Fast 30 Künstler aus Deutschland im Resi – Model als »Gesicht der Convention« gesucht
Erste Tattoo-Messe in der Stadthalle

Höxter (WB). Diese Leidenschaft geht unter die Haut. Erstmalig wird eine Tattoo-Messe in Höxters Stadthalle ausgerichtet. Das WESTFALEN-BLATT sprach exklusiv mit dem Veranstalter und der Wettbewerbs-Leitung über das große Event.

Dienstag, 08.10.2019, 10:12 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 10:14 Uhr
Ein »Tiger« auf dem Unterarm als »Cover Up« (über einem »alten« Motiv) – Künstler Michael Niebaum (Manufaktur Höxter) sticht es. Auch er ist mit einem Stand auf der Messe in Höxter vertreten. Foto: Harald Iding

Gleich an zwei Tagen im November, Samstag (8., von 12 bis 22 Uhr) und Sonntag, (9., von 11 bis 20 Uhr) erwartet die Gäste nicht nur ein spannendes Rahmenprogramm mit Live-Musik und Shows, sondern auch das Wissen von fast 30 Tattoo-Künstlern aus Deutschland und Großbritannien. Auch zwei Studios aus der Kreisstadt, die »Tattoo Manufaktur« in der Ostpreußenstraße und der »Farbbunker« (Westerbachstraße) haben sich für die Tattoo-Convention im Resi angemeldet. Die Leitung des Pokal-Wettbewerbs liegt in den Händen von Michael Niebaum, der schon seit knapp 20 Jahren zur Nadel greift und sein erstes Studio in Lauenförde (bis 2004) hatte. Als Jurychef bleibt er natürlich bei der Bewertung seiner eigenen Arbeiten außen vor.

Alte Jugendsünde

Heute begrüßt der 49-jährige Tätowierer mit Bart (Künstlername »Deep Devil«) in der »Manufaktur« nicht nur junge Erwachsene ab 18, sondern auch gestandene Kerle wie den Arbeiter, der sich in diesen Tagen eine alte Jugendsünde mit einem »Cover Up« überstechen (verschwinden) ließ. Der 57-Jährige sagte dieser Zeitung: »Als Teenager habe ich mir am Unterarm ein Sternchen selbst tätowiert, mit Nadeln und einem in Farbe getränkten Bindfaden. Das Ergebnis kann man sich ja denken. Damals fand ich es erst cool.« Niebaum hat ihn nun – 42 harte Jahre danach – von diesem traurigen Anblick erlöst. Nun trägt der gestandene Facharbeiter einen stolzen Tiger auf seinem Arm, der sich kraftvoll aus dem Dickicht »heranschleicht«. Diese leidvolle Geschichte endet also in einem »Happy End«.

Mehr als jeder Fünfte hat ein Tattoo

Das ist aber nicht immer so, wissen viele Tätowierer zu berichten. Die neueste Statistik zeigt zudem, dass mehr als jeder fünfte Deutsche (dabei sind alle sozialen Schichten vertreten) mindestens ein Tattoo trägt. Daher gilt in den Fachkreises die Regel: »Think before you ink« (frei übersetzt: Denke vorher nach, bevor du dich stechen lässt). Niebaum lehnt es deshalb ab, wenn einer sein erstes Tattoo im Gesicht, am Hals oder auf der Hand platziert haben will. »Man sollte erst einmal mit einer Stelle anfangen, die nicht ins Auge sticht. Das kann nämlich große Folgen für die berufliche Karriere haben«, rät der Tätowierer. Michael Niebaum kann sich noch an eine hiesige Tattoo-Veranstaltung im kleineren Rahmen erinnern. »Vor einigen Jahrzehnten kamen Kollegen in den Felsenkeller und bauten ihre Stände auf. Das war für alle ein echtes Erlebnis.«

Live-Musik und Shows an zwei Tagen

Eine besondere Atmosphäre wird wohl auch die Convention (Eintritt zehn Euro, 15 Euro für beide Tage) in Höxters Stadthalle bieten. Die beiden Moderatoren Samy Fox und Daniel Rust können dann viele Höhepunkte ankündigen – darunter sind nicht nur Wettbewerbe für die besten Tattoo-Arbeiten, sondern auch mehrere Bands wie die »Jungletones« mit Rockabilly oder auch Valeria mit ihrer »Dance for Kids Contest Crew«. Der Veranstalter aus dem Landkreis Göttingen betont: »Wir suchen auch gleich das Gesicht für die nächste Convention 2020. Ein Fotograf erstellt vor Ort Aufnahmen und eine Jury wählt die Gewinnerin aus, die das glückliche Titelmodel wird.« Auch ein Kinderprogramm mit Betreuung gibt es – während die Eltern in Ruhe über die Messe schlendern.

Kommentare

Aufmerksamer Leser  wrote: 08.10.2019 08:26
Bekritzelt
Das kann man durchaus kritisch sehen und einige, vielleicht viele, besonders jüngeren Leute, werden wenn sie etwas gereift sind ihre Entscheidung noch verfluchen.
Nunja, herzliches Beileid und wie man sich bettet so liegt man, wie es so schön heißt.
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