höxter angebotene Veranstaltungsreihe zu Aspekten der Frauengesundheit an. »Die Frauen kommen sehr gerne, um über diese Themen zu sprechen.« Große Resonanz findet auch der Deutschunterricht, den Ehrenamtliche bei der Diakonie und auch bei »Welcome« für Frauen anbieten. Ihre Kinder können die Frauen mitbringen. Diese Möglichkeit löst das Betreuungsproblem, das viele Mütter daran hindert, an regulären Sprachkursen teilzunehmen.

Sprachprogramm für Frauen

Seit Oktober wird im Café »Welcome« auch ein Sprachprogramm angeboten, das Eltern anregen soll, ihre Kinder mehrsprachig zu erziehen. »Acht bis zehn Frauen nehmen regelmäßig mit ihren Kindern teil«, berichtet Caroline Maas. Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Höxter – ein weiterer wichtiger Partner – begleitet und finanziert dieses neue Projekt. In Puncto Finanzen informierte Caroline Maas bei der Zukunftswerkstatt, dass die Stadt Höxter das Café »Welcome« mit Miet- und Personalkostenbeteiligung unterstützt.

Die Zusammenarbeit vieler Beteiligter in Höxter stufen Caroline Maas und ihre Mitstreiter als herausragend ein. Beispiel: Wohnraumbeschaffung. »Die Belegung der neuen Quartiere in der Lütmarser Straße ist in Abstimmung mit den Fraktionen des Stadtrats, der Verwaltung, den Sozialarbeitern der Diakonie und den Ehrenamtsinitiativen erfolgt. Familien und Frauen wurden bei der Belegung bevorzugt berücksichtigt.«

Vom Garten der Kulturen bis hin zum Zugang zu Sportvereinen, weiteren Bildungsangeboten und der Mobilität, zu der der die Fahrradwerkstatt bereits erfolgreich beiträgt, steckten die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt beim Blick nach vorne Ziele für die nächsten Monate ab. Filiz Elüstü vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) kündigte für 2020 Besuch aus der Landeshauptstadt Düsseldorf an: Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, bereist alle Kommunalen Integrationszentren in NRW. Wenn sie beim KI des Kreises Höxter Station macht, verleiht sie dem Berufskolleg in Brakel den Titel »Schule gegen Rassismus« und schaut auch im »Welcome«-Café in Höxter vorbei.

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