Auszubildenden-Aktionstag mit Teilnehmerrekord in Höxter: 250 junge Leute erleben Andreas Niedrig
»Ihr seid die Zukunft«

Höxter (WB). Mit 250 Auszubildenden aus 26 Unternehmen und 30 verschiedenen Berufen und dualen Studiengängen hat der Ausbildungs-Aktionstag am Freitag bei seiner siebten Auflage einen Teilnehmerrekord erlebt. Die Wirtschaftsvereine WIH und Weserpulsar luden die jungen Berufsstarter ein, um ihnen die Wertschätzung der Unternehmerschaft zu signalisieren. Diese spiegelt sich auch im Motto wider: »Sie sind unsere Zukunft.«

Samstag, 07.09.2019, 10:56 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 11:00 Uhr
Triathlet Andreas Niedrig, Innovationsmanagerin Imke Müller-Stauch, Unternehmer Mark Becker und Schulleiterin Heike Edeler. Foto: Sabine Robrecht

Mark Becker, Inhaber der Firma Gebrüder Becker und einer der Motoren im Verein Wirtschaftsinitiative Kreis Höxter (WIH), liegt die Förderung junger Fachkräfte für die Region dies- und jenseits der Weser am Herzen. »Deshalb wollen wir als Wirtschaftsinitiativen gemeinsam aufzeigen, welches Potenzial unser Wirtschaftsraum hat und welche Perspektiven wir Nachwuchskräften bieten können«, betonte er beim Aktionstag. Wer Karriere machen will, müsse also nicht in die Ferne schweifen. Die Heimatregion habe eine Menge spannender und international aufgestellter Unternehmen, die Karrierewege eröffnen.

Diese Botschaft platzierte Mark Becker, der den Aktionstag organisiert hatte, nicht nur bei den 250 Auszubildenden, sondern auch bei Schülern der gymnasialen Oberstufe. Schauplatz des Tages war nämlich das König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter. Die Idee, das Thema duale Ausbildung und duales Studium auch bei den angehenden Abiturienten in den Fokus zu rücken, stieß bei Schulleiterin Heike Edeler auf große Zustimmung. Die Schüler der Jahrgangsstufen zehn und elf waren zur Veranstaltung eingeladen. Mark Becker appellierte an sie, sich mit den Unternehmen in der Region zu beschäftigen und in Kontakt zu treten.

Triathlet erzählt aus seinem Leben

Das leidenschaftliche Eintreten des Unternehmers für den Wirtschaftsraum vor der Haustür und für die jungen Menschen als künftige Fachkräfte hat den ehemaligen Weltklasse-Triathleten Andreas Niedrig (52) so beeindruckt, dass er die Einladung zum Azubi-Aktionstag nach Höxter angenommen hat, obwohl er eigentlich gar keine Zeit hatte. »Mark Becker brennt für die Region. Und er brennt für Euch. Da kann man nicht nein sagen«, rief der Hochleistungssportler und gefragte Vortragsreisende den jungen Zuhörern in der Aula des KWG zu.

Also stellte er sich auf die Bühne und erzählte frei und ohne Skript aus seinem Leben. Den steinigen Weg vom Junkie zum Ironman, den er vor einigen Jahren schonungslos offengelegt hatte, skizzierte er im KWG natürlich auch. Denn auch die dunkle Zeit gehört zu diesem außergewöhnlichen Leben, aus dem Andreas Niedrig jungen Leuten mit aufrichtiger Intention erzählt.

Er möchte in ihnen ein Feuer entfachen – Leidenschaft für Beruf und Hobby – und gleichzeitig aber auch Bodenhaftung und Selbstdisziplin säen. Auch in der Ausbildung, die bei dieser Veranstaltung im Mittelpunkt stand, sei nicht jeder Arbeitstag erfüllend. Es gebe Durststrecken. Diese gelte es durchzustehen. Dranbleiben statt aufgeben müsse die Devise sein.

Den inneren Schweinehund überwinden

»Höher, schneller, weiter« sei nicht die richtige Prioritätensetzung. Ziel müsse vielmehr sein, eine innere Zufriedenheit zu erreichen. Und eine gesunde Selbstachtung. »Ihr seid nicht uninteressant – im Gegenteil. Ihr seid spannend. Ihr seid in die Ausbildung gegangen oder werdet in die Ausbildung gehen. Das macht Euch interessant«, rief der in seiner Authentizität überzeugende Referent die jungen Menschen dazu auf, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Dass sie ihr Leben nicht wegwerfen, etwa mit Drogenkonsum, war Andreas Niedrig aus leidvoller Erfahrung heraus ein Herzensanliegen.

Niemand habe gesagt, dass das Leben leicht sein werde. Niedrigs Rezept: mit Eigenmotivation Herausforderungen annehmen, den inneren Schweinehund überwinden und Hindernis-Gründe an die Seite schieben. Und: »Macht Fehler. Aber seid nicht so blöd und wiederholt die Fehler, sondern lernt aus ihnen.«

All das sind, wie der »Willensschaffer« sagt, keine neuen Erkenntnisse. »Ich erinnere aber gerne daran.« Dazu bemüht dieser in seiner Nahbarkeit auf Anhieb sympathische Ausnahme-Sportler aus Oer-Erkenschwick keine allgemeingültigen Weisheiten. Das eigene Leben gibt ihm die Flachpässe für seine Tipps. Das macht sie glaubwürdig und lässt sie sicherlich auf fruchtbaren Boden fallen.

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