Gerald Studzinsky (53) ist neuer Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft
»Die Wanderjahre sind vorbei«

Höxter/Brakel (WB). Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Weggang von Hauptgeschäftsführer Holger Benninghoff ist die Führungsspitze der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg wieder komplett. Gerald Studzinsky ist Mittwoch in der Brakeler Zentrale in sein neues Amt als Hauptgeschäftsführer eingeführt worden. Der 53-jährige Jurist lebt auch in der Nethestadt.

Donnerstag, 03.10.2019, 11:41 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 11:50 Uhr
Kreishandwerksmeister Martin Knorrenschild (links) und sein Stellvertreter Alfred Gemmeke (rechts) haben am Mittwoch Gerald Studzinsky (2. von rechts) ins Amt eingeführt. Gemeinsam mit Dominik Rüther bildet er die hauptamtliche Spitze. Foto: Marius Thöne

Gemeinsam mit Geschäftsführer Dominik Rüther (28), der seit sechs Monaten im Amt ist, bildet er das hauptamtliche Führungsteam der Kreishandwerkerschaft. Beide wollen das Handwerk als »Wirtschaftsmacht von nebenan« im Kreis Höxter weiter stärken. Ein Augenmerk soll auf der Fachkräftegewinnung liegen.

Studzinsky ist in Unterfranken geboren worden, ist als Kleinkind nach Brakel gekommen, wo sein Vater – ein Förster – in das Revier an der Hinnenburg versetzt wurde. »Ich habe in Brakel Wurzeln geschlagen und eine gebürtige Braklerin geheiratet«, sagte der Experte für Arbeitsrecht bei seiner Amtseinführung in der Zentrale der Kreishandwerkerschaft. Der 53-Jährige hat drei Kinder im Alter von 24, 22 und 12 Jahren. Die Familie hat ihren Lebensmittelpunkt immer in Brakel gehabt. »Auch wenn ich beruflich bedingt die Woche über zeitweise auswärts gelebt habe«.

Beruflich zurück in Brakel

Studzinsky hat in seiner Karriere viel Erfahrung gesammelt: als selbstständiger Fachanwalt für Arbeitsrecht in Brakel, als Dozent für Wirtschaftsrecht in Lippstadt, als Personalleiter in einem privaten Klinikkonzern in Bad Lippspringe sowie in einem Versicherungskonzern in Göttingen und zuletzt als Syndikusrechtsanwalt und Leiter des Nordhessen-Büros des Arbeitgeberverbandes Chemie. »Die Wanderjahre sind jetzt vorbei«, so Studzinsky am Mittwoch. Er freue sich, beruflich wieder in Brakel und damit näher bei seiner Familie zu sein. »Ich habe eine starke Bindung zu der Region«.

Diese Bindung müsse auch niemand aufgeben, der sich für einen Beruf im Handwerk entscheidet. Dieser habe nämlich tatsächlich den sprichwörtlichen goldenen Boden. Die Betriebe suchten händeringend nach Fachkräften. Mittlerweile macht 57 Prozent eines Jahrgangs Abitur. Viele würden gar nicht sehen, welche Chancen sie außerhalb einer rein akademischen Ausbildung hätten. Das Klischee, Handwerk sei schmutzig und schlecht bezahlt, gelte heute nicht mehr – würde aber von Lehrern und Eltern häufig noch an die Kinder weitergegeben.

Dagegen wollen Gerald Studzinsky und Dominik Rüther aus Brenkhausen, der als Betriebswirt und Bankkaufmann, die Spitze komplettiert, ankämpfen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6974449?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Polizei: Kaum mehr Hoffnung für vermisste 26-Jährige
Der Schluchtensteig: Hier war die Bad Lippspringerin wandern. Foto: Schluchtensteig Schwarzwald
Nachrichten-Ticker