Auftragsrückgang im ersten Halbjahr – weiter Zeitarbeit – Millionenprojekt Mischraum
Umsatzeinbruch bei Optibelt

Höxter (WB). Das Geschäft des Keilriemenherstellers Arntz Optibelt schwächelt. Zwar konnte der Umsatz im Jahr 2018 um 3,1 Prozent auf 283 Millionen Euro gesteigert werden, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden die selbstgesteckten Zielvorgaben allerdings klar verfehlt. Statt wie geplant 203 Millionen wurden nur knapp 190 Millionen Euro umgesetzt. 200 Mitarbeiter sind laut Unternehmen am Stammsitz in Höxter von Kurzarbeit betroffen.

Dienstag, 03.09.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 17:46 Uhr
Die Geschäftsführer Konrad Ummen (links) und Reinhold Mühlbeyer haben die Bilanz vorgestellt. Foto: Dennis Pape

Das Jahr 2019 ist beim Höxteraner Keilriemenproduzenten nach Angaben der Geschäftsführer Reinhold Mühlbeyer und Konrad Ummen durch ein schwächeres wirtschaftliches Umfeld gekennzeichnet – auch, wenn weiterhin schwarze Zahlen geschrieben würden. »Der Ausblick ist weiterhin verhalten. Deshalb erwarten wir bis Jahresende eine flache Entwicklung«, sagte Mühlbeyer als Vorsitzender der Geschäftsführung am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz. »Die Produktionskapazitäten mussten entsprechend angepasst werden, nachdem in den vergangenen eineinhalb Jahren noch kräftig in die Kapazitätserhöhung investiert wurde«, betonte er. Kostenkon­trolle und Kostenanpassungen stünden im Fokus der weiteren Aktivitäten.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Nachdem bereits Zeitverträge nicht verlängert und somit 80 Stellen gestrichen worden sind, ist seit August für die Standorte Höxter und Bad Blankenburg (Thüringen) Kurzarbeit beantragt worden. »Derzeit planen wir mit einer Woche Kurzarbeit pro Monat für ein halbes Jahr in Höxter. Das wird jedoch jeweils kurzfristig je nach Auftragslage entschieden. Vielleicht ist es auch möglich, die Kurzarbeit im September auszusetzen oder zu reduzieren«, erläuterte Konrad Ummen. Betroffen seien etwa 200 der 450 Mitarbeiter in der Produktion in Höxter sowie weitere 15 in Thüringen. »Durch diese Maßnahme wollen wir unsere Stammbelegschaft halten. Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben«, führte Mühlbeyer aus. Außerdem würden größere Ausgaben und Investitionsprojekte geprüft und eventuell auf 2020 verschoben. Laufende Investitionen würden weitergeführt und kosteneffizient abgewickelt. Zur Ergebnissicherung soll aber auch die Neu- und Weiterentwicklung von »Produkten mit Mehrwert« (Energieeffizienz, höhere Leistung, besseres Preis-Leistungsverhältnis) angestrebt werden.

»Der Ausblick ist unsicher«

Der Umsatz bis August 2019 ist um 0,2 Prozent geringer als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Deutlich größer fällt die Diskrepanz zwischen geplantem Umsatz bis zum August und dem Ist-Zustand aus: minus 6,4 Prozent. »Der Auftragseingang hatte sich im Juli leicht erholt, im August aber wieder abgeschwächt – der Ausblick ist unsicher«, so Mühlbeyer, der derzeit keine Wachstumsimpulse im Markt erkennen kann. »Die Handelsauseinandersetzungen der USA mit China und Europa, der Währungsverfall in der Türkei, die Lage im Nahen Osten und in Südamerika, Sanktionen für Russland und der Brexit – ich habe in den vergangenen 30 Jahren selten eine derartige Vielzahl an Brandherden auf einmal erlebt.«

Apropos Brexit: Die Arntz-Optibelt-Gruppe hat in Großbritannien ein Vertriebsbüro mit Lager – »das haben wir hochgefahren, um die erste unsichere Phase nach einer Entscheidung in England bestmöglich zu überstehen«. Weitere Probleme auf dem Markt seien eine schwache Entwicklung im Segment Landtechnik sowie im Automobilsektor und eine Konzentration im Handel.

Neuer Mischraum in Höxter

Investiert wird jedoch weiterhin unter anderem in den neuen Mischraum in Höxter. »Es ist ein Millionenprojekt, das im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll – genaue Zahlen möchten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht nennen«, sagte Ummen. Der Bau sei am Standort Höxter ein Meilenstein für die zukünftige Ausrichtung. Mit der Investition erhöhe die Unternehmensgruppe bezüglich der Qualitätsansprüche an die Mischungen seine Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem werde Optibelt auch zukünftig auf die eigene Ausbildung bauen: Derzeit gebe es 55 Azubis und duale Studenten in vielfältigen Bereichen.

Die Arntz-Optibelt-Gruppe zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Hochleistungsantriebsriemen. Das familiengeführte Unternehmen steuert vom Stammsitz in Höxter acht Produktionsstandorte in sechs Ländern und unterhält Logistik- sowie Verkaufszentren in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Asien, Australien und Neuseeland. Weltweit gibt es 2400 Mitarbeiter.

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