Flusspegel sinkt weiter - Donnerstagnachmittag nur noch 67 Zentimeter bei Höxter - Edersee fast leer Weser bei Corvey nur noch eine »halbe Portion«

Von Michael Robrecht

Die Weser bei Corvey ist extrem schmal geworden. Breite steinige Uferstreifen haben sonst zum Flussbett gehört. Und so manches rostige Fahrrad oder altes Holz kommt bei Höxter und Corvey ans Tageslicht. Dieses Stück Flusslandschaft wirkt wie in ein Trockengebiet mit Wasserrinnsal in heißen Ländern.
Die Weser bei Corvey ist extrem schmal geworden. Breite steinige Uferstreifen haben sonst zum Flussbett gehört. Und so manches rostige Fahrrad oder altes Holz kommt bei Höxter und Corvey ans Tageslicht. Dieses Stück Flusslandschaft wirkt wie in ein Trockengebiet mit Wasserrinnsal in heißen Ländern. Foto: Michael Robrecht

Höxter (WB). Die Pegelstände der Weser fallen wieder sichtbar: Am Mittwoch in Höxter auf 70 und 69 Zentimeter, am heutigen Donnerstag auf 68 Zentimeter und am Nachmittag 67 Zentimeter.

Tendenz weiter fallend. Für die nächsten Tage sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nur wenig Regen voraus. Sonnig und warm soll das Wochenede werden. Logische Folge: Noch mehr Ufersteine an der Weser erblicken das Licht der Welt. Schon vergangenes Jahr hatte extremes Niedrigwasser infolge lang anhaltender Trockenheit die Weser stellenweise halbiert. Neue Trocken-Uferzonen sind an der Eisenbahnbrücke am Welterbe Corvey zu besichtigen: Der Fluss ist bei Corvey nur noch eine »halbe Portion«.

Kaum Wasser aus der Edertalsperre für Fulda und Weser

Der Eder-Stausee stützt den Pegel der Weser. Doch durch die Trockenheit ist er selbst nur noch zu 20 Prozent gefüllt. Die Wasserabgabe wird nun reduziert, um die Tiere im See nicht zu gefährden. Auf sechs Kubikmeter pro Sekunde ist die Wasserabgabe reduziert worden. Das entspricht mit 40 Badewannen nur einem Fünftel des zuletzt üblichen Wertes. Wasser wird der See trotzdem weiter verlieren: Nur ein bis zwei Kubikmeter fließen laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt momentan nach. Sollte der Füllstand des Sees weiter fallen und auf zehn Prozent sinken, könnte die Wasserabgabe noch einmal reduziert werden. Dann darf nur so viel in Fulda und damit in die Weser abfließen, wie in den See kommt.

Der Wasserstand des Edersees im Landkreis Waldeck Frankenberg ist ein Politikum. Das Wasser wird für den Tourismus am See benötigt, aber auch für die Schifffahrt an der Oberweser. Nach jahrelangen Konflikten war es in diesem Jahr gelungen, mit einem neuen Sparmodus die Wasserverluste im Edersee hinauszuzögern.

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