Junge Taubenzüchter sind Teil einer bundesweiten Kampagne Film verleiht Flügel

Höxter (WB). Brieftaubenzucht – das ist was für die Generation Ü60. Falsch! Das beweisen auch Lukas Wöstefeld (25), Jan Markus (24) und Lennard Motz (22) aus dem Stadtgebiet Höxter. Sie sind jetzt sogar Teil eines Imagefilms des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter und werben damit bundesweit für ihre Passion.

Von Dennis Pape
Sie sind Teil einer deutschlandweiten Filmkampagne des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter (von links): Lennard Motz (22) aus Höxter, Jan Markus (24) aus Brenkhausen und Lukas Wöstefeld (25) aus Ovenhausen.
Sie sind Teil einer deutschlandweiten Filmkampagne des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter (von links): Lennard Motz (22) aus Höxter, Jan Markus (24) aus Brenkhausen und Lukas Wöstefeld (25) aus Ovenhausen. Foto: Dennis Pape

Wenn an diesem Sonntag der erste Imagefilm des Brieftaubenzüchterverbandes in einem Kino in Dinslaken große Premiere feiert, sind drei Jungs aus dem Kreis Höxter nicht nur auf der Leinwand zu sehen – Lennard Motz aus Höxter, Jan Markus aus Brenkhausen und Lukas Wöstefeld aus Ovenhausen dürfen sich bei der Erstaufführung auch als Darsteller vor Ort feiern lassen. Ob es einen roten Teppich mit aufgeregten Paparazzi à la Hollywood gibt? »Na ja, lassen wir uns mal überraschen«, sagt Wöstefeld mit einem Augenzwinkern. Er selbst hat sein jahrelanges Hobby kürzlich zwar etwas zurückfahren müssen, lebt die Leidenschaft zur Brieftaubenzucht jedoch immer noch so begeistert wie seine beiden Kumpel, die ihre Tiere ebenfalls bereits seit Jahren Saison für Saison auf Reisen schicken. »Unser gemeinsames Hobby verbindet uns – so ist im Laufe der Zeit eine echte Freundschaft zwischen Jungs aus unterschiedlichen Ortschaften entstanden«, betont Jan Markus. »Taubenzucht in unserer Reisevereinigung Weserbergland bedeutet auch Gemeinschaft und Geselligkeit«, ergänzt Lennard Motz. Seine beiden Freunde nicken zustimmend, alle drei fangen plötzlich an zu lachen – die Chemie stimmt bei den jungen Taubenzüchtern.

Neue Generation der Taubenzüchter

Das wiederum wird auch im Imagefilm des Deutschen Verbandes deutlich. Die drei Höxteraner in den Zwanzigern stehen dabei für die neue Generation der Taubenzüchter in ganz Deutschland. »Es macht uns schon stolz, dass ausgerechnet wir für dieses deutschlandweite Projekt unter vielen Bewerbern ausgewählt worden sind«, sagt Jan Markus. Stolz sind darüber hinaus auch die Väter und Großväter der drei Züchter – denn von ihnen ist die Taubenleidenschaft erfolgreich weitervererbt worden.

Deutliches Signal

Hinter der ersten derart offensiven Imagekampagne des Verbandes steht nach Aussage der drei jungen Männer aus der Kreisstadt ein deutliches Signal: »Es gibt deutschlandweit immer weniger Züchter – wir helfen natürlich gerne mit, diesem Trend entgegen zu wirken«, sagt Lukas Wöstefeld. Er und seine Freunde sind bereits jetzt gespannt, was genau vom mehrstündigen Dreh mit dem Filmteam des Verbandes im Kino gezeigt wird.

C-Ligisten gegen Christiano Ronaldo

Sie sind drei von insgesamt noch 84 Mitgliedern in der Reisevereinigung Weserbergland, die pro Saison im Sommer an zwölf Flügen teilnimmt – diese wiederum erstrecken sich von Kurzstrecken bis hin zu 650 Kilometern nach Frankreich. Doch was reizt ausgerechnet die jungen Männer an diesem Sport? Jan Markus erklärt das so: »Wenn man Fußball spielt, dann trainiert man in erster Linie sich selbst als Teil eines Teams. Als Taubenzüchter ist man dagegen Trainer und Teammanager in Personalunion – und das dann gleich in allen Altersklassen von den Minikickern bis zu den Alte-Herren.« Lennard Motz stimmt ihm da zu: »Es ist wichtig, für jede Taube eine eigene Strategie zu entwickeln. Man ist für die Zucht, das Training und die Ernährung verantwortlich. Und da Wettbewerbe auch bundesweit ausgewertet werden, tritt man gleichzeitig gegen C-Ligisten und Christiano Ronaldo an.«

Treffen in den Bürgerstuben

Die drei Züchter würden sich freuen, in Zukunft noch mehr »Teammanager« in ihren Reihen begrüßen zu können. Interessierte könnten jeden ersten Montag im Monat von 19.30 Uhr an zum geselligen Treffen in den Höxteraner Bürgerstuben kommen und sich informieren. Und dann gibt es ja noch einen Imagefilm mit den drei Protagonisten aus Ovenhausen, Brenkhausen und Höxter, der Lust auf mehr machen soll...

Kommentare

Tierquälerei

Ich hoffe, dass die neue Generation mehr auf die Tauben acht gibt und nicht, wenn sie nicht nach Hause finden, sie gefunden und die Besitzer angerufen werden, sie wirklich abholen und sich kümmern und nicht einfach, wie es immer wieder passiert, am Telefon die Auskunft geben, "die hat nicht nach Hause gefunden, die ist für mich wertlos" und sie dann das elende Leben der Straßentauben teilen müssen. Außerdem finde ich eine Strecke von 650km sehr grenzwertig. Ich befürchte, dass es viele nicht schaffen werden. Das elend auf der Straße wird immer größer und die Taubenhasser werden nicht weniger. Und die, die sich um die Tauben kümmern und sie artgerecht füttern, müssen hohe Bußgelder zahlen.

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